Mit Freude durch den Schultalltag

Tipps von Familientherapeuten der Caritas Beratungsstelle
Schulunlust, Schulangst oder Schulstress: Wenn Kinder morgens über Bauchweh klagen, steckt oft mehr dahinter. In der Caritas-Beratungsstelle Taufkirchen erklären Stephanie Kimmel und Karl Brückner, wie Eltern bei Schulfrust, Leistungsdruck und Mobbing helfen können. Entscheidend ist, Warnzeichen ernst zu nehmen und dem Kind Sicherheit zu geben.

Stress ist nicht grundsätzlich schlecht – er macht aufmerksam und leistungsfähig. Problematisch wird es, wenn die Balance zwischen Anspannung und Entspannung fehlt: Überforderung durch Lernstoff, Konflikte in der Klasse, keine gute Beziehung zur Lehrkraft oder auch Druck im Familienalltag können Schule zum belastenden Ort machen. Häufig zeigen Kinder das nicht mit Worten, sondern körperlich und im Verhalten: Kopfweh, Übelkeit, Schlafprobleme, Rückzug, Wutausbrüche oder „Ich versteck mich“.

Was hilft? Eltern können den Alltag entschleunigen: Morgens Zeitpuffer einplanen (lieber 15 Minuten früher), abends bewusst Ruheinseln schaffen – spazieren, malen, Musik hören, reden. Wichtig ist eine Haltung ohne Drama, aber auch ohne Abwiegeln: Gut zuhören, hinschauen, Lösungen klein und machbar halten. Bei Mobbing gilt: Kind stärken („Du bist nicht schuld“), gemeinsam klären, was es braucht – und früh die Schule einbinden.

Und bei Noten nicht nur Ergebnisse loben, sondern Einsatz und Fortschritte. „Es geht immer um Kinder und nie um Noten.“ Wer merkt, dass das Stress-Pendel gar nicht mehr zurück schwingt, sollte lieber früh Unterstützung holen – Schulpsychologie oder Beratungsstellen können oft schon mit wenigen Gesprächen entlasten.