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„Kirche ist da, um von Gott zu reden – zu allen Menschen“

Kardinal Marx ruft dazu auf, Probleme anzupacken und sich zugleich auf den Kernauftrag der Kirche zu besinnen
München, 3. Juni 2019. Angesichts von Missbrauchskrise und zurückgehenden Mitgliederzahlen ruft Kardinal Reinhard Marx dazu auf, die Probleme der Kirche „intensiv anzupacken“ und sich zugleich auf den Kernauftrag zu besinnen: „Kirche ist da, um von Gott zu reden, und zwar zu allen Menschen. Kirche ist nicht für sich selbst da, sondern für die Welt, für die Menschen in der Nähe und in der Ferne“, so der Erzbischof von München und Freising in einem Radiobeitrag für die Sendereihe „Zum Sonntag“ des Bayerischen Rundfunks, der am Samstag, 1. Juni, gesendet wurde.
 
Kardinal Marx zeigt Verständnis dafür, „dass es eine große Enttäuschung vieler Menschen gibt über das Handeln der Verantwortlichen in der Kirche“. Die Kirche habe viel Vertrauen  verloren und ihr Ansehen habe stark gelitten. Es sei höchste Zeit, „Probleme offensiv und zielgerichtet zu lösen“. Bei der Bewältigung dieser Aufgabe müsse aber klar sein, dass es „nicht darum geht, Vertrauen oder Ansehen wiederzugewinnen um unserer selbst willen“. Es gehe nicht um die Erhaltung von Strukturen oder Macht. „Es geht doch um Gott. Das ist der Punkt“, betont Marx.
 
Der Erzbischof lenkt in dem Radiobeitrag den Blick auch auf „die andere Seite von Kirche“, auf das starke Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen: „von Kirchenmusikern, Mesnern, Pfarrsekretärinnen, von Erziehern und Lehrerinnen, von Ärztinnen und Pflegekräften, von Seelsorgern und Seelsorgerinnen, von Ordensleuten, von Mitarbeiterinnern der Caritas, in den Verwaltungen und in vielen anderen Berufsfeldern“, sowie von den unzähligen Menschen, „die aus persönlicher Motivation, aus ihrem Glauben heraus und als Teil dieser großen Gemeinschaft Kirche unfassbar viel Gutes bewirken“. Es sei bedauernswert, dass das Engagement dieser Frauen und Männer, Kinder und Jugendlichen oft in den Hintergrund gerate, und es sei falsch, zu behaupten, „dass Kirche nicht lebendig ist“. Deshalb werde man auch „im geplanten Synodalen Weg gemeinsam überlegen, wozu die Kirche da ist und was wir überhaupt meinen, wenn wir von Kirche sprechen“, sagt Kardinal Marx.
 
Schließlich seien alle Menschen, die sich zu dieser Gemeinschaft bekennen, gleichermaßen Kirche. „Mir ist es wichtig, diese Perspektive wieder deutlicher zu machen. Dann können wir auch die konkreten Probleme besser angehen“, so Marx. (ck)