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Nikolaus mit Diplom Johannes Pongratz und Matthias Stiftinger freuen sich auf ihren ersten Einsatz als Bischof von Myra

„Unter dem Nikolausgewand ist es auf Dauer ganz schön warm. Da brauche ich keinen Pullover darunter, ein T-Shirt reicht. Man kann sich ja nicht zwischen den Nikolauseinsätzen immer wieder an- und ausziehen“, weiß Johannes Pongratz. Der 23-jährige Freisinger hat kürzlich die „Nikolaus-Schule“ der kirchlichen Jugendstelle Freising besucht. Bei der vierstündigen Veranstaltung hat der Maschinenbautechniker, der sich in der Katholischen Landjugend engagiert, eine Menge gelernt. „Das ist schon wichtig, dass man erst einmal übt, wie es sich anfühlt, der Nikolaus zu sein“, bekräftigt er. „Sonst macht man vielleicht bei den ersten Einsätzen Fehler.“ Johannes Pongratz hat zum Beispiel die Erfahrung gemacht, dass der Nikolausbart sich nicht nur „kratzig“ anfühlt, sondern dass man damit nur schlecht Platzerl naschen oder einen heißen Tee trinken kann. „Der Bart hängt schon gern einmal in den Mund hinein“, schmunzelt er. Angebotene Platzerl oder Getränke wird er deshalb dankend ablehnen.

Bei jeder Tür den Kopf einziehen

Johannes Pongratz verkleidet als Nikolaus, Bischof von Myra
Matthias Stiftinger trägt stolz das Kostüm des Bischofs von Myra. (Foto: Lennart Preiss / EOM)
Mit dem Besuch des Nikolaus am 6. Dezember verbindet er schöne Kindheitserinnerungen. Deshalb will er diese Tradition weitertragen. Dass er nun selbst in das Gewand des heiligen Nikolaus schlüpfen darf, macht ihn auch etwas stolz. „Man fühlt sich selbst ernsthafter, sobald man sich umgezogen hat. Ich habe gespürt, dass ich ab sofort eine andere Position einnehme“, berichtet er. Trotzdem wird er darauf achten, den Kopf tief einzuziehen, wenn er mit der Mitra durch Türen geht. Sonst bleibt er womöglich am Türrahmen hängen und das wäre nicht gut. Am 5. und 6. Dezember sind die Nikoläuse der Freisinger Landjugend im Einsatz. Dann wird auch aus dem Johannes ein Nikolaus. „Ich freue mich schon sehr darauf, bin aber auch etwas nervös“, gesteht er.

Auf einen Krampus wird Johannes Pongratz verzichten. „Ich möchte den Kindern ja eine Freude machen und sie nicht erschrecken“, betont er. Mit Lob und Bestärkung für gutes Verhalten und den kleinen Geschenken, die ihm die Eltern zuvor für den Nachwuchs übergeben haben, gelingt das bestimmt. Auch seine Nichten und Neffen wird er als Nikolaus besuchen. Aber das sollen sie vorher natürlich nicht erfahren…

Nikolaus statt Weihnachtsmann

Johannes Pongratz war einer der acht Teilnehmer und zwei Teilnehmerinnen der Freisinger „Nikolaus-Schule“, die der Landshuter Jugendseelsorger Andreas Steinhauser zusammen mit Stefanie Penker von der Abteilung Kinderpastoral im Erzbischöflichen Ordinariat München organisiert hat. Bei einer zusätzlichen Veranstaltung in Landshut waren noch einmal sechs junge Nikoläuse dabei, die ebenfalls alle das „Nikolaus-Diplom“ erhalten haben. Seit vier Jahren bietet Steinhauser mittlerweile die „Nikolaus-Schule“ an. „Ich bin selbst viel als Nikolaus unterwegs. Bei den Einsätzen trifft man dann andere, die aber eher aussehen wie ein Kaufhaus-Weihnachtsmann und nicht wie der Nikolaus. Das hat mich geärgert. Und ich habe mir gedacht, da muss eine Schulung her, die mit einem Nikolaus-Diplom abschließt“, schildert er seinen Anfangsimpuls.

