Der Synodale Weg Idee, Vorbereitung, Umsetzung

 

Bild von der Regionalkonferenz in München im September 2020
Alles nur Schönheitskorrekturen - brauchen wir eigentlich einen „Systemwechsel“?
Online-Vortrag von Herrn Prof. Dr. Georg Essen aqm 26.11.2020
Perspektiven zu grundlegenden Fragen und Voraussetzungen des synodalen Weges 

Die Veranstaltungsreihe zum synodalen Weg ging weiter: Mit Prof. Dr. Georg Essen (Lehrstuhl für Systematische Theologie des Zentralinstituts für Katholische Theologie an der Humboldt-Universität zu Berlin) konnte ein in den aktuellen Diskussionen profilierter Theologe gewonnen werden, der den synodalen Weg und kirchliche Reformprozesse engagiert und konstruktiv-kritisch begleitet. Er betonte in seinem Online-Vortrag den Stellenwert der Theologie und sieht die Probleme in einem Lehramtsverständnis, das oft den Bezug zur Welt und den Menschen verloren hat. Braucht es daher so etwas wie einen Systemwechsel, der belastbare Ergebnisse des synodalen Weges sicherer ermöglicht? Darüber kamen wir nach seinem Impulsvortrag online ins Gespräch.
Eine Veranstaltung der Domberg-Akademie in Kooperation mit Ressort 1 des Ordinariats München und dem Diözesanrat der Katholiken im Erzbistum.
 

„Es geht um vielmehr als einen abgeschlossenen zweijährigen Prozess innerhalb der katholischen Kirche in Deutschland“ – Diskussionsabend beleuchtet die Hintergründe und den aktuellen Stand der Debatte des Synodalen Weges

Logo Synodaler Weg
Bei einem Diskussionsabend in St. Bonifaz in München haben am 22. September vier hochrangige Referentinnen, die jeweils in einem der vier Synodalforen mitarbeiten, ihre Sicht auf die aktuellen Debatten im Synodalen Weg dargestellt. Auf dem Podium diskutierten:
Frau Professor Julia Knop arbeitet im Forum Macht und Partizipation mit und gilt durch ihre Beiträge zur theologischen Debatte als eine der wesentlichen Stimmen im Synodalen Weg. Edgar Büttner bringt die Erfahrung zahlreicher aufgrund einer Partnerschaft vom Dienst suspendierter Priester in das Forum „Priesterliche Existenz heute“ ein. Professor Dorothea Sattler leitet mit Bischof Bode das Forum „Frauen in Ämtern und Diensten in der Kirche“. Und Frau Dr. Kreidler-Kos, selbst vielfältig begleitend und lehrend in der Eheberatung tätig, gestaltet das Forum „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ mit.
An vielen Stellen wurde in der von Dr. C. Pfrang, leiterin der Domberg Akademie und Dr. Florian Schuppe, Fachbereichsleiter im Ressort Grundsatzfragen und Strategie geleiteten Diskussion deutlich, dass es neben den komplexen Sachfragen in den einzelnen Foren, immer auch um ein den gesamten Prozess umgreifendes Ringen, um eine Gesprächskultur geht, die einer von Papst Franziskus geforderten „Synodalen Kirche“ entspricht.

Mehrere Regionalkonferenzen anstelle der Synodalversammlung

Die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf den Fortgang des Synodalen Weges aus. Nachdem deutlich wurde, dass eine Veranstaltung mit über 230 Teilnehmern in absehbarer Zeit schwierig wird, hat das Präsidium des Synodalen Weges eine veränderte Arbeit angesichts der für Anfang September geplanten, zweiten Synodalversammlung beschlossen. Unter dem Leitwort „Fünf Orte – ein Weg“ wird es statt der im September 2020 vorgesehenen Synodalversammlung für alle Synodalen am Freitag, 4. September 2020, von 10.00 bis 18.00 Uhr eine eintägige sogenannte Regionenkonferenz geben, die zeitgleich an fünf verschiedenen Orten stattfindet – in Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main, Ludwigshafen und auch bei uns in München.
Das Präsidium versteht diese regionalen Konferenzen als Zwischenschritt hin zur zweiten Synodalversammlung, die im Februar 2021 stattfinden wird.
 
