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Das Freisinger Petruslied

Das Freisinger Petruslied ist um 880 in ein älteres Buch aus der Zeit Bischof Annos eingetragen worden, das sich in der Bayerischen Staatsbibliothek befindet. Es ist das einzige Lied aus der althochdeutschen Sprachperiode, bei dem auch die Melodie durch Neumen angedeutet ist. Die ersten beiden Strophen berichten erzählend von der Gewalt, die der Herr dem Petrus übergeben hat. Er hat Vollmacht über die Pforte des Himmels und kann einlassen, wen er will. Die dritte Strophe fordert die Gläubigen auf, Petrus zu bestürmen, dass er den Sündern gnädig sei. (Dt. Übersetzung: Vgl. Hymnus der Vesper)

Unsar trohtin hat farsalt • sancte Petre giuualt,
daz er mac ginerian • ze imo dingenten man.
Kyrie eleyson, • Christe eleyson.

Er hapet ouh mit uuortun • himilriches portun
dar in mach er skerian • den er uuili nerian.
Kirie eleison, • Christe eleyson.

Pittemes den gotes trut • alla samant uparlut,
daz er uns firtanen • giuuerdo ginaden.
Kirie eleyson, • Christe eleison.


(Althochdeutsches Lesebuch, Niemeyer Verlag)
Hl. Petrus; Fresko (Ausschnitt) Kloster Altenhohenau