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Leuchtturm und Anker in den Stürmen des Alltags Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Erzbistums

Ostern steht wie kein anderes Ereignis für die Überwindung von Tod und Leiden durch die Liebe Gottes und den Glauben an seine Barmherzigkeit. Die bevorstehende Karwoche ist daher ein guter Anlass, um auf ein Angebot der katholischen Kirche aufmerksam zu machen, das schon vielen Menschen über schwere Zeiten hinweggeholfen und neuen Lebensmut gegeben hat: die Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Erzbistums München und Freising.
Rund 90 Kolleginnen und Kollegen nehmen sich in den 19 Beratungsstellen des Erzbistums den Sorgen und Nöten der Menschen im Raum München und in den angrenzenden Landkreisen an. Die Mitarbeiter kommen aus den Fachrichtungen Psychologie, Sozialpädagogik und Theologie und haben zum Teil mehrjährige Zusatzausbildungen in der Ehe-, Partnerschafts-, Familien- und Lebensberatung sowie spezifische Weiterbildungen für Themen wie Sexualität und Trauma absolviert.  
 
Die Menschen wenden sich mit den unterschiedlichsten Anliegen an sie: Probleme in der Partnerschaft (Kommunikation, Sexualität, außereheliche Beziehungen, Trennungen); psychische Schwierigkeiten (Depressionen, Angststörungen, Traumata); Veränderungen in der Familie. Viele werden über das Internet und die Medien auf das Angebot aufmerksam, anderen fällt der Info-Flyer in die Hände. Sie hören über Bekannte davon oder besuchen eines der Kommunikationstrainings, die zusätzlich angeboten werden.
Portrait von Frau, lächelt freundlich im Sonnenschein
Lebensberatung hilft, den Blick nach einer Krise wieder selbstbewusst nach vorn zu richten. (Foto: imago / Westend61)

Entliebt – nach 15 Jahren Ehe!

Auch Karin M. konnte geholfen werden. Als sie in der Beratungsstelle in der Rückertstraße um einen Termin bat, hatte sich gerade ihr Mann von ihr getrennt – nach 15 Jahren Ehe. „Entliebt“ habe er sich, meinte er, um fortan mit einer neuen Partnerin zusammenzuleben. Der Bruch warf die 41-Jährige völlig aus der Bahn. Wie sollte das Leben ohne den geliebten Partner weitergehen?
 
Isabelle Überall ist sehr erfahren im Umgang mit solchen (Lebens-)Fragen. Die Therapeutin begann zunächst, die stark verunsicherte Klientin psychisch zu stabilisieren. „Sie hatte noch die Hoffnung, dass ihr Mann zurückkommen werde, und wollte nicht wahrhaben, dass die Trennung endgültig ist. Das ist typisch für solche Fälle.“ Die beiden sprachen viel über die Gefühle, die in der Klientin tobten – neben der Hoffnung auf Rückkehr war dort ganz viel Wut, Verzweiflung und Hass auf ihn. Und auf sich selbst. Es galt, den Gefühlen Raum zu geben und sie damit ein Stück weit unter Kontrolle zu bringen. Nach einigen Wochen hatte sich die Klientin beruhigt und fasste neuen Lebensmut. Sie zog in eine kleinere Wohnung, schnitt die langen Haare ab und knüpfte neue soziale Kontakte zu Menschen, die ihr guttaten. Am Ende der Therapie hatte sie genug Kraft und Selbstvertrauen, um ein neues Leben zu beginnen – und ohne den Ex-Mann glücklich zu werden.    

Die Beratung ist kostenlos, die Wartezeit kurz

Wer schon einmal versucht hat, im Raum München (und auch anderswo in Deutschland) einen bezahlbaren Therapeuten zu finden, ohne zwei Jahre lang warten zu müssen, kann ermessen, wie einzigartig dieses Angebot des Erzbistums ist. Die Beratung kostet nichts, die ersten Termine werden nach spätestens sechs bis acht Wochen vergeben. Auch sonst müssen die Klienten wenig dafür tun – außer jede Woche pünktlich zum Beratungstermin erscheinen, offen und ehrlich sein und sich mit ganzer Kraft in die Therapie einbringen. Wenn sie möchten, können sie eine freiwillige Spende an die Beratungsstelle leisten – wie oft und in welcher Höhe, liegt im Ermessen der Klienten. 

Auch die Therapeuten freuen sich über die Möglichkeit, die ihnen die Kirche bietet. „Wir haben keine Vorgaben und Beschränkungen, was die therapeutische Arbeit betrifft, und können uns voll und ganz auf die Beratung konzentrieren, ohne uns mit Verwaltungsarbeit und der ganzen Bürokratie beschäftigen zu müssen“, sagt Beraterin Anjeli Goldrian, Diplom-Psychologin, psychologische Psychotherapeutin und Kommunikationstrainerin in der Beratungsstelle in der Rückertstraße. Selbst die Konfession ist keine Voraussetzung für die Beratung. Wer möchte, kann den Glauben und die Religion außen vorlassen und wird zu keinem Zeitpunkt seitens der Therapeuten beeinflusst oder in eine Richtung gedrängt. Vielen Klienten hilft der Glaube allerdings, die Krise zu überwinden und neuen Lebensmut zu schöpfen.
Paar auf dem Sofa redet miteinander, harmonisch
Mehr Paarzeit - mehr Zeit füreinander (Foto: imago / Westend61)

Nicht nur Mutter und Vater, sondern auch Mann und Frau!

In besonders schweren Fällen bekommen die Klienten sogar innerhalb von 48 Stunden einen (Notfall-)Termin. Wie dieses Paar mittleren Alters aus einem Münchener Vorort, mit zwei kleinen Kindern und einem gemeinsam geführten Betrieb. Die beiden kamen völlig aufgelöst an, nachdem er ihr offenbart hatte, sich von ihr trennen zu wollen. Nachdem es Anjeli Goldrian gelungen war, die Frau einigermaßen zu stabilisieren und ihr Selbstwertgefühl zu stärken, richtete sie den Blick auf ihn und seine Motive. Seit der Geburt der Kinder hatte er sich wohl zunehmend einsam gefühlt, seine Frau schien ihn in der Hektik des Familienalltags komplett aus den Augen verloren zu haben. Beide mussten sich öffnen und im Beisein der Therapeutin über sich und ihre Partnerschaft sprechen, was ihnen guttat. Sie fingen damit an, sich wieder mehr Zeit füreinander zu nehmen, Sport zu treiben und achtsamer zu sein. Am Ende der rund einjährigen Therapie stand die Versöhnung und der gemeinsame Wunsch, es noch einmal zusammen versuchen zu wollen. Vor kurzem schickten sie eine Dankes-Karte an die Beratungsstelle: Es gehe ihnen gut, sie seien immer noch zusammen und sehr glücklich.
 
Anjeli Goldrian freut sich darüber: „Unser Anspruch ist es, dass alle Menschen gestärkt aus der Therapie herausgehen sollen.“ Das gelinge oft, sagt sie, aber nicht immer! „In solchen Fällen versuchen wir zumindest zu helfen, dass die Trennung fair über die Bühne geht, ohne dass einer der beiden oder die Kinder darunter leiden.“  

Text: Christian Horwedel

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