Der 39-Jährige hat selbst mit 17 Jahren als Krampus angefangen. Seit er 20 Jahre alt ist, geht er als Nikolaus zu den Kindern und Jugendlichen. Sein praktisches Wissen teilt Andreas Steinhauser gern mit den Neuen. „Viele bestellen ihre Kleidung im Internet und dort gibt es vor allem das Outfit von Weihnachtsmännern. Die brauchen erst einmal Tipps, wo man die Ausstattung eines richtigen Nikolaus herbekommt“, erklärt er. Die Person des heiligen Nikolaus ist dem Landshuter Jugendseelsorger ebenfalls wichtig. Deshalb erfahren die Teilnehmer bei ihm mehr über den historischen Bischof von Myra. „Man muss sich die Zeit nehmen zu erklären, warum der Nikolaus einen Bischofsstab hat und eine Mitra trägt. Dann kann man einiges dazu vermitteln“, erklärt er.

Bei der Nikolaus-Schule geht es auch um konkrete Tipps für die künftigen Nikoläuse, zum Beispiel: Wie mache ich Werbung für den Nikolausdienst meiner Gemeinde? Welche Informationen brauche ich von den Eltern, damit der Besuch gut klappt? Wie plane ich die Wegstrecken zwischen den Einsätzen und wie viel Zeit muss ich einplanen? „Es ist gut, wenn man einen Fahrer hat“, weiß Andreas Steinhauser. „Ich selbst bin immer mit Fahrer unterwegs und sehr dankbar dafür, auch für die Unterstützung derjenigen, die die Vorabplanung übernehmen.“

Rollenspiele zur Vorbereitung

Besonders wichtig sind in der Nikolaus-Schule die Rollenspiele. Dabei geht es nicht nur darum, selbst ins Gewand zu schlüpfen, sondern auch verschiedene Situationen durchzuspielen, die Andreas Steinhauser alle schon selbst erlebt hat. Da gibt es beispielsweise Hobby-Filmer, die jeden Schritt mit dem Handy dokumentieren und oft noch eine Wiederholung wünschen, weil sie eine Szene nicht gut getroffen haben. Es gibt Väter, die in Jogginghosen vor dem eingeschalteten Fernseher sitzen und den Besuch des Nikolaus ignorieren. Dann wird Andreas Steinhauser durchaus etwas autoritär: „Ich weise darauf hin, dass dies ein besonderer Abend ist, an dem der Nikolaus bei der Familie ist, der auch von den Eltern eingeladen wurde. Ich bitte um Aufmerksamkeit und warte, bis Ruhe herrscht.“ Wenn man solche Situationen nicht kennt, könnten Nachwuchs-Nikoläuse durchaus etwas ins Trudeln kommen.

Auch ein bestimmtes pädagogisches Konzept ist dem Jugendseelsorger wichtig. „Es geht vor allem um Lob, weniger um Tadel. Der Nikolaus ist der Freund der Kinder und nicht der verlängerte Erziehungsarm der Eltern.“ Deshalb liest er manchmal nicht alles vor, was Eltern ihm auf die Tadel-Liste des jeweiligen Kindes schreiben. „Vor allem, wenn die Intimsphäre des Kindes berührt wird, geht das gar nicht. Es soll ja ein schöner Abend werden“, betont er.

Andreas Steinhauser hat die Absolventen der Nikolaus-Schule zur Nikolaus-Wallfahrt am 14. Dezember nach Altötting eingeladen. Dort treffen sich Nikoläuse aus ganz Deutschland und Österreich in ihren Gewändern – in diesem Jahr schon zum 9. Mal. „Das ist immer ein tolles Erlebnis, wenn wir dann auf dem Kapellplatz beisammen sind. Und ich freue mich, die Nikoläuse, die heuer in der Nikolaus-Schule waren, wiederzutreffen und von ihren Erlebnissen zu hören.“

Text: Gabriele Riffert, freie Redakteurin, Dez. 2019


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Nikolausschule 2020

Auch für 2020 sind wieder Termine für die Nikolausschule geplant.
Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Jugendstellen in Landshut oder Freising oder an die Kinderpastoral des Erzbistums.