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Hl. Johannes Nepomuk Neumann

Bischof, Glaubensbote - 5. Januar

Johannes Nepomuk Neumann, geboren 1811, entstammte einer tiefgläubigen Bürgerfamilie im böhmischen Prachatitz im heutigen Tschechien. Nach Jahren am Gymnasium und Lyzeum in Budweis trat er dort 1831 nach längerer Unschlüssigkeit in das Priesterseminar ein. Nach Abschluss des ersten theologischen Jahres erhielt er - wie seinerzeit üblich - zusammen mit den vier niederen Weihen die Tonsur, 1834 wechselte er den Studienort und ging nach Prag. Hier konnte Neumann im folgenden Jahr dann zwar seine Studien abschließen, er wurde aber nicht geweiht, denn in der Diözese herrschte ein erheblicher Priesterüberschuss.


Bereits zuvor hatte sich Johannes Nepomuk Neumann mit dem Gedanken der Mission auseinander gesetzt, schon während seiner Studien hatte er neben den alten Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein auch Italienisch, Französisch, Tschechisch und schließlich auch Englisch gelernt. Dies war Voraussetzung für einen Einsatz fern der Heimat. Als er in Budweis erfuhr, dass man in den Vereinigten Staaten dringend Theologen für den Seelsorgsdienst suchte, stand sein Entschluss fest, die Heimat zu verlassen und nach Amerika zu gehen. Nach einigen Schwierigkeiten - der Heimatbischof war, obwohl er ihm keine Stellung bieten konnte, nicht bereit, ihn aus der Diözese zu entlassen, das Reisegeld und die erforderlichen Pässe konnten nur mühsam aufgebracht werden -gelangt der junge Theologe über München, Straßburg und Paris nach Le Havre, von dort erreichte er nach vierzigtägiger Überfahrt New York. Hier wurde er am 25. Juni 1836 von Bischof Dubois zum Priester geweiht, am Folgetag feierte er seine Primiz.


Seine erste Aufgabe war die eines Missionars unter den Siedlern in der Gegend der Niagarafälle bei Buffalo im Nordosten der USA. In einem Gebiet mit einem Radius von annähernd 50 Kilometern lebten hier etwa 400 Familien, darunter etwa 300 Deutsche. Unermüdlich war er im Seelsorgseinsatz, baute Kirchen und Kapellen und sorgte sich besonders um die Schulbildung der Kinder. Nach einem gesundheitlichen Zusammenbruch trat er 1840 in den Redemptoristenorden ein, allerdings ohne damit kontemplativen Rückzug zu verbinden. In den vierziger Jahren war Neumann zusammen mit einem Mitbruder für die Pfarrei St. Alfons in Baltimore verantwortlich, ihre 4000 Seelen lebten zum Teil weit verstreut, 10 Außenstationen gehörten zur Pfarrei. Nachdem die Redemptoristen 1847 eine gewisse Selbständigkeit von der europäischen Provinz erhalten hatten, wurde Neumann erster Vizeprovinzial des Ordens in den USA. Er gründete neue Niederlassungen und gab einen Katechismus heraus.

