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Erzbistum erweitert Aufarbeitung des Missbrauchs

Umfassender Bericht für Zeitraum von 1945 bis 2019 wird erstellt und soll veröffentlicht werden
München, 27. Februar 2020. Das Erzbistum München und Freising erweitert seine Aufarbeitung der Fälle sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt. Nachdem es bereits im Dezember 2010 als erste deutsche Diözese einen unabhängigen Missbrauchsbericht vorstellte, gibt es auf diesem aufbauend nun ein neues Gutachten wiederum bei der externen Rechtsanwaltskanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl in Auftrag. Der Bericht soll veröffentlicht werden und benennen, ob die Verantwortlichen rechtliche Vorgaben sowie die Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz erfüllten und angemessen im Umgang mit Verdachtsfällen und möglichen Tätern handelten. Der Auftrag umfasst den Zeitraum von 1945 bis 2019. Grundlage des neuen Berichts sind neben dem Missbrauchsbericht von 2010 alle neuen Hinweise auf sexuellen Missbrauch durch Kleriker und weitere hauptamtliche Mitarbeitende, die seit 2010 bis Ende 2019 in den Verantwortungsbereich des Erzbistums fallen.
 
Mit der Frage nach Hinweisen auf sexuellen Missbrauch durch Kleriker und hauptberufliche Mitarbeitende der Erzdiözese oder von Ordensangehörigen, die im Bereich der Erzdiözese tätig waren, wird ab 2010 entsprechend der von da an geltenden neuen „Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ ein im Vergleich zum früheren Bericht erweiterter Personenkreis in den Blick genommen.
 
Der Weiterentwicklung dieser Leitlinien will das Erzbistum mit dem neuen Bericht ebenso gerecht werden wie dem öffentlichen Interesse an Transparenz. Andere deutsche Bistümer haben bereits Schritte in diese Richtung unternommen oder bereiten diese ebenfalls vor. Die Veröffentlichung des Berichts muss die Vorgaben des Datenschutzes erfüllen und insbesondere die Rechte und Belange der von Missbrauch Betroffenen berücksichtigen. Schließlich nimmt  der neue Bericht auch eine Evaluierung der bereits geleisteten Aufarbeitung des Missbrauchs und der Prävention im Erzbistum vor.
 
Das nun in Auftrag gegebene Gutachten stellt nicht zuletzt die Frage nach dem angemessenen Umgang mit Hinweisen auf sexuelle Übergriffe und körperliche Gewalt und soll Verantwortlichkeiten benennen. Dazu gehört auch die Prüfung, ob und in welchen Fällen eine Pflicht zur Anzeige bei den Strafverfolgungsbehörden bestand, ob eine Anzeige erstattet wurde oder kirchenrechtliche Schritte unternommen wurden. Sollte dies hingegen nicht der Fall sein, wird geprüft, ob noch Anzeige erstattet werden oder eine kirchenrechtliche Ahndung erfolgen kann. Sollten erforderliche Maßnahmen nicht ergriffen worden sein, ist zu prüfen, welche Gründe hierfür ersichtlich sind und wer hierfür verantwortlich ist. (ck/kel)
 
 
Hinweis:
Die unabhängigen Bischöflichen Missbrauchsbeauftragten sind die zentralen Erstansprechpartner für Verdachtsfälle auf sexuellen Missbrauch im Sinne der Leitlinien für den Umgang mit sexuellem Missbrauch im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz. Darüber hinaus sind sie laut Ernennungsurkunde zuständig für die Entgegennahme von Anträgen auf Leistungen in Anerkennung des Leids, das Opfern sexuellen Missbrauchs zugefügt wurde. Bei Bedarf vermitteln die unabhängigen Missbrauchsbeauftragten auch an pastorale Mitarbeitende weiter, die Opfer sexuellen Missbrauchs und körperlicher Gewalt seelsorgerisch betreuen. Gemäß der Ordnung für den Umgang mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener vom 18. November 2019 wurde im Erzbistum München und Freising ein Beraterstab eingerichtet, dem Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und mit Erfahrung und Kompetenz in der Arbeit mit Opfern sexuellen Missbrauchs angehören.
 
Die Kontaktdaten der Missbrauchsbeauftragten:
 
Kirstin Dawin
St.-Emmeram-Weg 39
85774 Unterföhring
Telefon: 089 / 20 04 17 63
E-Mail: KDawin@missbrauchsbeauftragte-muc.de


Martin Miebach
Pacellistraße 4
80333 München
Telefon: 0174 / 300 26 47
Fax: 089 / 95 45 37 13-1
E-Mail: MMiebach@missbrauchsbeauftragte-muc.de