Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unseres Angebots erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
OK
Mehr Infos

„Die EU steht für Menschenbild der verantwortlichen Freiheit“

Kardinal Marx scheidet aus dem Amt des ComECE-Präsidenten und will sich weiter für Europa einsetzen
München/Brüssel, 8. März 2018. Kardinal Reinhard Marx will sich auch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt des Präsidenten der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (ComECE) dafür einsetzen, dass die Kirche das „anspruchsvolle und großartige Projekt der Europäischen Union“ positiv begleite. „Die EU und der Geist Europas stehen für ein Menschen- und Gesellschaftsbild der verantwortlichen Freiheit. Und genau dafür sollte auch die Kirche eintreten“, sagte der Erzbischof von München und Freising und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz anlässlich seiner Verabschiedung aus dem europäischen Spitzenamt am Mittwochabend in der Vertretung des Freistaats Bayern bei der EU in Brüssel.
 
Eine Wiederwahl zum ComECE-Präsidenten ist satzungsgemäß nach Ablauf der zweiten der jeweils drei Jahre währenden Amtszeiten nicht mehr möglich. Marx hatte der ComECE als Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz seit 2006 angehört, seit 2009 als deren Vizepräsident, danach seit 2012 als Vorsitzender. 
 
Der Kardinal sagte, dass ihm die Frage sehr am Herzen liege, „ob es den Europäern gelingt, ein neues Verständnis von Solidarität und Zusammenhalt in Europa zu etablieren“. Voraussetzung für eine langfristig stabile EU sei es, das Gemeinwohl im Auge zu behalten – anstatt auf den eigenen Interessen zu beharren. Papst Franziskus habe bei seiner Ansprache an die Staats- und Regierungschef der  EU anlässlich des 60. Jahrestages der Römischen Verträge betont, dass Europa eine Art sei, „den Menschen ausgehend von seiner transzendentalen und unveräußerlichen Würde zu begreifen und nicht nur als eine Gesamtheit von zu verteidigenden Rechten oder einzufordernden Ansprüchen“. Bei dieser Aufgabe hätten die Kirche und die Christen einen wichtigen Beitrag zu leisten.
 
Marx erinnerte daran, dass die EU sich in der Bewältigung von Krisen bewährt habe, aber auch heute vor großen Herausforderungen stehe. Er nannte den Brexit, die offenen Fragen in der Europäischen Asyl- und Migrationspolitik, die derzeitige Situation von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in einigen Mitgliedsländern, die soziale Kohäsion sowie die Notwendigkeit einer größeren außenpolitischen Koordinierung. Gerade angesichts der neuen Ungewissheiten innerhalb des Westens und der Ausrichtung der Trump-Administration in den Vereinigten Staaten sei aufs Neue bewusst geworden, „dass wir eine selbständigere Sicherheits- und Verteidigungspolitik in Europa benötigen“.
 
Die ComECE setzt sich aus den Delegierten der nationalen Bischofskonferenzen der Europäischen Union zusammen. Die Bischöfe der ComECE treffen sich zwei Mal pro Jahr zur Vollversammlung. Die Kommission beobachtet und analysiert politische Entwicklungen, informiert innerhalb der Kirche über Rechtssetzungen in der EU und fördert auf Grundlage der Soziallehre der Kirche die Reflektion über Herausforderungen eines vereinten Europa. (kel)

Rede von Kardinal Marx im Wortlaut
lesen Sie hier

Weitere Informationen

www.comece.eu