Leben mit Kindern Die "Elternbriefe" geben Anregungen für mehr Gelassenheit im Familienalltag

Das Zusammenleben mit Kindern ist oft aufregend, manchmal auch anstrengend – und auf ganz eigene Weise schön! Die Elternbriefe informieren, ermutigen und geben Anregungen für einen gelasseneren Familienalltag. Sie begleiten von der Geburt eines Kindes bis zu dessen neuntem Lebensjahr.
Mutter, Sohn
Kommt das mittlere Kind zu kurz? Dieses und viele weitere Themen behandeln die "Elternbriefe". Die gedruckten Briefe und die Website begleiten Familien mit hilfreichen Informationen und Anregungen. Foto: imago/Westend61
Was Sie erwartet:

  • kostenlose Elternbriefe von der Geburt des Kindes bis zum 9. Lebensjahr
  • Sonderelternbriefe zu den Themen „Schwangerschaft“, "Taufe", Kirchenjahr", „Was tun gegen Missbrauch?“
  • Familie von A-Z: Aufsätze und Tipps rund um die Themen Ehe und Familie
  • Elternbriefe
    Herausgeber: Elternbriefe - du + wir e.V.
    Die Elternbriefe sind eine Initiative der Deutschen Bischofskonferenz.
    Alle Informationen und Bestellung unter www.elternbriefe.de

    Sorge um das "Sandwich-Kind" Aus den Elternbriefen - Familie von A bis Z

    Ich mache mir Sorge um unseren mittleren Sohn (8). Marius war bisher immer unser „Vorzeigekind“, aber in letzter Zeit macht er ständig Schwierigkeiten. Wie sollen wir damit umgehen?
    Was sind denn das konkret für Schwierigkeiten, die Marius neuerdings macht? Fordert er Sie als Eltern heraus, indem er sich nicht mehr an Regeln hält? Sucht er Streit mit seinen Geschwistern? Oder fällt er in der Schule durch Ärger mit Mitschülern oder Lehrern oder durch ungewohnt schlechte Leistungen auf? Je nach dem müssten Sie andere mögliche Auslöser für Marius‘ „neues“ Verhalten in Betracht ziehen (Regeln, die nicht mehr passen? Neue Mitschüler oder Lehrer?) und an anderen Punkten ansetzen.

    Unabhängig davon bleibt die Frage, ob seine Probleme vielleicht mit der Rolle zusammenhängen, die Marius in ihrer Familie spielt. Zum einen ist es das „Los“ vieler mittlerer Kinder, das sie weniger im Brennpunkt der Aufmerksamkeit stehen als ihre Geschwister. Die Ältesten stellen Eltern ständig vor völlig neue Fragen und Aufgaben (Trotzattacken, die Wahl von Kita und Schule, Pubertät, Cliquen…); das allein sichert den „Kronprinzen“ und „-prinzessinnen“ viel elterliche Zeit und Zuwendung. Die Jüngsten („Nesthäkchen“) wiederum brauchen zumindest in den ersten Jahren viel Hilfe und entwickeln sich darüber gerne zum bevorzugten Schmusekind der Eltern – während die mittleren, wenn alles glatt läuft, in der alltäglichen Routine einfach mitlaufen und deshalb leicht übersehen werden.

    Ihre Chance, einen gebührenden Anteil an der elterlichen Aufmerksamkeit zu ergattern, suchen die einen, indem sie den Aufstand proben. Andere versuchen sich als „Vorzeigekinder“ zu profilieren. Aber auch diese Rolle hat, zum anderen, ihre Tücken. Vor allem dann, wenn die Eltern das gute Verhalten und die guten Noten ihrer Kinder mit der Zeit als selbstverständlich ansehen, die Superleistungen also gewissermaßen zur Norm werden und keiner Extra-Erwähnung mehr bedürfen. Jede Schwankung, jedes Nachlassen führt dann schnell zu einer Enttäuschung und gilt als „Problem“ - während die Eltern dasselbe bei anderen Kindern als ganz normal wahrnehmen.

    Diese Unterschiede nehmen Kinder sehr wohl wahr. Sie haben oft ein sehr gutes Gespür dafür, wie ihre Umwelt sie wahrnimmt, auch wenn das nicht immer bewusst abläuft. Manche stellen dann, genauso unbewusst, ihren Eltern durch ihr „Problemverhalten“ die Gretchenfrage: Mögt ihr mich eigentlich nur, wenn ich etwas Besonders leiste? Oder auch einfach so, als Person? Mag sein, dass Sie das ganz anders sehen und das Gefühl haben, dass Sie Marius genauso im Blick haben und gerecht behandeln wie seine Geschwister; für Marius zählt aber zunächst nur seine ganz individuelle Wahrnehmung.

    Sind die Probleme, die Marius in jüngster Zeit macht, also womöglich auch ein Versuch, aus seiner Rolle als „Vorzeigekind“ entlassen zu werden? Ganz klar: Als Eltern müssen Sie „schlechtes“ Verhalten Ihres Sohns, wie auch immer das aussieht, kritisieren und klare Grenzen setzen. Darüber hinaus lohnt es sich jedoch, seine guten Seiten wieder stärker in den Blick zu nehmen und ausdrücklich zu benennen und ihn so zu ermutigen, sich dadurch zu profilieren. Zusätzlich könnten Sie ihm den einen oder anderen „Edelsteinmoment“ im Alltag schenken; das sind Momente ungeteilter Aufmerksamkeit, die Sie Marius widmen - eine Umarmung zwischendurch, ein Zuzwinkern über den Küchentisch, eine Fahrradtour „allein zu zweit“, je nach dem, was Ihnen sinnvoll erscheint und was Sie beide mögen. So vermitteln Sie ihm das Gefühl, von Ihnen gesehen und geschätzt zu werden, und ersparen es ihm, „etwas anzustellen“, um wenigstens „negative Aufmerksamkeit“ auf sich zu ziehen.

    Dieses und viele weitere Themen auf der Elternbriefe-Website unter Familie von A bis Z 

    Ehe- und Familienpastoral
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    Ansprechpartnerin:
    Sylvia Braun-Schmidtner, Pastoralreferentin und Soz. Pädagogin

    Referentin für Wertorientierte Sexualpädagogik und Natürliche Familienplanung:
    Claudia Wiesner, Ärztin

    Ansprechpartner für die Region West:
    Johannes Sporrer

    Ansprechpartnerin für die Region Nord:
    Sylvia Braun-Schmidtner

    Ansprechpartnerin für die Region Nord-Ost:
    Cornelia Saumweber

    Ansprechpartner für die Region Süd-Ost:
    Peter Glaser

    Ansprechpartner für die Region München-Ost:
    Michael Kafka


    Themen und Angebote:
    • Begleitung von Haupt- u. Ehrenamtlichen in der Familienarbeit vor Ort
    • Diözesane Projekte (z.B. Ehepaarsegnung, Ehe-Jubiläen)
    • Unterstützung von Eltern und Kindern in die Pubertät (MFM-Projekt)
    • Natürliche Familienplanung (NFP)
    • Religiöse Begleitung von Familien, z.B. "Kess-erziehen: staunen - fragen - Gott entdecken"
    • Arbeitshilfen, Materialien, für die Familienarbeit vor Ort (z.B. Ehebriefe, Elternbriefe)
    • Kooperation mit Verbänden