Bewegt von der Hilfsbereitschaft der Menschen Wie Orden, Pfarreien und Ehrenamtliche Geflüchteten aus der Ukraine helfen und wie sie von der Bistumsleitung finanziell unterstützt werden.

 
Der Krieg in der Ukraine bewegt die Menschen in der Erzdiözese. Viele Ehrenamtliche engagieren sich dafür, dass Geflüchtete hier gut ankommen können. Pfarreien, Ordensgemeinschaften, soziale Träger und Verbände sind ebenfalls aktiv. Die Bistumsleitung sowie die Verwaltung unterstützen die Helferinnen und Helfer mit unterschiedlichen Hilfsfonds dabei.
 
EIne Familie aus dem ukrainischen Ort Tschernihiv und einige ukrainische Schwestern, die den Geflüchteten im Landkreis Mühldorf beistehen
EIne Familie aus dem ukrainischen Ort Tschernihiv und einige ukrainische Schwestern, die den Geflüchteten im Landkreis Mühldorf beistehen
 
Jeden Sonntag findet ein Friedensgebet im Garten des Klosters statt
Jeden Sonntag findet ein Friedensgebet im Garten des Klosters statt
Tags zuvor ist es wieder spät geworden bei Sr. Margret Obereder. Die Generaloberin der Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser hat zusammen mit ihrer Ökonomin und Generalrätin Sr. Oksana Pelekh bis 23 Uhr dabei geholfen, einen Rettungswagen, der in die Ukraine überstellt wurde, mit medizinischen Hilfsgütern zu beladen.

Die Ukraine liegt den Ordensfrauen am Herzen. Sr. Margret hat selbst zwölf Jahre in Lwiw in der Westukraine gelebt, und Sr. Oksana ist Ukrainerin. Ukrainische Schwestern der Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser helfen Geflüchteten vor allem im Westen der Ukraine, aber mittlerweile auch in Irland, Deutschland und Österreich. Oft geht es neben der materiellen Hilfe um psychologische Betreuung und Gesprächsangebote für die zum Teil schwer traumatisierten Frauen und Kinder aus den umkämpften Gebieten im Osten.

Auch im Generalat der Missionsschwestern in Stadl bei Gars im Landkreis Mühldorf leben immer wieder kurzfristig neu angekommene Geflüchtete, die meist schnell in Familien in der näheren und weiteren Umgebung untergebracht werden können. Der Radius reicht mittlerweile von Gstadt am Chiemsee bis Kelheim an der Donau.

Bereits kurz nach Kriegsbeginn kamen Menschen aus der Umgebung von Kloster Stadl und brachten nicht nur Geld- und Sachspenden, sondern sie boten auch Wohnungen an“, berichtet Sr. Margret. „Das Engagement der Menschen hier und im weiteren Bekanntenkreis ist enorm groß.“

Einfach machen!

Die große Hilfsbereitschaft hier zu Lande nimmt auch P. Alfons Friedrich wahr. „Ich bin wirklich sehr bewegt von der Bereitschaft der Menschen, etwas zu tun“, berichtet der Salesianer Don Boscos, der auch Pfarradministrator im Pfarrverband München-Haidhausen ist. In diesem begehrten Stadtviertel ist es eigentlich fast unmöglich, eine Wohnung zu finden. Doch gleich nach der Ankunft der ersten geflüchteten Ukrainerinnen und Ukrainer in München haben sich bei ihm Haidhausener gemeldet und Wohnraum angeboten. Einige haben dann ihre neuen Mitbewohner selbst an der polnischen Ostgrenze mit dem eigenen Auto abgeholt. Viele Münchnerinnen und Münchner hätten nicht nur Sachspenden, sondern auch großzügige Geldspenden übergeben.
Pater Alfons Friedrich
Pater Alfons Friedrich
Bis zu 150 Ehrenamtliche engagieren sich im Pfarrverband Haidhausen für Geflüchtete, darunter manche, die mit der Kirche sonst weniger zu tun haben. Sie betreiben eine Kleiderkammer, kochen zusammen mit den Geflüchteten, organisieren Führungen durchs Stadtviertel, ermöglichen Kunsttherapie für die Kinder, kümmern sich um Kontakte mit Behörden, Kitas und Schulen. „Einfach machen! Dann passiert etwas und man kann viel bewegen“, ermutigt P. Friedrich alle, die noch überlegen, wie das gehen könnte.

