Cookies helfen uns bei der Bereitstellung unserer Dienste. Durch die Nutzung unseres Angebots erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen.
OK
Mehr Infos

Erzbistum schafft „Zentrum für Flucht, Asyl und Integration“

Flüchtlingshilfe und Koordination von Ehrenamtlichen und Dienststellen in früherem Kapuziner Kloster
Klausurtagung der Ordinariatskonferenz – Erzdiözese bereitet sich für die Aufgabe der Integration vor
Unterstützungsportal Flucht und Asyl
München, 2. November 2015. Das Erzbistum München und Freising geht in seinen Planungen fest davon aus, dass die Betreuung und Integration von Flüchtlingen auf Jahre eine vordringliche gesellschaftliche und damit auch kirchliche Aufgabe sein wird. Aus diesem Grund werden organisatorische Weichenstellungen erforderlich sein. Bei einer ganztägigen Klausur der Ordinariatskonferenz, des obersten Leitungsgremiums in der Verwaltung der Erzdiözese, wurden Prioritäten kirchlichen Handelns definiert und erste Entscheidungen getroffen. So will das Erzbistum in München ein „Zentrum für Flucht, Asyl und Integration“ einrichten. Zudem steht bereits fest, dass auch das finanzielle Engagement noch weiter verstärkt werden soll.
   
Das „Zentrum für Flucht, Asyl und Integration“ soll in dem Gebäude des ehemaligen Kapuzinerklosters in der Tengstraße in München-Schwabing entstehen, das die Erzdiözese eigens für diesen Zweck übernehmen wird. Die wichtigste Funktion des Zentrums soll in der Koordination und subsidiären Unterstützung für ehrenamtliche Helfer und für kirchliche Dienststellen bestehen. Es soll ein Ort der Kommunikation, Begegnung und Information sein, an dem auch Schulungen oder Konferenzen möglich sein sollen. Gemeinsam mit dem diözesanen Caritasverband und den in der Flüchtlingsarbeit aktiven katholischen Fachverbände soll so ein Ort der Vernetzung des katholischen Engagements für Flüchtlinge entstehen. Die aktiven Verbände und Institutionen sind eingeladen, im Zentrum Beiträge zu einer gelingenden Arbeit mit Flüchtlingen und zur Integration anzubieten.
   
In dem an die Josephskirche angrenzenden ehemaligen Klostergebäude soll es zudem auch direkte Hilfen für Flüchtlinge geben. Erste Überlegungen der Ordinariatskonferenz zielen darauf, in dem Haus etwa Räume für Beratung, Begegnungen, Kontaktbörsen, Konferenzen, Kinderbetreuung oder auch eine rund um die Uhr erreichbare Anlaufstelle einzurichten. Auch an eine Küche und Essenräume sowie die Bereitstellung von Notschlafplätzen wird gedacht. Entsprechende finanzielle Mittel für die Umsetzung sollen im Haushalt des kommenden Jahres bereitgestellt werden.
 
An der Klausurtagung der Orindariatskonferenz nahm auch eine Vertreterin der Flüchtlingshilfe der Caritas Tirol in der benachbarten österreichischen Diözese Innsbruck teil. Ziel einer Vernetzung mit angrenzenden Diözesen ist der Erfahrungsaustausch und die gegenseitige Unterstützung in der Bewältigung der anstehenden Aufgaben in allen caritativen und seelsorglichen Anstrengungen sowie in Maßnahmen zur Integration der Flüchtlinge in die jeweilige Gesellschaft.
 
Zudem wurden konkrete Arbeitsaufträge für die verschiedenen Ressorts im Erzbischöflichen Ordinariat vergeben. Insbesondere sollen die Pfarreien mit ihren Ehrenamtlichen vor Ort in ihrem breiten und vorbildlichen Engagement in der Flüchtlingskrise stärker unterstützt werden, um ihnen ein zielgerichtetes und noch selbständigeres Handeln zu ermöglichen. So soll beispielsweise ein Leitfaden erstellt werden, der die wichtigsten Punkte zur Vergabe von Räumen zusammenfasst. In Kürze sollen die Pfarrgemeinden in einem Rundschreiben über rechtlich relevante Regelungen etwa zu Fragen des Steuer- und Arbeitsrechts oder des Kinderschutzes informiert werden.
 
Die für Seelsorge, Ökumene und interreligiöse Fragen zuständigen Ressorts sollen Überlegungen zu interreligiösen und interkonfessionellen auch öffentlichen Formen des Gebets vorlegen. Im gemeinsamen Gebet etwa mit Muslimen und orthodoxen Christen sieht die Erzdiözese eine wichtige Aufgabe und eine Chance, die Menschen zusammenzuführen und in die Gesellschaft hinein Zeichen zu setzen. Das Seelsorgeressort soll sich zudem um die verstärkte Unterstützung und Begleitung von Helferkreisen kümmern. (kel)