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Seliger Batho

Priester in Freising, Glaubensbote - 30. Juli

Nicht viele wissen, dass das Bistum Freising schon wenige Jahrzehnte nach seiner Errichtung Missionare in die slawisch besiedelten Gebiete des östlichen Alpenraums gesandt hat. Namen und Schicksale dieser bayerischen Glaubensboten sind freilich so gut wie völlig unbekannt. Erst im 11. Jahrhundert begegnet in der Gestalt des seligen Batho ein wenigstens dem Namen nach bekannter Missionar.

Aus der Überlieferung des Kollegiatstifts St. Andreas auf dem Freisinger Domberg erfahren wir, dass der als selig verehrte Batho Kaplan bei Bischof Ellenhard (1052-1078) und Kanoniker zu St. Andreas gewesen ist, nachdem er sich vorher in der Mission große Verdienste erworben hatte. Kärnten soll der Wirkungskreis seiner missionarischen Arbeit gewesen sein, weshalb er manchmal als »Apostel Kärntens« bezeichnet wurde.

Schwerpunkte der Freisinger Missionsarbeit waren Innichen im Pustertal, Maria Wörth in Kärnten und Bischoflack in Krain (Slowenien). Missionarische, kolonisatorische und wirtschaftliche Ziele waren dabei unlösbar miteinander verknüpft. Dennoch darf der missionarische Charakter dieser Arbeit nicht zu gering angesehen werden. In der Gründungsurkunde von Innichen wird als ausdrückliches Ziel der Stiftung angegeben, »das ungläubige Volk der Slawen auf den Weg der Wahrheit zu führen«. Auch in Kärnten grenzten die geschenkten Güter an slawisch besiedelte Gebiete, die offenbar noch nicht völlig im christlichen Glauben gefestigt waren. Für die Mission in Krain bezeugen pastorale Texte in altslawischer Sprache das Bemühen der Freisinger Priester, dem Volk in seiner Landessprache entgegen zu kommen.

Eine alte Legende
verband die Nachricht von Bathos missionarischem Wirken in Innichen mit einer dem Neuen Testament nachgebildeten Wundergeschichte: Er habe die bekehrten Heiden wunderbar mit Brot gespeist.

Das Grab des sel. Batho
befand sich von Anfang an in der 1803 abgerissenen Andreaskirche, westlich der bischöflichen Residenz auf dem Freisinger Domberg. Im Jahr 1376 wurden seine Gebeine erhoben, zuerst in der Ulrichskapelle und später im Chor der Kirche beigesetzt, woran einst ein Gedenkstein erinnerte (heute als Fragment im Domkreuzgang). Im linken Schiff der Andreaskirche war Batho ein eigener Altar geweiht. Er muss um 1716 neu errichtet worden sein und war »von marmoriertem Holz mit gewundenen Säulen«. Über dem Altar standen die Figuren der Heiligen Hilaria und Thekla. Das Altarblatt zeigte den seligen Batho und stammte aus der Hand von Johann Andreas Wolffs Meisterschüler Johann Degler. Auf der Mensa stand ein Glasschrein mit den Reliquien des Seligen. Alle Sonn- und Feiertage wurde hier aufgrund einer Stiftung eine Messe gelesen. Auch eine der großen Statuen von Ignaz Günther am 1759 aufgestellten Hochaltar der Stiftskirche stellte Batho dar.

Bei der Versteigerung des gesamten Inventars von St. Andreas 1803 erwarb sich ein Bauer von Nandlstadt den Batho-Altar und den Reliquienschrein für insgesamt 9 Gulden. Nur das Bild von Degler wanderte in Staatsbesitz. Das »Opferstöckel von Eisenblech am St.-Batho-Altar« aber holte sich der Furtnerbräu. Seitdem befinden sich die Reliquien des sei. Batho in der Pfarrkirche von Nandlstadt. Sein Haupt ist heute in einer verglasten Nische in der Südwand der Kirche zu sehen.

Die Verehrung des sel. Batho
– früher im Freisinger Andreas-Stift beheimatet – hat sich durch die Übertragung der Reliquien in den Markt Nandlstadt verlagert. Hier wird jährlich zum Batho-Fest eine Messe gesungen, die der frühere Pfarrer von Nandlstadt Josef Maier (* 1931) speziell für diesen Anlass komponiert hat.
Darstellung, Attribute, Patronate

Die seltenen erhalten Darstellungen
zeigen Batho entweder als Priester (mit Messgewand oder in der Tracht der Kanoniker von St. Andreas (Talar, Chorrock und Mozzetta)


Tagesgebet am Fest des sel. Batho
Gott, du Vater aller Menschen;
der selige Priester Batho
hat sich nicht mit dem Wirken in der Heimat begnügt,
sondern dein Evangelium zu den Heiden getragen.
Auf seine Fürsprache
hilf uns die Verantwortung sehen,
die wir alle für die Ausbreitung des Glaubens tragen.
Darum bitten wird durch Jesus Christus.
Josef Maas


Literatur und Links

Josef Maas, in: Peter Pfister (Hg.), Ihr Freunde Gottes allzu gleich. Heilige uns Selige im Erzbistum München und Freising, München 2003, S. 104 – 107.
Abbildung aus: ebd.
Rudolf Goerge, »Der seelige Batho Priester zu Feysingen«. Leben, Legende und Verehruung eines Freisinger Heiligen, in: Amperland 17 (1981) 117-121. -> zum Volltext des Artikels
Homepage der Pfarrei Nandlstadt
Batho in: Biographisch Bibliographisches Kirchenlexikon bei www.bautz.de/bbkl
Seliger Batho, aus: Peter Pfister (Hg.), Ihr Freunde Gottes allzugleich, S. 105.<br/>Aufn.: Aurchiv Wolf-Christian von der Mülbe;