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Orts- und Pfarrgeschichte Quellen in Archiv und Bibliothek des Erzbistums


Index

 
Quellen

1. Grundsätzliches

Das Archiv verwahrt die Unterlagen, die bei der Aufsichtstätigkeit der Diözesanverwaltung des Erzbistums München und Freising sowie deren Vorgängerbehörden in Hinblick auf die jeweils zugehörigen Pfarreien entstanden sind.
 
Für eine Recherche ist notwendig:
  • Identifizierung der Pfarrei, zu der ein Ort zum jeweiligen Zeitpunkt gehörte
Hilfsmittel zur Orts- und Pfarreiensuche finden Sie hier
 
  • Identifizierung der bischöflichen Oberbehörde, der eine Pfarrei zum jeweiligen Zeitpunkt unterstand
      • Archidiakonat Baumburg
      • Archidiakonat Gars
      • Archidiakonat Chiemsee
      • Bistum Chiemsee
 

2. Bistumsbeschreibungen

In unregelmäßigen Abständen wurden als Grundlage für die Verwaltung Beschreibungen des gesamten Bistums bzw. aller Pfarreien im Bistum angefertigt.
 
 

2.1. Bistum Freising

 
 

2.2. Erzbistum Salzburg

 
 

2.3. Erzbistum München und Freising

  • Martin von Deutinger: Tabellarische Beschreibung des Bisthums Freysing nach Ordnung der Decanate, München 1820 Link (alternativer Link
  
 

3. Pfarrakten

3.1. Ältere Pfarrakten (16. Jh. bis ca. 1880, teilweise bis 1944)

Die Akten wurden von der jeweils zuständigen kirchlichen Oberbehörde im Hinblick auf die ihr zugeordneten Pfarreien angelegt und finden sich im Bestand der jeweiligen kirchichen Behörde unter "Lokalia".

Parallel kann auch über die alternative Beständeübersicht zu den Pfarrakten (in Bearbeitung, derzeit verfügbar A-M) zugegriffen werden.
 
Sie beinhalten Unterlagen zu verschiedenen Themen mit Pfarreibezug, die von der Oberbehörde behandelt wurden und im 19. Jahrhundert nach einem einheitlichen Schema geordnet wurden.
 
 

3.2. Jüngere Pfarrakten (ab 1944)

Die Akten enthalten Unterlagen mit Bezug auf die Pfarrei von folgenden Stellen:
  • Generalvikariat (u.a. Errichtung von Seelsorgestellen, Pfarrbeschreibungen, Stellenbesetzung)
  • Weihbischof (Visitation)
  • Erzbischöfliche Finanzkammer (bis ca. 1970)
  • Baureferat (bis ca. 1970)
Bitte beachten Sie: Die Akten werden derzeit bearbeitet und sind voraussichtlich ab 2020 zugänglich
 
 

4. Klosterakten

Die Akten wurden von der jeweils zuständigen kirchlichen Oberbehörde im Hinblick auf die in ihrem Gebiet liegenden Klöster und Ordensniederlassungen angelegt. Sie behandeln nur solche Themen des Ordenslebens, mit denen sich die bischöfliche Oberbehörde aufgrund ihrer Zuständigkeiten befasste. Dazu zählen (nach Orden z.T. unterschiedlich):
  • Gründung von Ordensniederlassungen
  • Aufnahme von Ordensmitgliedern
  • Wahl von Vorstehern
  • Visitationen
  • Besitzverwaltung
  • Säkularisation 1802/03
Bitte beachten Sie: Die Akten werden derzeit bearbeitet und sind voraussichtlich ab 2021 zugänglich

 

5. Stiftsakten

Die Akten wurden von der jeweils zuständigen kirchlichen Oberbehörde im Hinblick auf die in ihrem Gebiet liegenden Kollegiatstifte angelegt. Sie behandeln nur solche Themen, mit denen sich die bischöfliche Oberbehörde aufgrund ihrer Zuständigkeiten befasste. Dazu zählen:
  • Gründung und Statuten von Kollegiatstiften
  • Aufnahme von Kanonikern
  • Bestellung von Dignitären
  • Visitationen
  • Besitzverwaltung
  • Säkularisation 1803
Bitte beachten Sie: Die Akten werden derzeit bearbeitet und sind voraussichtlich ab 2021 zugänglich
 
 

6. weitere Ortsakten

  • Akten der Erzbischöfe von München und Freising zu Klöstern und Stiften (1821-1917)
Bitte beachten Sie: Die Akten werden neu bearbeitet, das Findmittel ist voraussichtlich ab 2020 online zugänglich. Zuvor ist eine Nutzung nur auf Anfrage möglich!
 