Am 1. Februar 1852 wurde Neumann von Papst Pius IX. zum Bischof von Philadelphia ernannt, er wählte das Wort »Passio Christi conforta me« (Leiden Christi, stärke mich) zum Wappenspruch. Das neue Amt war mit zahlreichen Schwierigkeiten verbunden: In der Diözese Philadelphia herrschte nicht nur großer Priestermangel, es fehlten auch die Kirchen - zunächst gab es noch nicht einmal eine Bischofskirche. Vor allem aber fehlte es an Schulen. All dies wurde von Neumann vordringlich in Angriff genommen; allein 1853 wurden 20 neue Kirchen gebaut, der Bau einer Kathedrale begonnen, neue Schulen wurden gegründet. Hatte es bei Amtsantritt Neumanns in der Diözese nur zwei Pfarrschulen gegeben, so waren es bei seinem Tod acht Jahre später über einhundert. Besonders setzte er dabei auf den Orden der Armen Schulschwestern, der sich dank seiner Unterstützung rasch in Amerika verbreitete. Auf Ruf des Papstes reiste er im Oktober 1854 nach Rom. Dort wurde er von Pius IX., der ihn zum päpstlichen Thronassistenten ernannte, in Audienz empfangen. Zusammen mit fünfzigtausend Gläubigen, Bischöfen und Kardinalen feierte man die Verkündigung des Dogmas der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau Maria. Anschließend reiste Neumann über Loreto, Venedig, Graz, Wien und Prag in seine Heimatstadt Prachatitz, wo er feierlich empfangen wurde. Im März des Jahres 1855 traf er bereits wieder in Philadelphia ein. Die letzten Jahre des Oberhirten waren von Sorgen um die finanzielle Situation seiner Diözese und der Auseinandersetzung mit den antikatholischen, nationalistischen Kräften in den USA geprägt.


Seiner eigenen Gesundheit gegenüber stets vollkommen rücksichtslos, brach Neumann am 5.Januar 1860 auf offener Straße tot zusammen. Erstaunlich bleibt angesichts seiner enormen Aufbauleistung, wie wenig selbstsicher und unangefochten er seinen Weg gegangen war. Liest man seine Tagebücher, wird man auf zahllose Stellen stoßen, die von Angst und Niedergeschlagenheit und dem Gefühl der Verlassenheit von Gott geprägt sind. Gleichwohl führten auch hier die Hoffnung und das immer erneuerte Vertrauen zu Gott weiter als die Furcht.

Brauchtum und Verehrung
Außer in den USA wird Johannes Nepomuk Neumann vor allem unter den Sudetendeutschen seiner böhmischen Heimat verehrt. Besonders gedenken auch die Armen Schulschwestern ihres Förderers. Nach langen Bemühungen seiner Anhänger wurde er am 13. Oktober 1963 zunächst selig, am 19. Juni 1977 durch Papst Paul VI. in Rom heilig gesprochen.

Darstellung, Attribute, Patronate
Als Brückenbauer in die neue Welt wird der heilige Johann Nepomuk Neumann immer wieder im Dienste der Versöhnung zwischen den Völkern angerufen. Aber auch bei ganz persönlichen Nöten wie Hunger, Krankheit oder Einsamkeit vertrauen die Menschen vielfach auf seine Fürsprache. Er wird zumeist mit der Bibel in der Hand dargestellt.
Thomas Forstner


Literatur
Johann Nepomuk Berger, Leben und Wirken des hochseligen Johannes Nepomuk Neumann aus der Kongregation des allerheiligsten Erlösers, Bischof von Philadelphia, New York 1883
N. Ferrante, San Giovanni Neumann C.SS.R., pioniere del Vangelo, vescovo di Filadelfia, Rom 1977


Johann Nepomuk-Gebet
Herr Jesus Christus, du Heiland der Welt!
Sende den Einsamen, Heimatlosen und Verzweifelten einen guten Menschen, der ihnen Deine Liebe bezeugt.
Schaffe Frieden unter denen, die sich in Hass und Feindschaft gegenüber stehen, und lehre sie das Unrecht, das die Ursache ihrer Feindschaft ist, zu erkennen und durch Gerechtigkeit und vergebende Liebe zu überwinden.
Rufe alle, die von Menschenverachtung erfüllt sind, in Deiner Barmherzigkeit zu Besinnung und Umkehr.

Herr Jesus Christus, du Heiland der Welt!
Im Vertrauen auf die Fürsprache des heiligen Bischofs Johannes Nepomuk Neumann, den Du in die himmlische Herrlichkeit erhoben hast, empfehlen wir Dir unsere Anliegen und die Nöte der Welt, der Du lebst in alle Ewigkeit. Amen.

Nach einem Gebet der Ackermann-Gemeinde