Spiritualität des Pilgerns

Pilger-, Meditations- und Stationenwege im Erzbistum München und Freising
Verschiedene Phasen kennzeichnen den Ablauf eines Pilgertages oder einer mehrtägigen Pilgerfahrt.

Vorbereitung:
Der Wunsch nach einer Pilgerfahrt meldet sich immer wieder, nimmt dann konkretere Gestalt an, wenn die Entscheidung für ein Pilgerziel getroffen wurde. Die Pilgerfahrt wird geplant und organisiert. Empfehlenswert ist auch ein Gespräch mit einem vertrauten Menschen, einem Seelsorger, einer Seelsorgerin über das Motiv der Entscheidung, Pilgern gehen zu wollen.

Aufbruch:
Nach der technischen und geistigen/geistlichen Vorbereitung ist der Zeitbruch des Aufbrechens herangekommen. Abschied nehmen ist angesagt, zurücklassen des Vertrauten, zuversichtliches Aufbrechen ins Unbekannte steht an. Hilfreich für den Aufbruch ist die Bitte an Bewahrung auf dem Pilgerweg, ein Pilgersegen, ein „Gehen mit Gott“

Unterwegssein mit allen Sinnen:
Eine offene und dankbare Haltung gegenüber den Menschen auf und am Weg, so wie der Natur gegenüber, vertiefen die Erfahrungen des Unterwegsseins. Ein Gefühl der intensiven Verbundenheit mit der Schöpfung und den „Menschengeschwistern“ ringsum kann sich einstellen, ebenso können aber auch die eigenen Grenzen schmerzlich bewußt werden. Bitte und Dank kann bewußt gepflegt werden. Aber auch Schweigen und das bewußte langsame Gehen vertiefen die Erfahrung des Gehens mit allen Sinnen.

Innehalten:
Immer wieder wird der Pilger innehalten, wahrnehmen, schauen, zurückblicken oder vorausschauen. Das eigene Leben bietet sich an, genauer in den Blick genommen zu werden, aber auch all das, was sich unerwarteter Weise am Weg auftut. Mit wachem Herzen auf das zu schauen was ist, erfüllt das Innehalten. Gespräche mit anderen Pilgern können den eigenen inneren Weg unterstützen und klären helfen.

Ankommen:
Jeder Tag hat sein eigenes Ziel, jeden Tag erwünscht sich er Pilger Gastfreundschaft, Erholung und Ruhe für Leib und Seele. Aber auch die Härte des Abgewiesen werdens und ein zusätzlichens Wegstück gehört zu den Erfahrungen des Pilgerns.

Heimkehr:
Ebenso bedeutsam wie der Aufbruch ist die Heimkehr. Ein bewußtes Vorbereiten auf die Rückkehr ins bisherige Leben, ins Vertraute hilft, den Übergang gut zu schaffen. Eine Reflexion der Erfahrungen mit einem vertrauenswürdigen Menschen, einem Seelsorger, einer Seelsorgerin erleichtern die Verarbeitung der Pilgererfahrung.

Im christlichen Sinn meint gelebte Spiritualität einen steten Übungsweg, ein offenes Herz, Gottes Geist in der Welt zu entdecken und das Leben immer mehr danach auszurichten.
akm