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Hl. Lantpert

Bischof von Freising - 18. September

Lantpert war der 13. Bischof des Bistums Freising. Er leitete die Diözese von 937-957. Während seiner Regierungszeit fielen wiederholt die Ungarn in Bayern ein, bis sie im Jahr 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg entscheidend zurück geschlagen wurden. Das Volk verehrte ihn als den großen Beter und schrieb ihm in Freising die Rettung des Domes vor den Ungarnhorden zu. Lantbert starb am 19. September 957.

Wie die meisten Bischöfe dieser frühen Zeit stammt Lantpert aus dem einheimischen Adel und gehörte wahrscheinlich schon vor seiner Bischofsweihe zum Domklerus in Freising. Als er das Bistum übernahm, lebte das Land in ständiger Bedrohung durch die kriegerischen Ungarn. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts war sein Vorgänger, Bischof Uto (906-907), in der Schlacht bei Pressburg gefallen. Siebenmal fielen in der Regierungszeit Lantperts die gefürchteten Reiterscharen aus dem Osten in Bayern ein, verwüsteten das Land und plünderten Kirchen und Klöster. In dieser Not fügte man damals einer alten Litanei am Dom die Bitte ein: »Ab incursione alienigenarum libera nos Domine« (Vom Einfall der Fremden erlöse uns Herr). Ob Bischof Lantpert an der Schlacht auf dem Lechfeld am Laurentiustag des Jahres 955 teilgenommen hat, wissen wir nicht. In all diesen Stürmen aber ist der Freisinger Domberg verschont geblieben. Es ist möglich, dass der Bischof dies durch Tributzahlungen erreicht hat, ähnlich wie Erzbischof Herold in Salzburg. An dieser Stelle setzte später die Legende ein.

Um die Erhaltung des Friedens setzte sich Bischof Lantpert in den inneren Auseinandersetzungen des Landes ein. Als sich Liu-dolf gegen seinen Vater, König Otto L, erhob, trat der Freisinger Bischof im Gegensatz zum Salzburger Erzbischof diesem Aufstand nicht bei. Lantpert scheint in einem sehr guten Verhältnis zu König Otto l. gestanden zu haben, obwohl er nicht zu den großen
und einflussreichen Persönlichkeiten des Reiches gehörte.

Als der König im Jahr 952 auf dem Lechfeld bei Augsburg einen Reichstag abhielt, traten im Anschluss daran die Bischöfe zu einer kirchlichen Reformsynode zusammen. Die Wirren der Zeit hatten sich auch nachträglich auf Sitte und Zucht im Volk, bei den Priestern und in den Klöstern ausgewirkt. Damit verbunden war ein auffallender kultureller Niedergang in Bayern. Mit solchen Sorgen hatte sich diese Synode von 952 zu befassen. Der König hat nach dem Brauch der Zeit die Versammlung einberufen und auch an ihr teilgenommen. Neben Bischof Lantpert waren noch zwei weitere Bischöfe anwesend, die als Heilige verehrt werden: Ulrich von Augsburg und Konrad von Konstanz. Die eigentliche Reformarbeit aber konnte Lantpert nur mehr beginnen, da er schon wenige Jahre später starb. Sie wurde zielstrebig fortgeführt von seinem Nachfolger, Bischof Abraham (957-993/4).

Die Legende berichtet im späten Mittelalter, auf die Fürbitte Mariens, der Patronin der Domkirche, und durch das Gebet Bischof Lantperts seien die in Freising durchziehenden Ungarn mit Blindheit geschlagen worden, so dass sie den Domberg nicht sehen konnten. Etwas später wandelt sich die Legende zum Nebelwunder: Auf das Gebet des hl. Lantpert hin sei so starker Nebel eingefallen, dass die Feinde den Domberg nicht sehen konnten. Nach einer letzten Version der Legende hat der starke Nebel die bereits angelegten Brandfackeln zum Erlöschen gebracht.

Lantpert ist schon sehr bald nach seinem Tod im Volk als Heiliger verehrt worden, obwohl in dieser Zeit noch keinerlei Wunder mit seinem Leben in Verbindung gebracht wurden. Es wurde zunächst auch keine Lebensbeschreibung verfasst, die ihm - wie sonst durchaus üblich - manches Mirakelhafte zugedichtet hätte. Er galt einfach als eine große Betergestalt auf dem bischöflichen Stuhl. Eine alte Inschrift im Chor des Freisinger Domes brachte zum Ausdruck, dass hier vor dem Altar sein liebster Platz gewesen sei. Ein gutes Jahrhundert nach seinem Tod ist bereits urkundlich zu belegen, dass ein Grab erhoben war; Zeichen dafür, dass er als Heiliger verehrt werden durfte. An seinem Grab wurden Stiftungen niedergelegt, deren Ertrag den Armen zugute kommen sollte, »die vor der Türe stehen«.
Josef Maß


Hymnus aus einem Freisinger Homiliar des 11. Jahrhunderts

Es freue sich die ganze jungfräuliche Mutter Kirche,
erfreut durch die großen Verdienste des hervorragenden Bischofs Lantbert.
Es freue sich das glückliche Bayern,
gesegnet mit einem so liebenswürdigen Sproß.
Es juble vor allem die Stadt Freising,
geehrt durch die Lehre, den Schutz
und den heiligen Leib ihres großen Bischofs.
Mögen wir verdienen,
stets seine fromme Fürbitte beim Herrn, unserem Gott, zu erfahren.


Literatur
* Joseph A. Fischer / Johannes Fuchs / Adolf W. Zieger (Hg.), Lantpert von Freising 937-957. Der Bischof und Heilige. Erinnerungsgabe an die Jahrausendfeier 1957 (Beiträge zur altbayerischen Kirchengeschichte 21/1), München 1959
* Joseph A. Fischer, Die Freisinger Bischöfe von 906 bis 957 (Studien zur altbayerischen Kirchengeschichte 6), München 1980, 79-156