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Gedenken an 75. Weihetag von Karl Leisner

Eucharistiefeier für den im KZ Dachau zum Priester geweihten Seligen
München/Dachau, 16. Dezember 2019. Im Gedenken an den einzigen Priester, der in einem nationalsozialistischen Konzentrationslager geweiht wurde, den Seligen Karl Leisner, feiert Kardinal Reinhard Marx am Sonntag, 22. Dezember, um 9 Uhr einen Gottesdienst in der Klosterkirche des Karmels Heilig Blut (Alte Römerstraße 91), das an das Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau angrenzt. Leisner aus dem Bistum Münster war 75 Jahre zuvor, am 17. Dezember 1944, durch den ebenfalls im KZ Dachau inhaftierten Bischof von Clermont, Gabriel Piguet, heimlich geweiht worden. Kardinal Marx, Erzbischof von München und Freising, wird bei der Eucharistiefeier den Bischofsstab tragen, den Piguet bei der Weihe Leisners trug.
 
Der am 28. Februar 1915 in Rees am Niederrhein geborene Leisner war bereits Diakon gewesen, als er 1939 wegen einer kritischen Äußerung über die Nationalsozialisten verhaftet und 1940 zunächst ins KZ Sachsenhausen, später ins KZ Dachau gebracht worden war. Bischof Piguet spendete Leisner dort in der Kapelle in Block 26 das Sakrament, wo der Neupriester am 26. Dezember 1944 auch seine erste und einzige Heilige Messe feierte. Die Heiligen Öle und weitere für die Weihe erforderliche Gegenstände hatte die 20-jährige Schwesternschülerin und Postulantin bei den Armen Schulschwestern, Josefa Mack, zuvor vom damaligen Erzbischof von München und Freising, Kardinal Michael Faulhaber, bei einem Besuch erhalten. Über einen inhaftierten Priester, der in einem Laden des KZ Produkte aus dessen Kräutergarten verkaufen musste, schmuggelte Mack die Utensilien in das KZ. Andere Häftlinge hatten in den Handwerksbetrieben, in denen sie arbeiten mussten, Stab, Ring und Mitra für Bischof Piguet hergestellt.
 
Nach der Befreiung des Konzentrationslagers wurde Leisner, der aufgrund der Entbehrungen während der nationalsozialistischen Verfolgung schon Jahre zuvor schwer erkrankt war, 1945 in das Lungensanatorium der Barmherzigen Schwestern nach Krailling gebracht. Dort starb er am 12. August 1945. Auf dem Gelände des Waldsanatoriums in Krailling erinnert ein Denkmal an Leisner. Papst Johannes Paul II. sprach ihn am 23. Juni 1996 in Berlin selig. (kbr)

Hinweis:
Medienvertreter, die über den Gottesdienst berichten möchten, werden um Anmeldung gebeten per E-Mail an pressestelle@erzbistum-muenchen.de oder unter Telefon 089/2137-1263.