  • Bauakten: Akten der diözesanen Bauverwaltung mit Bezug auf kirchliche Gebäude (Kirchen, Pfarrzentren, Pfarrhöfe)
Bitte beachten Sie: Eine Nutzung ist nur auf Anfrage möglich!

  • Regionen: Unterlagen der Weihbischöfe bzw. Bischofsvikare mit Bezug auf die Pfarreien in ihrer Seelsorgsregion
Bitte beachten Sie: Eine Nutzung ist nur auf Anfrage möglich!
 
  • Kunsttopographie: Inventar aller kirchlichen Gebäude im Eigentum der Erzdiözese und von Kirchenstiftungen und ihrer Ausstattung
Bitte beachten Sie: Eine Nutzung ist nur auf gesonderten Antrag unter Einhaltung der Benutzungsordnung für die Kunsttopograhie möglich!
 
 

7. Visitationen

In unregelmäßigen Abständen, ggf. anlassbezogen, führten die Bischöfe Visitationen des gesamten Bistumsgebiets oder von Teilen durch. Bis heute werden alle Pfarreien immer wieder visitiert, um die Amtsausübung des Ortsgeistlichen zu kontrollieren und sich vom Zustand der Pfarrei zu überzeugen. Die Ergebnisse werden stets protokolliert.
 
 

7.1. Bistum Freising

  • Visitation 1560, Band 1, Band 2, Band 3, Band 4, Band 5, Band 6, Ortsregister vgl. hierzu auch die Edition in Anton Landersdorfer: Das Bistum Freising in der bayerischen Visitation des Jahres 1560 (Münchener theologische Studien 1, 26), St. Ottilien 1986 
 
 

7.2. Erzbistum Salzburg

  • Visitation 1558, vgl. hierzu die Edition in Reiner Braun: Die bayerischen Teile des Erzbistums Salzburg und des Bistums Chiemsee in der Visitation des Jahres 1558 (Studien zur Theologie und Geschichte, 6) , St. Ottilien 1991
Zu Ermittlung der jeweils hier zugehörigen Pfarreien nutzen Sie die Hilfsmittel zur Orts- und Pfarreiensuche.
 
 

7.3. Erzbistum München und Freising

 
 

8. Mirakelbücher

Viele Kirchen und Kapellen werden von Gläubigen in Wallfahrten, Bittgängen und Prozessionen aufgesucht, um dort Heilige, Gnadenbilder und Reliquien zu verehren. Zahlreiche Wallfahrtsorte besitzen eine lange Geschichte und sind bis heute lebendig. Die Wallfahrtsgeschichte ist ein wichtiger Teil der Orts- und Pfarrgeschichte.
 
Zentrale Quellen hierfür sind die Mirakelbücher, in denen die Geschichten von Menschen aufgezeichnet sind, denen nach ihrer Überzeugung auf die Fürsprache von Heiligen bei Gott wunderbar geholfen wurde. Die Aufzeichnungen beruhen auf den Meldungen der Betroffenen an die für die Wallfahrt zuständigen Geistlichen und umfassen in der Regel: Anliegen, Verlöbnis, Votivgaben, Zeugen, Datierung sowie Name, Stand und Herkunftsort der Votanten. Mirakelbücher erlauben Forschungen zur Entwicklung einer Wallfahrt, zu Herkunft und Anliegen der Wallfahrer, zu Votivbrauchtum, Medizin- und Alltagsgeschichte.
 
Mirakelbücher und weitere Quellen zur Wallfahrtsgeschichte (Chroniken, Kerzenbücher, Predigten, Mitgliedsverzeichnisse von Bruderschaften …) sind im Archiv (in der Regel als Deposita aus Pfarrarchiven) u.a. aus folgenden Pfarreien überliefert:

  • Egern
  • Föching
  • Irschenberg
  • München-St. Michael/Berg am Laim
  • Tegernsee
Sie finden diese Quellen zusammengefasst in der nutzerspezifischen Sicht zu ausgewählten Objekten

Vgl. auch Georg Brenninger: Verzeichnis der Mirakelbücher im Erzbistum München und Freising (Teil 1 Teil 2).
Recherche nach gedruckten Mirakelbüchern im Katalog der Diözesanbibliothek
 
 

9. Berichtswesen

Neben den Visitationen existierte bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts ein ausgeprägtes Berichtswesen. Die Ortsgeistlichen hatten eine jährliche Zustandsbeschreibung ihres Seelsorgebezirks abzuliefern, in ähnlicher Weise mussten auch die Schulverhältnisse in der jeweiligen Pfarrei an die kirchliche Oberbehörde berichtet werden.

