Die Erzdiözese nimmt sexuellen Missbrauch im Raum der Kirche sehr ernst. Die Unterstützung von Betroffenen, die Verhinderung weiterer Fälle durch Prävention und die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gehören zu ihren wichtigsten Aufgaben. Informieren Sie sich hier über das breite Engagement der Erzdiözese in Prävention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt.
Seit dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle hat die Erzdiözese Aufarbeitung und Prävention sukzessive zu einem ihrer zentralen Anliegen gemacht. Dabei lernt sie stetig dazu und versucht, ihrer Verantwortung mehr und mehr gerecht zu werden. Besonders der Austausch mit Betroffenen und deren Unterstützung hat sich beständig weiterentwickelt.
Kardinal Reinhard Marx betont: „Angesichts des Leids, das Betroffene erfahren haben, wird es unser stetes Bemühen bleiben, alles, was uns möglich ist, zu unternehmen, um das erfahrene Leid zu lindern und künftiges zu verhindern.“ Gemeinsam mit Generalvikar Christoph Klingan, Amtschefin Dr. Stephanie Herrmann und allen weiteren Verantwortlichen der Erzdiözese steht der Erzbischof für eine konsequente Orientierung an der Perspektive der Betroffenen und nachhaltige Prävention sexuellen Missbrauchs.
In dem Bewusstsein, dass das erlittene Leid nicht ungeschehen gemacht werden kann, will die Erzdiözese Betroffene sexuellen Missbrauchs bestmöglich unterstützen. Ihnen steht die Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene von sexuellem Missbrauch ebenso zur Verfügung wie die Unabhängigen Ansprechpersonen für die Prüfung von Verdachtsfällen. Der Betroffenenbeirat begleitet den Umgang der Erzdiözese mit Fragen der sexualisierten Gewalt. Zudem können Betroffene die Unterstützung externer nichtkirchlicher Fachberatungsstellen, seelsorgliche Begleitung und Leistungen in Anerkennung des Leids in Anspruch nehmen.
Die Anlauf- und Beratungsstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt und ihre Angehörigen ist von Montag bis Donnerstag jeweils von 9 bis 13 Uhr unter Telefon 089/2137-77000 sowie per E-Mail an anlaufstelle-betroffene@eomuc.de zu erreichen.
Die Kirche soll ein sicherer Raum für Kinder, Jugendliche und schutzbedürftige Personen sein, in dem für Übergriffe und Missbrauch kein Platz ist. Um weitere Fälle zu verhindern, werden alle Mitarbeitenden, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, eigens geschult und müssen erweiterte Führungszeugnisse vorlegen. Es gibt umfangreiche Handreichungen und Empfehlungen, Pfarreien und Einrichtungen müssen Schutzkonzepte vorlegen.
Die Erzdiözese engagiert sich auch überdiözesan für Prävention und gründete 2012 gemeinsam mit der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom und der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm das Zentrum für Kinderschutz, Centre for Child Protection (CCP), das mittlerweile in das Institute of Anthropology an der Gregoriana (IADC) überführt wurde.
Wird ein Verdacht auf einen Übergriff oder auf sexuellen Missbrauch gemeldet, handelt die Erzdiözese rasch. Sie nimmt bei möglichen Straftaten Kontakt mit der Staatsanwaltschaft auf und prüft, was getan werden muss, um Wiederholungstaten zu verhindern. Die Betroffenen erhalten dabei bestmögliche Begleitung. Für die Beschuldigten werden neben den Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden und gegebenenfalls in Abstimmung mit diesen auch arbeits- und kirchenrechtliche Konsequenzen geprüft.
Der Betroffenenbeirat dient der kontinuierlichen und institutionalisierten Beteiligung von Betroffenen. Seine Aufgabe ist die kritische Begleitung der Weiterentwicklung des Umgangs mit Fragen der sexualisierten Gewalt sowohl hinsichtlich der diözesanen Aufarbeitung, der Maßnahmen der Prävention als auch im Bereich der Intervention.
Die Mitglieder der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen in der Erzdiözese München und Freising greifen bereits begonnene Prozesse bezüglich der Aufarbeitung, der Prävention und Intervention auf und entwickeln diese aus einer externen, fachlichen und unabhängigen Perspektive heraus weiter.
Bereits im Jahr 2010 hat die Erzdiözese als erste deutsche Diözese einen externen Missbrauchsbericht vorgestellt und ist so einen großen Schritt in der Aufarbeitung gegangen. 2022 folgte ein durch die Erzdiözese in Auftrag gegebenes umfangreiches externes Gutachten, das besonders die Rolle der Verantwortlichen beleuchtete. