Per Fernkurs in den Kirchendienst Das Studium „Theologie im Fernkurs“ richtet sich an alle, die den christlichen Glauben besser verstehen möchten.

 
Seit mehr als 50 Jahren bietet die Deutsche Bischofskonferenz „Theologie im Fernkurs“ an. Das Studium soll Christen befähigen, mitzugestalten und ermöglicht den Quereinstieg in die Seelsorge. Im Erzbistum starten nun wieder Fernkursgruppen.
 
Auf dem Foto ist eine Frau am Schreibtisch vor einem Computer zu sehen. Sie schreibt etwas auf einen Block.
Wie ist die Bibel entstanden? Was war der Investiturstreit? Und warum ist die Kirche eigentlich so, wie sie ist? Diesen Fragen widmet sich das Studium „Theologie im Fernkurs“. Gerade hat das Bewertungsportal FernstudiumCheck.de hat das Angebot der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) wieder als eines der zehn besten Fernlehrinstitute des Jahres ausgezeichnet. Zentral organisiert ist das Studium bei der Domschule Würzburg. Fernkursgruppen gibt es aber in jedem deutschen Bistum. In der Erzdiözese München und Freising ist Elisabeth Dieckmann die zuständige Fachreferentin. „Christen wollen ihren Glauben verstehen und verantworten können. Aber nicht jeder kann an der Universität studieren“, erklärt die 62-jährige Theologin die Hintergründe des Fernkurses.

Theologie für alle

Zugangsbeschränkungen gibt es keine. Jeder soll Theologie im Fernkurs studieren können. Auch Protestanten und Muslime hat Dieckmann schon kennen gelernt. Lediglich ein Realschulabschluss wird empfohlen, aber auch der ist nicht Pflicht. 480 Euro kostet ein Kurs. Dafür gibt es die Materialien, die sogenannten Lehrbriefe mit jeweils 60 bis 80 Seiten, und den Zugang zu einer E-Learning Plattform sowie zum Forum und den Begleitgruppen. Insgesamt kann man bis zu vier Kurse absolvieren: Basiswissen Theologie umfasst neun Lehrbriefe, der Grundkurs Theologie 24. „Danach kann man den Aufbaukurs anschließen und zusätzlich noch einen pastoraltheologischen und religionstheologischen Kurs absolvieren“, erklärt Dieckmann.
 
Elisabeth Dieckmann, Fachreferentin für theologische Bildung
Dr. theol. Elisabeth Dieckmann ist
Fachreferentin für Theologie im Fernkurs.
Die Regelstudienzeit umfasst ein bis eineinhalb Jahren pro Kurs. Ein Theologiestudium an der Universität dauert hingegen zehn Semester, also fünf Jahre, in denen man Vollzeit studiert. Theologie im Fernkurs besteht aus kleineren Kursabschnitten, die man auch neben dem Beruf absolvieren können soll. Insgesamt ist der Fernkurs inhaltlich weniger umfangreich als das reguläre Studium. Am Ende bekommt man deshalb auch keinen universitären Abschluss, sondern ein Zertifikat. Mit dem kann man aber unter anderem einen Beruf im kirchlichen Dienst ergreifen. „Zum Beispiel als Gemeindereferentin oder Religionslehrer im kirchlichen Dienst“, erklärt Dieckmann. Männern ermöglicht das Zertifikat zudem die Ausbildung zum Diakon.

Ein Studium, kompatibel mit dem Berufsalltag

Auch Martina Mottinger will mit Hilfe des Fernkurses beruflich umsatteln. Die 52-Jährige aus Petershausen will Gemeindereferentin werden. Seit Jahren ist sie in ihrer Heimatgemeinde engagiert, „irgendwann wollte ich dann einfach noch mehr rund um meinen Glauben und meine ehrenamtliche Arbeit in der Kirche lernen“. Zwischen fünf und zehn Stunden pro Woche studiert Mottinger nun Theologie im Fernkurs. Parallel arbeitet sie weiter in ihrem Beruf beim Landwirtschaftsamt. „Manchmal wird es zeitlich eng, die Begleitgruppe hilft aber dabei, am Ball zu bleiben.“
 
Etwa zwei Mal im Monat trifft sich die Begleitgruppe von Martina Mottinger unter der Leitung von Elisabeth Dieckmann. Dann wird der aktuelle Lehrbrief gemeinsam besprochen. Meist online, teilweise aber auch im Erzbischöflichen Ordinariat in München. Da können die Fernkursteilnehmerinnen und Teilnehmer dann schon einmal ihren möglichen Arbeitgeber kennen lernen.
Allein darum, neue Mitarbeiter für die Kirche zu finden, geht es bei „Theologie im Fernkurs“ aber nicht. Elisabeth Dieckmann ist es wichtig, Christen zu befähigen, mitzureden und mitzugestalten: „Um sich aktiv zu beteiligen, muss man verstehen warum die Dinge so sind wie sie sind und Theologie im Fernkurs hilft dabei, sprachfähig zu werden.“ Empowerment ist das Stichwort. Das gilt für die Theologie und das ganze kirchliche Leben. Nur so kann der christliche Glauben weitergegeben und gelebt werden, ist die Fachreferentin überzeugt.

Niederschwelliges Reinschnuppern

Für Martina Mottinger hat sich das gelohnt. Den Grundkurs hat sie schon absolviert, jetzt besucht sie den Aufbaukurs. „Wenn bei einem Vortrag oder in der Predigt über Theologie gesprochen wird, höre ich das jetzt ganz anders.“ Das Fernstudium hat ihren Horizont sehr erweitert, betont die Studentin.

Die nächste Möglichkeit sich für „Theologie im Fernkurs“ anzumelden ist der 1. Juli. Wer sich grundsätzlich für das Fernstudium interessiert, aber nicht sicher ist, ob es wirklich zu einem passt – kein Problem: Auf der Homepage www.fernkurs-wuerzburg.de kann man einen kostenlosen Schnupperkurs besuchen.

Text: Korbinian Bauer, Redakteur beim Sankt Michaelsbund, Juni 2022
 
Theologische Bildung
Kapellenstr. 4
80333 München
Telefon: 089 2137-2067

Dr. Elisabeth Dieckmann
Fachreferentin Theologische Erwachsenenbildung 
und Theologie im Fernkurs
Telefon: 089 / 2137-2019
thif@eomuc.de
www.thif-muenchen.de

Für die Theologische Erwachsenenbildung arbeiten weitere Referentinnen und Referenten in den Landkreisen der Erzdiözese. In Kooperation mit den Katholischen Bildungswerken e.V. (eine Übersicht finden Sie hier) bieten sie theologische, spirituelle und religiöse Bildungsangebote vor Ort an.

Aktuelle Termine

Hier finden Sie aktuelle Termine des Begleitangebotes und Neuigkeiten zu Theologie im Fernkurs