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Unser Jahr mit dem Schatzkästchen Interview mit Monika Mehringer, Fachbereichsleiterin Kinderpastoral

Schatzkästchen mit gebastelten Inhalten
Für wertvolle Dinge - das Schatzkästchen (Foto: Dittmar / SMB)
Onlineredaktion: Frau Mehringer, wie sieht Ihr persönliches Fazit nach einem Jahr mit dem Schatzkästchen aus?
 
Monika Mehringer, Fachbereichsleitung Kinderpastoral: Ich bin sehr zufrieden mit dem Schatzkästchen, weil es tatsächlich ausprobiert worden ist. So weiß ich zum Beispiel von Pfarreien, die an Familiennachmittagen damit gearbeitet haben. Oder auch von Religionslehrerinnen, die ziemlich viel mit dem Schatzkästchen gestaltet haben. Und ich kenne inzwischen einige Mütter, die die Inhalte für den Kindergottesdienst gebraucht haben. Selbst von Kindern weiß ich, dass sie einzelne Basteltipps aus dem Schatzkästchen untereinander weitergegeben haben und mit dem Basteln angefangen haben. All diese Geschichten freuen mich natürlich sehr.
 
Onlineredaktion: Was ist die schönste Erinnerung an dieses Jahr mit dem Schatzkästchen?
 
MM: Meine schönste Erinnerung ist die an die Kinder, die bei unseren Videodrehs mitgemacht haben. Die waren so stolz, als die Filme online waren und ihre Mitschüler sie erkannt haben. Danach wollten die Mitschüler unsere Sachen direkt nachbasteln. Das war natürlich klasse und das die beste Werbung!

Onlineredaktion: Wie waren allgemein die Rückmeldungen zum Schatzkästchen?
 
MM: Da fallen mir gleich drei Dinge ein: Zum einen war eine Rückmeldung von den Müttern, dass sie die Kinder direkt vor dem PC basteln lassen konnten – ein Vorteil der vielen Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Videos. Zum anderen wurde die Attraktivität der einzelnen Bestandteile des Schatzkästchens gelobt – mein persönlicher Favorit ist ja immer noch das Filzherz. Und es wurde als positiv an uns herangetragen, dass diese ganzen Angebote auf einer katholischen Seite zu finden waren.
Außerdem habe ich eine Lehrerin getroffen, die fast alles aus der Reihe umgesetzt hat. Aber das ist natürlich nicht immer machbar oder auch nötig, weil einzelne Gruppen andere Jahrespläne haben und man privat eben auch nach Lust und Laune auswählen kann, was man wann bastelt. Und genau für diese individuelle Nutzung ist das Modell Schatzkästchen auch gedacht. Man kann flexibel Kapitel auslassen oder verschieben, so wie es einem oder der Gruppe passt. Dass wir unser Schatzkästchen am Schuljahr ausgerichtet haben, ist da nur eine Variante von vielen.
zwei rote Filzherzen nebeneinander
Für persönliche Anliegen oder Botschaften - das Filzherz (Foto: Mehringer / EOM)
Onlineredaktion: Welche Themen sind besonders gut gelaufen?
 
MM
: Ich glaube, dass die attraktiveren Themen gleich am Anfang kamen: Im Herbst und um Weihnachten herum haben wir ein paar Sachen gemacht wie den Rosenkranz oder die Martinslaterne, den Stern aus Wachs oder auch den Engel aus Kork. Diese Sachen waren tatsächlich leichter umsetzbar – sowohl praktisch als auch inhaltlich – als manches aus der zweiten Hälfte.
 
Mir persönlich gefällt immer noch das Herz zu Herz Jesu am besten. Aber ich glaube, dass man diesen Basteltipp eigentlich am wenigsten zu Herz Jesu nutzt, sondern dann eher am Muttertag oder Valentinstag einsetzt. Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, dass viele das Schatzkästchen und seine Kapitel über das vergangene Schuljahr hinweg beobachtet und vielleicht auch schon einzelne Einheiten damit gestaltet haben. Aber wirklich verstärkt wird es sicherlich jetzt im Folgejahr genutzt, weil sich dann gezeigt hat, was alles an Inhalten geliefert wurde und wie man diese in seinen Jahresplan integrieren kann.
Onlineredaktion: Gab es besondere Rückmeldungen von Gruppenleitern, die an der Schatzkästchen-Aktion mitgemacht haben? Und welche Tipps haben Sie für Gruppenleiter, Religionspädagogen, die künftig ihre Angebote mit dem Schatzkästchen gestalten wollen?
 
MM: Die große Herausforderung, die sich immer wieder besonders bei den Schulen zeigt, ist mitunter die Besorgung des benötigten Materials. Deshalb möchte ich auf jeden Fall empfehlen, sich mit Kollegen/innen aus dem Handarbeitsfach Textiles Gestalten o.ä. zusammenzutun, weil diese oft Hilfsmittel wie beispielsweise Filznadeln haben und sicher auch günstige Quellen wissen für Märchenwolle oder besonderes Papier. Das ist auch gleich mein zweiter Tipp: tatsächlich mit guten Materialien zu arbeiten. Denn, wenn man mit schönem Material arbeiten kann, wird das Ergebnis eben noch besonderer, noch besser. Und vielleicht gibt es ja auch Geschäfte vor Ort oder engagierte Eltern und weitere Helfer, die hier unterstützen können. Religionslehrer allein können all das sicherlich nicht immer stemmen. Sich zusammen zu tun und Mitstreiter finden, ist immer eine gute Sache.
 
Onlineredaktion: Wird es eine Fortsetzung geben? Vielleicht ein neues Projekt?
 
MM: Wir sind derzeit in der Überlegung, eine Druckversion des Schatzkästchens herauszubringen – mit allen Anleitungen zum Basteln und für die Andachten. Wenn es so weit sein sollte, werden wir definitiv darüber informieren.
 
Ich hoffe auch, dass es gelingt, 2019/20 etwas für jüngere Kinder veröffentlichen zu können, das man in Kindertagesstätten einsetzen kann.
 
Bis dahin würden wir uns sehr über ähnliche Bastelideen freuen, die in ein neues Schatzkästchen passen. So wäre es z. B. interessant, wenn aus dem Kindergottesdienstbereich Ideen kommen würden, weil die Gestalter dort immer sehr kreativ sind und gute Ideen haben. Eine kleine Einschränkung gibt es bei diesem Wunsch allerdings: Die Bastelideen müssen in ein Schatzkästchen passen! Wenn sich aber herausstellt, dass die meisten guten Ideen zu groß für das Schatzkästchen sind, machen wir das Kästchen beim nächsten Mal einfach größer.