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Heiliger Kastulus

Märtyrer - 26. März

Kastulus, der im dritten Jahrhundert nach Christi Geburt in Rom lebte, gehörte vermutlich der Schicht der römischen Freigelassenen an. Ehemals Angehöriger einer Sklavenfamilie, nahm er nun in der sozialen Hierarchie Roms eine gehobene Position ein. Sein Name, der vom lateinischen Wort »castus« (der Keusche) kommt, ist ein typischer Sklavenname und erinnert an diese Herkunft. Über seine genaue Stellung herrschen verschiedene Auffassungen. Nach dem Bericht des »Martyrologium Romanum« war er kaiserlicher Hoflieferant, andere Quellen bezeichnen ihn als Aufseher der kaiserlichen Zimmer oder als kaiserlichen Speisemeister (»zetarius palatii«) - Ämter, die üblicherweise mit Freigelassenen besetzt wurden. Unstrittig ist, dass er am Hof des Kaisers eine bedeutende Stellung innegehabt haben muss.

Trotz dieser gehoben Stellung in der heidnischen römischen Gesellschaft war Kastulus Christ, ein Bekenntnis, das er in der dem Christentum feindlichen Zeit der ersten drei Jahrhunderte nach Christi Geburt jedoch verbergen musste. Die Christen wurden verfolgt, da sie sich als Monotheisten weigerten, den althergebrachten Göttern zu opfern und somit eine Gesellschaftsordnung nicht mehr anerkannten, in der man das Wohlergehen des Imperiums stets auf die korrekte und fromme Verehrung der altrömischen Götter zurückgeführt hatte. Zu einer Zuspitzung der Auseinandersetzung kam es unter dem Reformkaiser Diokletian (284-305), der bestrebt war, das Reich unter der Beibehaltung altrömischer Tugenden zu reformieren. Er verfügte die Zerstörung christlicher Kirchen und Kultgeräte, ordnete ein Verbot der christlichen Versammlungen an und befahl zunächst den Klerikern, dann allen den Vollzug des Opfers in den staatlichen Kulten.

Der Bericht in den Märtyrerakten des hl. Sebastian erzählt, dass Kastulus zur Zeit der ärgsten Verfolgungen durch Diokletian dem Papst Caius den Vorschlag machte, die gottesdienstlichen Zusammenkünfte der Christen in seinem Haus unmittelbar im Bereich des kaiserlichen Palastes abzuhalten, weil man dort weniger Gefahr laufen würde, entdeckt zu werden. Darüber hinaus soll er, trotz der großen damit verbundenen Gefahren, auch selbst missionarisch tätig gewesen und mit seinem Freund Tiburtius durch die Straßen der Stadt gelaufen sein und durch die Kraft seiner Worte viele zum Christentum bekehrt haben.

Von einem Mann mit Namen Torquatus verraten, wurde Kastulus schließlich gefangen genommen und vor den Präfekten geführt. Da er sich als treuer Christ weigerte, vor dem Bild des Kaisers zu opfern, wurde er zunächst gefoltert, dann vor den Toren der Stadt in einer Sandgrube lebendig begraben. Dabei wird der genaue Zeitpunkt seines Martyriums wohl kaum wie überliefert mit dem Jahr 286 festzusetzen sein, da zu dieser Zeit keine Christenverfolgungen stattfanden. Die Verfolgungen des Diokletian begannen erst im Jahr 303.

Die Verehrung des Kastulus als Heiliger begann in Rom bereits in der Spätantike. Man gedachte seiner in der nach ihm benannten Kastulus-Katakombean der Via Labicana. Im 8. Jahrhundert ist die Verehrung seiner Reliquien in Pavia in Oberitalien bezeugt. Von dort sind sie vermutlich kurze Zeit später auf Veranlassung des Abtes Reginpert in die noch junge Abtei in Moosburg überführt worden. Thomas Forstner


Brauchtum und Verehrung
In Moosburg sind die Reliquien des Kastulus durch eine Bezeichnung des Klosterbesitzes als »territorium sancti Castuli« bereits zu Beginn des 9. Jahrhunderts indirekt bezeugt. Als Folge der vom bayerischen Herzog Wilhelm V. veranlassten Verlegung des Kollegiatstiftes St. Kastulus von Moosburg nach Landshut, kam der größte Teil der Reliquien im Jahr 1604 in die dortige St. Martinskirche.


Darstellung, Attribute, Patronate
Das Attribut des Kastulus ist der Spaten, der daran erinnert, dass er lebendigen Leibes begraben worden ist. Auf vielen Darstellungen ist ihm auch die Palme als Zeichen des Märtyrers beigegeben. Der Heilige wurde vor allem zum Schutz vor Blitz und Pferdedieben angerufen.

Literatur
Bibliotheca Sanctorum III 948-949 (Agostino Amore/ Isa Belli Barsali)
Lexikon der christlichen Ikonographie l 480 (Martin Lechner)


Gebet
Gott unser Vater,
Herr des Himmels und der Erde,
du hast den heiligen Kastulus gelehrt,
deinem Dienst nichts vorzuziehen
Und alles aufzugeben,
was der Liebe im Weg steht.
Schenke auch uns diese Liebe
und mache uns so fähig,
deine Zeugen zu sein.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Nach dem Tagesgebet am Fest des hl. Kastulus



Darstellung Heiliger Kastulus