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Hl. Maximilian vom Pongau

Bischof, Märtyrer - 12. Oktober

Von der Verehrung des hl. Maximilian berichten erstmals zwei Salzburger Güterverzeichnisse aus der Zeit um 800. Die Gestalt des Heiligen, der im 3, Jahrhundert gelebt haben soll, ist historisch nicht zu fassen; sie gewinnt allein durch seine um 1291 verfasste legendäre Lebensgeschichte, die »Vita sancti Maximiliani«, an Farbe. Der Legende nach entstammte Maximilian einer christlichen Familie aus Celeia (Celje in Slowenien), einer reichen Römerstadt. Nach dem Tod seiner Eltern entließ er die Sklaven seiner Eltern und verschenkte sein Erbe an die Armen. Während einer Pilgerreise nach Rom erteilte ihm Papst Sixtus II. den Auftrag, in Pannonien das Evangelium zu verkünden. Seine Missionstätigkeit beschränkte sich jedoch nicht nur auf dieses Gebiet, sondern erstreckte sich auch bis in die Gegend von Freising. Einer lokalen Überlieferung zufolge soll Maximilian auf dem Freisinger Domberg einen heidnischen Tempel in eine Marienkapelle umgewandelt haben. Hauptort seines Wirkens wurde aber Lauriacum (Lorch), die Hauptstadt der römischen Provinz Ufer-Noricum. Zwanzig Jahre lang stand er der dortigen Christengemeinde als (Erz-)Bischof vor. Als im Jahr 284 in seiner Geburtsstadt Celeia Christen verfolgt wurden, begab er sich dorthin, um für sie vor dem kaiserlichen Statthalter Eulasius einzutreten. Dieser aber wollte ihn zwingen, dem römischen Kriegsgott Mars zu opfern. Da Maximilian sich weigerte, ließ ihn der Statthalter am 12. Oktober 281 (oder 284) mit einem Schwert enthaupten.

Die Maximilians-Vita ist historisch nicht belegbar und weist in weiten Teilen Parallelen zur älteren Legende des hl. Pelagius auf. Allein Machrichten aus dem 8,, 9. und 10. Jahrhundert machen die Existenz dieses Heiligen glaubhaft. So wird für etwa 711/12 - wenn auch legendenhaft verbrämt - von der Entdeckung einer spätantiken christlichen Kultstätte im Pongau berichtet, in der der hl. Maximilian verehrt worden sei. Der Salzburger Bischof Rupert ließ an dieser Stelle im Einverständnis mit dem baierischen Herzog Theodo eine Maximilianskirche errichten und knüpfte an die spätantike christliche Tradition dieses Ortes an. In der Folge kamen eine Mönchszelle und ein Oratorium hinzu, die von Klerikern aus dem Salzburger Kloster St. Peter besiedelt wurden. Der hl. Rupert beabsichtigte, die Maximilianszelle als einen Stützpunkt für die Slawenmission auszubauen. Doch bereits um 725 und nochmals 820 fiel sie einem Angriff benachbarter Slawen zum Opfer, die die Klosterkirche niederbrannten. Bereits im folgenden Jahr wurde die Kirche wieder geweiht. Reliquien des hl. Maximilian werden erstmals anlässlich ihrer Schenkung um das Jahr 878 durch den ostfränkischen König Karlmann (876-880) an seine bevorzugte Pfalz (Alt-)Ötting erwähnt. 907 ging das Pfalzstift Altötting in den Besitz der Passauer Bischöfe über. Dort verblieben die Reliquien etwa 100 Jahre, bis sie zwischen 976 und 985 vom Passauer Bischof Pilgrim (971 -991) nach Passau transloziert wurden. Der kirchenpolitisch ehrgeizige Pilgrim suchte die Stellung Passaus durch Urkundenfälschungen auf ein angebliches spätantikes Erzbistum Lorch zurückzuführen und damit gegenüber dem Metropolitanbistum Salzburg zu stärken. Bereits Pilgrim mag die Reliquien des hl. Maximilian im Hinblick auf die Verbindung zu Lorch nach Passau überführt und Maximilian zum zweiten Bistumspatron neben Valentin erhoben haben. Damit beanspruchte er das ehemalige Gebiet und die alte Würde des Lorcher Erzbistums für das Bistum Passau. Durchsetzen konnte sich Pilgrim damit freilich nicht.

Unter dem Eindruck der Glaubensgefährdung
durch Häretiker und Ketzer, aber auch durch die Türken gewann die Maximiliansverehrung in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wieder an Bedeutung. Zugleich erfuhr die Lorcher Fabel in dieser Zeit stärkeres Interesse, insbesondere erinnerte man sich der ehrwürdigen Stellung Maximilians als Erzbischof von Lorch, Nach der gotischen Umgestaltung des Passauer Domes erhielten die Gebeine der Bistumsheiligen 1289 einen zentralen Platz im Dom. Zugleich entstand in dieser Zeit auch die oben dargestellte Lebensgeschichte Maximilians. Als im Gefolge des Stadtbrands von 1662 das Deckengewölbe des Doms einstürzte, entdeckte man, dass die Reliquiare der hl. Maximilian und Valentin leer waren; lediglich einige kleinere Teile, die wohl an anderer Stelle im Dom aufbewahrt wurden, sind bis heute erhalten.

Das Bistum Freising erinnerte sich an den Ostertagen 1772 an die legendäre Missionsarbeit Maximilians vor 1500 Jahren, als er auf dem Domberg eine heidnische Kultstätte in eine Marienkapelle umgewandelt haben soll. Fürstbischof Johann Franz Eckher (1696 - 1727) hatte an dieser Stelle östlich der Krypta die Maximilianskapelle als seine Begräbnisstätte ausbauen lassen.
Guido Treffler

Brauchtum und Verehrung

Die Verehrung Maximilians blieb im Wesentlichen auf das Bistum Passau und Österreich beschränkt. Mit dem Habsburger Maximilian I.(1459 - 1519) nahm die Beliebtheit dieses Heiligen spürbar zu. Als Namenspatron fand er in Bayern weite Verbreitung, da zahlreiche Wittelsbacher diesen Namen trugen.

Darstellung, Attribute, Patronate

Dargestellt wird der hl. Maximilian in bischöflichem Gewand mit Kreuz in der Hand und mit Schwert, manchmal auch mit einer Palme oder einem Buch. Szenische Darstellungen zeigen ihn entweder als betenden Bischof vor einer Stadt oder bei der Taufe von Heiden; auch Darstellungen seines Martyriums finden sich des öfteren. Seit dem 10. Jahrhundert ist Maximilian Patron des Bistums Passau. Zugleich firmierte er von 1783 bis 1962 als Linzer Bistumspatron.

Literatur


Bistumspatrone in Deutschland 149-157 (August Leidl / Herbert W. Wurster)

Gebet zur Freisinger Maximilians-Feier 1872

Allmächtiger, ewiger Gott,
der du deinen Diener Maximilian
mit unüberwindlicher Kraft des Glaubens ausgerüstet,
durch ihn eine Menge unsterblicher Seelen für den Himmel gewonnen
und ihn der Krone der Märtyrer gewürdiget hast,
verleihe gnädig, dass wir durch sein Beispiel ermuntert
und durch seine Fürbitte unterstützt,
die göttliche Kraft des Glaubens in uns erfahren,
in derselben alle Versuchungen der Welt,
des Fleisches und des Teufels überwinden
und einst die Krone des ewigen Lebens erlangen mögen,
durch Jesum Christum, deinen Sohn, unsern Herrn.
Amen.