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„Von analytischer Schärfe und diskreter Frömmigkeit“

Kardinal Reinhard Marx würdigt Peter Beer zum Abschied als Generalvikar in München
Kardinal Marx bei Verabschiedung von und mit Peter Beer
(Foto: Hendrik Steffens)
München, 7. Januar 2020. Kardinal Reinhard Marx hat Peter Beer als einen Mann von „analytischer Schärfe, diskreter Frömmigkeit, klarem Verstand und unbedingter Loyalität gegenüber der Kirche“ gewürdigt. Der Erzbischof von München und Freising dankte seinem ehemaligen Generalvikar „für eine wichtige Epoche im Erzbischöflichen Ordinariat München“ im Rahmen einer Feierstunde zu Beers Verabschiedung am Dienstagabend, 7. Januar, in der ehemaligen Karmeliterkirche in München, zu der der neue Generalvikar Christoph Klingan und die neue Amtschefin Stephanie Herrmann Gäste aus Kirche, Gesellschaft und Politik begrüßten.
 
Beer, von 2010 bis Ende 2019 Generalvikar des Erzbischofs von München und Freising, habe immer einen wachen Blick für die Situation und die Herausforderungen der Kirche bewiesen, so der Kardinal. Er sei „froh und dankbar, dass Sie an meiner Seite waren“, als 2010 die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche bekannt wurden. Es sei eine „großartige Leistung“ des ehemaligen Generalvikars gewesen, diese Herausforderung „mit Klarheit, ohne Kompromisse angepackt“ zu haben und bis heute deutlich zu machen: „Das Thema ist nicht beendet.“ So werde Beer auch in seiner künftigen Aufgabe als Professor am Zentrum für Kinderschutz (Center for Childprotection, CCP) der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom sein Augenmerk darauf richten.
 
Neben Beers Verdiensten in der Aufarbeitung und im Kampf gegen Missbrauch hob Kardinal Marx hervor, dass Beer stets dafür eingetreten sei, dass „Verwaltung kein überflüssiges Übel, sondern ein notwendiges Gut für die Pastoral“ sei. Insbesondere im Bereich der Finanztransparenz habe er als Generalvikar deutlich gemacht, dass „Verwaltung dem Menschen dienen und zugleich klar, transparent und nachvollziehbar sein muss“. Hier habe er „Maßstäbe für die Zukunft“ gesetzt.
 
Schließlich beschrieb Kardinal Marx Beer als einen Menschen, der zugleich von einer besonderen Freiheit im Denken, aber auch der Sorge um mögliche Folgen von Handlungen getrieben sei: Einerseits „nüchtern zu schauen, was kann alles passieren“, anderseits „zu denken, was könnte alles möglich sein“, weder „nur Utopien zu verfolgen“, noch „allein im Klein-Klein zu verbleiben“, zeichne Beer in besonderer Weise aus.
 
Peter Beer blickte in seinen Dankesworten auf „nicht einfache Jahre“ zurück: Es sei eine Zeit gewesen, „die uns alle gemeinsam gefordert hat“. Zugleich dürfe man nicht vergessen, dass es für die Betroffenen von Missbrauch „eine Zeit der Befreiung bedeutete“. Vielleicht werde man auf diese Jahre zurückblicken, so der ehemaligen Generalvikar, als „eine Zeit, in der Gott seinem Volk in die Seite gestoßen hat, um es auf den Weg zurückzuführen“. Er gehe mit einer „gewissen Wehmut“, aber auch dem „guten Gefühl, Veränderungen zu ermöglichen“, erklärte Beer und schloss mit „der Vision einer Kirche, in der der Wandel weder hysterisch betrieben noch auf die lange Bank geschoben wird und in der Menschen weder schwarz noch weiß gesehen werden“. (ck)