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Internationale Tagung zur Prävention von Missbrauch

Generalvikar Beer fordert Ausrichtung auf systemische Ursachen
München, 23. Mai 2019. Die Präventionsarbeit in der katholischen Kirche muss nach Worten des Generalvikars des Erzbischofs von München und Freising, Peter Beer, stärker auf die systemischen Ursachen sexuellen Missbrauchs ausgerichtet werden. „Die Zeit für Veränderungen drängt“, sagte Beer am Donnerstag, 23. Mai, zur Eröffnung der „Deutschsprachigen Konferenz zur Prävention sexualisierter Gewalt im Bereich der katholischen Kirche“ in München. „Jeder vertane Tag in Sachen Prävention ist auch ein vertaner Tag im Blick auf den optimalen Schutz für die der Kirche anvertrauten Menschen und bedeutet letztlich auch ein weiteres Stück Glaubwürdigkeits- und Vertrauensverlust“, mahnte der Generalvikar. An der zweitägigen Konferenz nehmen zahlreiche Vertreter aus Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien, Luxemburg und Polen teil.
 
Beer regte an zu überprüfen, die Rolle der Präventionsbeauftragten mit „Anhörungsrechten, Informationspflichten und Mitbestimmungsmöglichkeiten“ zu stärken. „Können zum Beispiel Präventionsbeauftragte mit Konsequenz melden, wenn ein Regens Präventionsmaßnahmen im Seminar ablehnt oder durch den Hinweis auf eigene Bemühungen klein zu reden versucht?“ Der Generalvikar schlug ebenso vor, Präventionsbeauftragte etwa als Stabsstelle auf der Leitungsebene zu verorten, Prävention zum festen Bestandteil der bischöflichen Visitationsordnung zu machen und die Präventionsteams durch unterschiedliche berufliche Qualifikationen auch unter Einbeziehung externer Experten zu stärken. 
 
Die Notwendigkeit einer systemischen Betrachtung der Präventionsarbeit selbst ergebe sich „alleine schon aus der kaum zu bestreitenden Tatsache, dass das Phänomen Missbrauch im Verantwortungsbereich der Kirche wahrscheinlich auch auf systemische Ursachen zurückzuführen“ ist, sagte Beer. „Will Präventionsarbeit in einem solchen Kontext effektiv und effizient sein, muss sie sich ihrer eigenen systemischen Voraussetzungen nicht nur bewusst sein, sondern damit auch aktiv umgehen.“ 
 
Im Rahmen der Tagung hielt unter anderem der Jesuitenpater Hans Zollner,  Mitglied der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, Leiter des Centre for  Child Protection und einer der führenden Experten der katholischen Kirche auf diesem Gebiet, einen Vortrag über Prävention. Die Vorsitzenden der Deutschen und der Schweizer Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx und Bischof Felix Gmür, wurden zu einer Podiumsdiskussion erwartet. (kel)