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Weltweites Interesse an bayerischen Kirchenarchivalien

Mehr als 200.000 Aufrufe in einem Jahr Digitales Archiv des Erzbistums München und Freising
München, 29. Juli 2020. Vor einem Jahr startete das Archiv des Erzbistum München und Freising sein umfangreiches Online-Angebot mit Findbüchern, die über vorhandenes Aktenmaterial informieren, Forschungsanleitungen und digitalisierten Archivalien. Ein Jahr später ist die Bilanz überaus positiv: Rund 38.000 Nutzer haben das Digitale Archiv des Erzbistums mehr als 200.000 Mal aufgerufen. Die Zahl der Archivnutzer hat sich damit gegenüber der Zeit, als der Lesesaal in der Münchner Innenstadt noch ausschließlich persönlich aufgesucht werden musste, mehr als verzehnfacht – den virtuellen Lesesaal besuchen jetzt pro Tag ebenso viele Interessierte wie früher im Monat den realen. Zugriffe von allen fünf Kontinenten sind inzwischen verzeichnet. Nach den Nutzern aus Deutschland, die mit über 30.000 deutlich an der Spitze liegen, kommen die meisten aus Österreich (2.750) und den USA (1.600). „Sogar aus China und Australien nutzen Interessenten unser Digitales Archiv. Viele von ihnen suchen in den historischen Pfarrmatrikeln wohl nach ihren bayerischen Vorfahren“, vermutet Archivleiter Michael Volpert, der das Digitale Archiv konzipiert hat und dessen weiteren Ausbau betreut.
 
Die Zahl der online zur Verfügung stehenden Seiten hat sich binnen eines Jahres von etwa vier Millionen auf rund 5,5 Millionen gesteigert. Erst kürzlich ist der wichtige und umfangreiche Bestand der „Realia“ online gestellt worden. Das sind Sachakten der Bistumsverwaltung, die weder Pfarreien noch Personen, sondern unterschiedlichste Sachthemen im Zeitraum aus den Jahren um 1600 bis 1880 betreffen – von der Priesterausbildung und der Einführung neuer Gesangbücher bis hin zum Umgang mit unehelichen Müttern oder zur Beteiligung des Klerus an der Wilderei. Bis Ende 2020 sollen schrittweise rund eine Million weitere digitalisierte Seiten dazukommen, vor allem Unterlagen über die Pfarreien des Erzbistums.
 
Archivleiter Michael Volpert geht von einer weiter steigenden Relevanz des Digitalen Archivs gerade in Zeiten von Corona aus: „Wir sind froh, dass wir diesen großen Schritt rechtzeitig getan haben. Denn unsere Nutzer konnten somit fast unbeeinträchtigt weiterarbeiten.“ Auch an der Universität München wurden bei mehreren digitalen Lehrveranstaltungen im Sommersemester die Möglichkeiten der Online-Archivnutzung vorgestellt. Das neue Angebot ermöglicht den Studierenden unter anderem, digitalisierte Archivalien für Seminar- und Abschlussarbeiten zu nutzen. Eine weitere digitale Neuerung ist für den Herbst dieses Jahres geplant, wenn das Archiv und die Bibliothek der Erzdiözese München und Freising virtuell ein bevorstehendes Jubiläum einleiten: Eine umfangreiche Online-Ausstellung führt auf den 200. Geburtstag des Erzbistums in seinen heutigen Grenzen hin, der 2021 begangen wird.
 
Der kostenfreie Zugang zum Digitalen Archiv erfolgt über die Website von Archiv und Bibliothek des Erzbistums München und Freising unter www.erzbistum-muenchen.de/archiv-und-bibliothek. Die Pfarrmatrikeln sind zusätzlich auch über das Portal https://data.matricula-online.eu/de/ zugänglich. (hs)