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Marx: Trotz „Social Distancing“ Gemeinschaft stärken

Erzbischof von München und Freising ruft in Radiobeitrag zu Verantwortung füreinander auf
München, 5. Juni 2020. Vor dem Dreifaltigkeitssonntag lenkt Kardinal Reinhard Marx den Blick auf den „Geist der Dreifaltigkeit“, der auch der „Geist des christlichen Menschenbildes“ sei, „den wir als Christen in diese Gesellschaft einbringen können“. In diesem Bewusstsein „können wir das Gemeinschaftliche stärken, gerade in Zeiten von ,Social Distancing‘ und Abstandsregeln“, so der Erzbischof von München und Freising in einem Radiobeitrag für die Reihe „Zum Sonntag“ des Bayerischen Rundfunks, der am Samstag, 6.  Juni, gesendet wird. Die „geteilte Sorge füreinander“ schaffe ein neues Miteinander und „unsere geteilten Krisen-Erfahrungen können den Blick dafür schärfen, das Leben in einem umfassenderen Sinn zu sehen und in der Balance von Ich und Wir zu entfalten“.
 
Marx verweist in seinem Beitrag auf Worte aus dem Brief des Apostels Paulus an die Korinther: „Kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden!“ Dieser 2000 Jahre alte Appell, so Marx, wirke derzeit so aktuell, dass man ihn „vielleicht auch in einer Talkshow hören, in Reden von Politikern und Virologen, in Schulen und KiTas oder auch in der Warteschlange im Supermarkt“ verorten könnte. Nachdem die ersten umfassenden Lockerungen zum Tragen kommen und „wir uns langsam wieder daran gewöhnen, mehr Freiheit aber auch mehr Verantwortung zu tragen“, sei spürbar: „Die ,alte‘ Ordnung aus den Zeiten vor Corona gilt nicht mehr so richtig, ein neuer Weg ist noch nicht wirklich gefunden, immer noch ändert sich Vieles“, so der Kardinal.
 
Dabei werde deutlich, dass die Coronapandemie kein kurzlebiges Phänomen sei, sondern unser Leben vermutlich noch länger beeinflussen werde. Die Krise habe „das Leben der Einzelnen und unserer Gesellschaft in mancher Hinsicht unruhiger, unsicherer, ja vielleicht sogar chaotischer gemacht“, so Marx. Die aktuellen Regeln, Vorgaben und Empfehlungen seien deshalb „wichtig geworden, damit bei aller persönlichen Freiheit und Verantwortung nicht das Gemeinschaftliche aus dem Blick gerät und diejenigen, um die wir uns sorgen“.
 
Damit möglichst alle Menschen umfassende Freiheit genießen könnten, „brauchen wir Solidarität und Rücksichtnahme, wir brauchen eine gesellschaftliche Ordnung und die Möglichkeit, Verantwortung zu tragen für uns und andere“. Aktuell könne es für ein gutes Zusammenleben „auch angebracht sein, auf scheinbar Selbstverständliches hinzuweisen, so wie es Paulus tut“. Und wie in der Gemeinde von Korinth gehe es auch in der derzeitigen Lage „nicht um Vorschriften und Regeln um ihrer selbst willen, sondern um so unsere Gesellschaft – und im Fall der Pandemie die Weltgemeinschaft – zu schützen und zu stärken“, macht Marx klar. (hs)