Du fehlst mir so ... Wie Familien die Erinnerung an ihre Verstorbenen lebendig halten können

Der Tod eines geliebten Menschen verändert alles. Die Hinterbliebenen müssen sich ganz neu zurechtfinden. Sie versuchen, den Verlust zu akzeptieren und ihr Leben ohne den Verstorbenen zu meistern. Helfen kann es, die Erinnerung an die Beziehung zu dem geliebten Menschen bewusst zu suchen. Gespräche mit der Familie und mit Freunden, das Betrachten von Fotos oder das besondere Andenken an Gedenk- und Festtagen tragen dazu bei, den Verstorbenen nicht zu vergessen – und geben den Trauernden Halt in ihrem neuen Leben ohne ihn.
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An den Feiertagen tut der Verlust besonders weh. Familien können ihrer Trauer Raum geben, indem sie ihrer Verstorbenen bewusst gedenken. (Foto: imago/epd)

Der Toten gedenken - auch und besonders zu Weihnachten

Die Erinnerung an liebe Verstorbene wird an Gedenk- und Festtagen besonders lebendig. Zum Beispiel an den Weihnachtsfeiertagen. Kann, soll, darf ich ohne die geliebte Mama oder Schwester, den geliebten Papa oder Bruder “normal“ Weihnachten feiern?, fragen sich die Hinterbliebenen vielleicht. Oder: Wie kann ich mit meinen Kindern und Enkeln feiern, ohne ihre Freude über das Fest durch meine Trauer um den Verstorbenen zu trüben? Wichtig ist: Auch und gerade an solchen besonderen Tagen geht es darum, dass die verstorbenen Angehörigen gewissermaßen in der Familie „dabei sein“ sein dürfen – in Gedanken und im Herzen. Gleichzeitig darf das Leben der Hinterbliebenen sein Recht bekommen, dazu kann auch feiern gehören!

Diese Anregungen helfen vielleicht dabei:

Trauer, Tod, Weihnachten, Kerze
Einer fehlt. Die ausgeblasene Kerze symbolisiert, dass ein Platz leer bleibt. (Foto: imago/Blickwinkel)
  • Schneiden Sie aus Ihrem Tannenbaum einen Ast, so dass eine Lücke entsteht. Den herausgeschnittenen Ast bringen Sie dann aufs Grab.
  • Legen Sie ein Symbol für den Verstorbenen oder die Verstorbene auf den Gabentisch: etwas, was er oder sie besonders geliebt hat, ein „altes“ Weihnachtsgeschenk… Erzählen Sie den anderen, was Ihnen dazu einfällt, und legen Sie es dann an die Krippe als Zeichen dafür, dass Sie den Toten vertrauensvoll in Gottes Hände geben.
  • Zünden Sie eine der Kerzen am Tisch oder am Tannenbaum bewusst nicht an – als Zeichen dafür, dass Ihnen das Licht des Verstorbenen/der Verstorbenen fehlt.
Stark wie der Tod ist die Liebe.
Hoheslied 8,6


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Das Vermächtnis des Toten würdigen und trotzdem im Jetzt leben. Das ist nicht einfach. (Foto: imago/epd)

Im Alltag die Verstorbenen in Ehren halten

Manche Familien versuchen, aus Treue zum Verstorbenen nichts zu verändern. Damit ist jedoch weder dem Verstorbenen noch den Hinterbliebenen geholfen. Hilfreicher ist, miteinander darüber zu reden, was das Vermächtnis des Toten ist und wie es gewürdigt werden kann. Das ist nicht immer einfach. Die folgenden Ideen können dabei helfen. 

  • Sprechen Sie mit Ihrem Verstorbenen, wenn Sie sein Grab besuchen oder auf sein Bild in Ihrer Wohnung schauen. Vielleicht spüren Sie dabei eine besondere, innere Verbindung zu ihm.
  • Zünden Sie für Ihren Verstorbenen zu Hause, auf seinem Grab oder in einer Kirche eine Kerze an.
  • Backen oder kochen Sie manchmal etwas nach einem alten Rezept, das vom Verstorbenen stammt, oder essen Sie ganz bewusst in seinem Andenken eines seiner früheren Lieblingsgerichte.

Trauer, Erinnerung, Tod
Wie mit dem Verlust umgehen? Was tun, wenn Schuldgefühle oder ungeklärte Konflikte quälen? Weitere hilfreiche Anregungen, Gebete und Gedanken zum Thema finden Sie in der Broschüre „Du fehlst mir so …. Wie Familien die Erinnerung an ihre Verstorbenen lebendig halten können", herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung (AKF). Die Broschüre kann bestellt werden unter http://www.ehe-und-familie.info/anregungen_materialien-paare-familien.php