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Heiliger Sigismund

König der Burgunder, Märtyrer - 2. Mai


Im 14.Jahrhundert ist der hl. Sigismund neben Maria und St. Korbinian zum dritten Patron der Freisinger Domkirche geworden. In ihm begegnet uns eine Gestalt des frühen Mittelalters, die kaum in das uns geläufige Bild eines Heiligen passt. Weder religiöse oder sittliche Reife seines Lebens noch der eher politisch zu deutende gewaltsame Tod waren ausschlaggebend für seine Verehrung. Er ist als Fürst vielmehr symbolische Gestalt für die Bekehrung seines Stammes vom arianischen zum katholischen Glauben.

Sigismund war von 516 bis 523 König der Burgunder. Schon während der Regierungszeit seines Vaters Gundobald ist er um das Jahr 500, angeregt durch Erzbischof Avitus von Vienne (494-518), vom Arianismus zum katholischen Glauben übergetreten. Ebenfalls noch vor seiner Thronübernahme gründete er 515 das Kloster St. Maurice im Wallis für die Betreuung der zahlreichen Pilger, die zum viel besuchten Märtyrergrab der Thebäischen Legion und ihres Anführers St. Mauritius kamen. Als Sigismund nach dem Tod seines Vaters 516 selbst die Regierung übernahm, folgte das ganze Volk der Burgunder dem Beispiel seines Königs und übernahm den katholischen Glauben.

Im Jahr 511 ließ sich Sigismund durch seine zweite Gemahlin zu einem schweren Unrecht verleiten. Der Königin war es gelungen, Sigrich, den Sohn Sigismunds aus erster Ehe, der Empörung zu verdächtigen, worauf der König ihn ermorden ließ. Sigismund erkannte seine Schuld und tat Buße im Kloster zu St. Maurice.

Schon ein Jahr später wurde er von den Söhnen Chlodwigs I. besiegt und flüchtete nach St. Maurice. Gefangen führte man ihn und seine Familie nach Orleans. Dort wurde er in der Nähe der Stadt zusammen mit seiner Frau und seinen Söhnen 524 vom Frankenkönig Chlodomir in einem Brunnen ertränkt. Elf Jahre später holte man den Leichnam des Königs in die Johanneskirche von St. Maurice, wo Sigismund als Märtyrer verehrt wurde.

Mag das Vergehen König Sigismunds an seinem Sohn das Bild dieses Heiligen auch trüben, so bleibt er doch Zeuge eines zutiefst christlichen Glaubens an die vergebende Gnade Gottes.


Brauchtum und Verehrung
Der Kult des hl. Sigismund breitete sich sehr rasch aus; schon im 10. Jahrhundert ist er auch in Freising nachweisbar. Neuen Aufschwung gewann seine Verehrung im 14.Jahrhundert, als Kaiser Karl IV. 1354 Teile der Reliquien von St. Maurice nach Prag bringen ließ. Bei dieser Gelegenheit muss auch der Freisinger Dom einen Teil der begehrten Reliquien erhalten haben, denn schon 1359 ist Sigismund in einer Urkunde als Bistumspatron bezeugt. Sein Altar im Freisinger Dom befindet sich seit dieser Zeit auf der rechten Empore. Er wurde Ziel einer umfangreichen Wallfahrt. Die Opfergaben am Sigismundaltar übertrafen im 14. und 15. Jahrhundert bald alle übrigen Gaben an den Freisinger Dom. Unter den Pilgern kamen auch Mitglieder des bayerischen Herzogshauses und selbst Kaiser Maximilian l. zum Altar des hl. Sigismund.

Darstellung, Attribute, Patronate
Den Darstellungen Sigismunds als gerüsteter König (mit Krone, Szepter und Reichsapfel) ist oft das burgundische Wappen (drei Kronen und blau-goldene Schrägstreifen) beigegeben. Sigismund wurde allgemein als Patron gegen Fieberkrankheiten angerufen. In Freising wurde er zum Dom- und Bistumspatron.
Josef Maß


Literatur
Stephan Randlinger, Die Verehrung des heiligen Sigismund, des zweiten Diözesanpatrons, in Freising, in: Joseph Schlecht (Hg.), Wissenschaftliche Festgabe zum zwölfhundertjährigen Jubiläum des heiligen Korbinian, München 1924,350-362


Sigismund-Gebet
Heiliger Gott, du hast den König
Sigismund dazu erwählt,
sein Volk zum rechten Glauben zu führen;
du hast seine Buße für begangenes
Unrecht gnädig angenommen.

Auf seine Fürsprache gib auch uns
die Gnade, das Böse zu besiegen
und bei dir Erbarmen zu finden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Tagesgebet am Fest des hl. Sigismund