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Kardinal Marx: „Arme sollen selbstverständlich dazugehören“

Rundfunkansprache von Erzbischof Marx zum Caritas-Sonntag
München, 17. März 2019. In der Caritas, der Liebe, gehe es nicht allein um Wohltätigkeit oder freiwillige Dienste, hat Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, in einer Rundfunkansprache am 17. März, 10.35 bis 11 Uhr, im Radioprogramm Bayern 1 erläutert. Diese ist in der Katholischen Morgenfeier anlässlich des Caritas-Sonntag und zur Caritas-Frühjahrssammlung gesendet worden. Vielmehr sollten die Armen selbstverständlich dazugehören und ein unersetzlicher Teil des Zusammenlebens in der Welt und im kirchlichen Miteinander sein. Es gehe darum, „die Liebe vor dem Markt zu bewahren, die Armen nicht zu Objekten unserer Hilfsbereitschaft zu machen, die Zuwendung nicht zum Tauschgeschäft unseres schlechten Gewissens verkommen zu lassen“, so Marx.
 
Diese Haltung könne man von Papst Franziskus lernen, für den die Nähe zu den Armen ein wesentlicher Charakterzug der Kirche sei. Daher habe er den „Welttag der Armen“ eingerichtet. Papst Franziskus rede Armut nicht schön, hebt Marx hervor. „Im Gegenteil: Die Armut schreit zum Himmel! Und im Schrei der Armen wird allen Menschen immer wieder zu Ohren gebracht, dass die Welt eben nicht gut ist, so wie sie ist.“ Es liege an jedem einzelnen, die „Globalisierung der Ungerechtigkeit zu überwinden, sich für das Miteinander zu öffnen, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen“, so der Erzbischof von München und Freising.
 
Als ein Beispiel für das Wirken der Caritas nannte Marx deren Einsatz im US-amerikanischen San Diego an der Grenze der USA zu Mexiko. „Schon seit vielen Jahren flüchten über diese Grenze Menschen aus Südamerika in die Vereinigten Staaten. Darunter sind auch besonders viele Kinder und Jugendliche, die häufig auf der Flucht ihre Eltern verlieren. Ihnen versucht die Caritas zu helfen, damit sie die Traumata der Flucht überwinden können und eine neue Chance bekommen, um ihr Leben eines Tages wieder eigenständig und mit Freude zu führen“, berichtet der Erzbischof von München und Freising. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas würden fast täglich mit dem Schicksal von Menschen konfrontiert, „die alles verloren haben, auch ihre Hoffnung“. Ob diese Menschen Christen seien oder nicht, spiele keine Rolle für die Hilfe. Ein Satz, der ihm dort gesagt wurde, habe sich ihm als Merksatz eingeprägt: „Wir helfen ihnen nicht, weil sie Christen sind. Sondern weil wir Christen sind.“
 
Jesus habe seine Jünger nicht zum Herrschen, sondern zum Dienen berufen. „Zum Dienst besonders an den Ärmsten“, so Marx. „Unsere Aufgabe ist nicht abhängig davon, ob ein Mensch in Not an Christus glaubt oder nicht. Nicht sein Glaube ist entscheidend. Sondern mein Glaube“, hebt Marx in der Rundfunkansprache hervor. „Entscheidend ist hinzusehen, wenn ein Anderer mich braucht. Das schafft jeder auf die ihm mögliche Weise. Wer keine Zeit einsetzen kann, kann auch durch eine Spende helfen“, erklärt Marx und wirbt damit für die Caritas-Frühjahrssammlung.
 
Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, sammelt die Caritas Spenden an den Haustüren und auf den Straßen. Tausende ehrenamtlicher Sammlerinnen und Sammlern sind unterwegs und bitten um eine Spende. Die Kirchenkollekte am Caritassonntag, 17. März, kommt der Caritas zugute. Von 18. bis 24. März findet die Haus-, von 22. Bis 24. März die Straßensammlung statt. Die Spendengelder der Caritassammlung kommen zu 60 Prozent der Caritas in der Region und zu 40 Prozent der Pfarrgemeinde vor Ort zugute. Sowohl die Caritas wie auch die Pfarrei können mit den Spenden hilfsbedürftige und notleidende Menschen in der jeweiligen Region unterstützen. (glx)