„Gemeinsam auf dem Weg“

Landeskomitee fordert breitere Beteiligung von Laien an Entscheidungen in Kirche
München, 17. April 2021. Mit Blick auf den Synodalen Weg, aber auch darüber hinaus, fordert das Landeskomitee der Katholiken in Bayern mehr Partizipation für Laien in der Kirche. Entscheidungsfindungen müssten „in den Pfarrgemeinden, Seelsorgegemeinschaften und Dekanaten, aber auch in den Diözesen sowie auf den interdiözesanen Ebenen möglichst breit angebahnt werden“ und neben den hauptamtlich Beschäftigten seien „auch die Gremien des Laienapostolats, Verbände, freie Initiativen und letztlich alle Gläubigen an Planungen, Entscheidungen und Handlungen der Kirche maßgeblich zu beteiligen“, heißt es in einer auf der Frühjahrsvollversammlung der katholischen Laien debattierten Beschlussvorlage mit dem Titel „Gemeinsam auf dem Weg“. Der Entwurf wurde in seinem Kernanliegen einstimmig gutgeheißen, die Verabschiedung der Erklärung jedoch aus Zeitgründen vertagt.  

Der Textarbeit waren Impulsreferate von Ursula Nothelle-Wildfeuer, Professorin für Christliche Gesellschaftslehre an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau, und Pater Bernd Hagenkord SJ, Geistlicher Begleiter des Synodalen Weges, vorausgegangen. Nothelle-Wildfeuer gab unter dem Titel „Macht.Partizipation.Kirche?!“ zu bedenken: „Die Forderung nach Partizipation in der Kirche ist kein Resultat des Zeitgeistes oder ein Anpassen an ihn, sondern das Bemühen um die Realisierung der Botschaft des Evangeliums.“ Gleichberechtigte Teilhabe aller Gläubigen könne Ausdruck einer Kirche ein, „die ihrem eigenen Menschenbild folgt und jedem Menschen gerechte Anerkennung zusagt“. Strukturiert werden solle Partizipation nicht nach „Hierarchiestufe oder Weihegrad, sondern nach Kompetenz“. 

Pater Hagenkord sprach unter dem Titel „Streit, Debatte, Gebet: Räume des Geistlichen“ über den Synodalen Weg als geistlichen Prozess. „Der Synodale Weg ist dazu da, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, damit das Evangelium wieder neu an die Menschen herankommt und Wurzeln schlagen kann“, so Hagenkord. Dabei könne nicht allein das Gebet ein Ort des Geistlichen sein. „Für mich ist das Geistliche eben nicht etwas Frommes oder gar Frömmelndes, sondern der Streit, die Debatte und das Gebet sind Dinge, die im Kern zum Synodalen Weg dazugehören, wenn er ein kirchlicher, christlicher Weg sein will. Auch eine demokratisch organisierte Debatte kann geistlich sein.“ Wichtig sei aber, nicht zu taktieren, sondern konstruktiv, ehrlich und transparent miteinander umzugehen.

In der Diskussion über die Referate wurde breite Zustimmung für den Synodalen Weg deutlich gemacht, wobei zugleich darauf hingewiesen wurde, dass die Diskussionen in den Synodalforen immer wieder transparent gemacht werden müssten und für einen erfolgreichen Verlauf die Mehrheit aller Gläubigen umfassend und ausgewogen informiert und einbezogen werden müsse. (hs)