Im selben Stadtviertel gibt es das Salesianum, ein Jugendwohnheim des Ordens, dem auch P. Alfons Friedrich angehört. Hier leben gerade unbegleitete minderjährige Geflüchtete aus der Ukraine und Frauen mit ihren Kindern. Auch eine Gruppe von ukrainischen Waisenkindern hat hier vorübergehend Aufnahme gefunden, zusammen mit zwei Begleiterinnen.

Die Salesianer Don Boscos haben noch an zwei weiteren Niederlassungen im Gebiet der Erzdiözese Geflüchtete aus der Ukraine aufgenommen: In Aschau am Inn, wo derzeit 86 Frauen, Kinder und alte Menschen aus der Ukraine untergekommen sind. Und in Benediktbeuern, wo sieben ukrainische Schülerinnen mit einer Lehrerin und deren Tochter sowie zwei Studentinnen untergebracht sind.

Bistumsleitung unterstützt die Helfer

Der Orden hat für seine Ukraine-Hilfe im Salesianum aus dem erzbischöflichen Katastrophenfonds 30.000 Euro erhalten, wie Martin Schopp berichtet. Er ist Leiter der Abteilung Diakonische Aufgaben im Erzbischöflichen Ordinariat und verantwortlich für die Vergabe von Geldern aus verschiedenen Hilfsfonds der Erzdiözese. „Bei uns ziehen alle an einem Strang, um den Geflüchteten zu helfen“, weiß Martin Schopp. „Die Bistumsleitung steht hinter der Hilfe und die Menschen in den Gemeinden ebenfalls.“

Das Bildungszentrum München-Fürstenried der Erzdiözese wurde ebenfalls mit einer größeren Summe bezuschusst und erhielt 40.000 Euro. Hier wohnen nun geflüchtete Drittstaatler, meist junge Afrikaner, die eigentlich in der Ukraine studieren und ebenfalls vor dem Krieg fliehen mussten. In Deutschland besitzen sie allerdings keinen privilegierten Status wie ukrainische Staatsangehörige. „Diese Geflüchteten dürfen wir nicht vergessen, denn sie leben in mindestens ebenso großer Not wie ukrainische Flüchtlinge“, betont Martin Schopp.

In allen Seelsorgsregionen der Erzdiözese engagieren sich engagierte Christinnen und Christen für Ukrainerinnen und Ukrainer hier zu Lande. Und sie unterstützen auch Hilfslieferungen in das osteuropäische Land. Die Liste der Helfer und der beteiligten Organisationen wird wöchentlich länger. Die Bayern öffnen ihre Herzen, und sie krempeln die Ärmel hoch. Die Mitmenschlichkeit hat somit schon ein Stück weit über die Kriegstreiber gesiegt.
 
Text: Gabriele Riffert, Mai 2022
 

Finanz-Hilfen von der Erzdiözese

Eine Familie aus der Ukraine ist gerade angekommen und hat noch keine Mittel zur Verfügung? Gut, wenn dann eine Pfarrei schnell und unbürokratisch helfen kann mit einem Zuschuss zum Lebensunterhalt bis die staatlichen Gelder fließen. Dass dies möglich ist, ist auch den verschiedenen Fonds der Erzdiözese zu verdanken. Neben den im Beitrag erwähnten Katastrophenfonds gibt es Fördermittel Flucht, Asyl, Migration, Integration, die zum Beispiel Dolmetscherdienste ermöglichen. 5,3 Millionen Euro an Haushaltsmitteln stellt die Erzdiözese bereit, um beispielsweise Integrationssozialarbeit zu finanzieren oder psychologische und therapeutische Hilfe zu ermöglichen.
 
Flucht, Asyl, Migration und Integration
Schrammerstraße 3
80333 München
Telefon: 089 2137 - 1366
fami(at)eomuc.de
https://www.erzbistum-muenchen.de/fami
Alois Obermaier 
Abteilungsleiter
aobermaier@eomuc.de
Tel: 089 48092-2415

Florence Choffat
Fachreferentin
Ehrenamt/Fördermittel 
fchoffat@eomuc.de
Tel: 089 2137-2387

Marianne Steinberger
Assistentin
Allgemeine Anfragen
msteinberger@eomuc.de
Tel: 089 2137-1366

Micha Pollok
Sachreferent
Kirchenasyl
Mipollok@eomuc.de  
Tel. : 089 2137 77401

Die Abteilung FAMI erreichen Sie auch wie folgt:
FAMI@eomuc.de
Tel: 089 2137-13 66
Schrammerstr. 3
80333 München