Bei der Regionalkonferenz in München kamen Synodalteilnehmerinnen aus den Bistümern Augsburg, Bamberg, Eichstätt, München und Freising, sowie Passau zusammen, um über die Herausforderung der Corona-Pandemie für die Kirche, die Frage der Beteiligung von Frauen an Ämtern und Diensten, sowie mögliche Veränderungen in der kirchlichen Sexualmoral zu diskutieren. Die Atmosphäre wurde von den meisten Teilnehmern und Teilnehmerinnen als respektvoll im Umgang miteinander und durchaus intensives Ringen in der Sache beschrieben. Konstantin Bischoff, Delegierter des Berufsverbandes der PastoralreferentInnen, brachte es im Anschluss an die Sitzung auf folgende Formel: „Vielleicht war auch gestern manch konstruktiver Dialog nur möglich, weil noch nichts zu entscheiden war, aber er hat gut getan.“
Einen ausführlichen Nachbericht zur Münchner Regionalkonferenz finden Sie hier.

Welches Anliegen nehmen die elf Teilnehmenden aus dem Erzbistum mit zur ersten Synodalversammlung des Synodalen Weges?

 

Entzünden der Synodalkerze: Wir machen uns auf den Weg

Am ersten Adventssonntag, 1. Dezember, hat die geistliche Vorbereitungsphase für den Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland begonnen. In den Domkirchen wurden an diesem Tag eigene Synodalkerzen entzündet. Im Münchner Liebfrauendom entzündeten der Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und die Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Karin Kortmann, gemeinsam mit Diözesanratsmitglied Joachim Unterländer die Synodalkerze in einem Gottesdienst und sprachen ein Gebet für den Synodalen Weg. Cordula Brechmann aus dem Diözesanrat trug im Liebfrauendom Fürbitten vor. Brechmann und Unterländer gehören als Delegierte des Diözesanrats dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken an.


Über die Plattform synodalerweg.de wird kontinuierlich und transparent über den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland informiert.
 

Wieso sich die Kirche in Deutschland für den Synodalen Weg entschieden hat

Um den Missbrauchsskandal aufzuarbeiten, hat sich die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) bei ihrer Frühjahrsvollversammlung 2019 für einen verbindlichen Synodalen Weg ausgesprochen, den sie mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gehen will. Er soll der gemeinsamen Suche nach Schritten zur Stärkung des christlichen Zeugnisses dienen. Offen wollen die Verantwortlichen über die Themen- und Handlungsfelder „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche – Gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag“, „Priesterliche Existenz heute“, „Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche“ sowie „Leben in gelingenden Beziehungen – Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft“ diskutieren. Der auf zwei Jahre angelegte Synodale Weg ist dabei keine Synode im klassischen kirchenrechtlichen Sinn.
 
Im Zuge des Synodalen Weges wurden vier Foren zur Vorbereitung einberufen, die jeweils von einem Bischof und einem Laien geleitet werden. Die Foren widmen sich den Themen „Macht, Partizipation, Gewaltenteilung“, „Sexualmoral“, „Priesterliche Existenz“ und „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“. Dort wurden vorbereitende Arbeitspapiere erarbeitet, die in die Beratungen der künftigen Synodalversammlungen einfließen werden.
In ihrer gemeinsamen Verantwortung für den Synodalen Weg haben sich DBK und ZdK im Herbst 2019 auf eine Satzung verständigt. Der Startschuss für die geplanten Reformgespräche fiel am Ersten Adventssonntag, das erste große Treffen ist für Frühjahr 2020 geplant.

Mit seinem Schreiben an „das pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ hat sich auch Papst Franziskus zum Synodalen Weg geäußert. Der Vorsitzende der DBK, Kardinal Reinhard Marx, und der Präsident des ZdK, Prof. Dr. Thomas Sternberg haben diesen Schreiben gemeinsam kommentiert. Für sie ist es „ein Zeichen der Wertschätzung des kirchlichen Lebens in unserem Land und aller katholischen Gläubigen. Wir danken dem Heiligen Vater für seine orientierenden und ermutigenden Worte und sehen uns als Bischöfe und Laienvertreter eingeladen, den angestoßenen Prozess in diesem Sinn weiter zu gehen.“ Wie die kuriale Verwaltung zu integrieren ist, hängt an der potenziellen Reichweite der Beschlüsse oder Empfehlungen des Synodalen Weges ab.

Informationen zum Synodalen Weg

Zu Hintergründen, Beteiligten des Synodalen Weges und den aktuell vorliegenden Texten aus den Synodalforen finden Sie hier mehr Information.

Diözesane Ansprechpartner

Dr. Armin Wouters, Leiter des Ressort Grundsatzfragen und Strategie, Tel. 089/ 2137-2412

Dr. Florian Schuppe, Fachbereichsleiter im Ressort Grundsatzfragen und Strategie, Tel 089/ 2137 -2367 Mail: fschuppe@eomuc.de

Veranstaltungen

Veranstaltungen im Erzbistum zum Synodalen Weg

Materialien

Gebetszettel, Fürbitten und Liedvorschläge.

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Sorge um die Kirche

Brief der zehn Generalvikare an Kardinal Marx und Professor Sternberg

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