Eine parallele bzw. ergänzende Überlieferung der Seelsorgeberichte findet sich ggf. im jeweilgen Pfarrarchiv.
 
Eine parallele bzw. ergänzende Überlieferung der Schulberichte findet sich ggf. im jeweilgen Pfarrarchiv.
 
  • Pastoralkonferenzen: Der Klerus traf sich dekanatsweise viermal jährlich zu Fortbildungskonferenzen, auf denen vorgegebene aktuelle und historische Themen zu diskutieren und schriftlich auszuarbeiten waren, i.d.R. unter Bezug auf den Zustand der eigenen Pfarrei.
Eine parallele bzw. ergänzende Überlieferung der Pastoralkonferenzen findet sich ggf. im jeweilgen Pfarrarchiv.
 
  • Anlassbezogene Berichte: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden zweimal anlassbezogene Berichte eingefordert, um einerseits Kriegsverlauf, Kriegsende und Einmarsch der Amerikaner und andererseits die Repressalien des NS-Regimes gegenüber der Kirche zu dokumentieren.
    • Kriegs- und Einmarschberichte 1945/46, vgl. hierzu die Edition in Peter Pfister (Hg.): Das Ende des Zweiten Weltkriegs im Erzbistum München und Freising. Die Kriegs- und Einmarschberichte im Archiv des Erzbistums München und Freising (Schriften des Archivs des Erzbistums München und Freising, Band 8), 2 Bde., Regensburg 2005

 
 

10. pastorales Personal

Das pastorale Personal ist von großer Bedeutung für die Orts- und Pfarrgeschichte. In der Überlieferung der Diözesanverwaltung finden sich zahlreiche Unterlagen zu Priestern sowie (seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil) Ständigen Diakonen, Pastoralreferenten und -innen und Gemeindereferenten und -innen.
  • Series parochorum (bis 1855): Im 19. Jh. zusammengestelltes Verzeichnis der Pfarrer und Benefiziaten von den Anfängen der Überlieferung bis zur Gegenwart, geordnet nach Seelsorgestellen, Band 1, Band 2, Band 3, Band 4, Band 5.
  • Dokumentation Personen
 
  • Schematismus des Erzbistums München und Freising ab 1811 (online verfügbar 1823-1878): Die Schematismen erfassen alle zum jeweiligen Zeitpunkt in der Diözese tätigen Geistlichen mit ihrem Einsatzort sowie knappen biographischen Angaben (Geburt, Weihe, Investitur).
  • Nekrologien: Die Nekrologien verzeichnen verstorbene Diözesangeistliche nach ihrem Todestag. Die Nekologien sind im Lesesaal von Archiv und Bibliothek nutzbar.
 
 

11. Sammlungen und Dokumentationen mit Ortsbezug

Ergänzend zur amtlichen Überlieferung sammelt das Archiv auch nichtamtliche Unterlagen, die für die Orts- und Heimatforschung von Interesse sein können.
 
  • Graphiksammlung Topographie: Graphische Ansichten von Orten, vornehmlich aus dem Bereich der Erzdiözese.
Bitte beachten Sie: Die Graphiksammlung wird derzeit bearbeitet und ist nur auf Anfrage nutzbar. Ein Findmittel wird voraussichtlich 2020 online verfügbar sein.

  • Plansammlung: Baupläne, die aus konservatorischen Gründen den Pfarrakten entnommen wurden; weitere handgezeichnete Pläne, Karten und Ortsansichten aus dem Bereich der Erzdiözese.
Bitte beachten Sie: Die Plansammlung wird derzeit bearbeitet und ist nur auf Anfrage nutzbar. Ein Findmittel wird voraussichtlich 2020 online verfügbar sein.
 
  • Bruderschaftsbriefe: Gedruckte Bruderschaftsbriefe, die teilweise aus konservatorischen Gründen den Pfarrakten entnommen und teilweise durch Kauf und Schenkung erworben wurden.
Bitte beachten Sie: Die nach Orten geordnete Sammlung ist noch nicht bearbeitet und deshalb nur auf Anfrage nutzbar.
 
  • Karten: Sammlung gedruckter topographischer und kirchlicher Karten des Diözesangebiets
Bitte beachten Sie: Die Sammlung ist noch unbearbeitet und deshalb nur auf Anfrage nutzbar.

  • Dokumentation Topographie: Sammlung von Dokumentationsmaterial (Fotos, Zeitungsausschnitte, Pfarrbriefe, …), geordnet nach Seelsorgestellen.
Bitte beachten Sie: Die Dokumentationen werden laufend erweitert und sind nur auf Anfrage nutzbar. Die Findmittel werden derzeit überarbeitet und werden voraussichtlich 2020 online verfügbar sein.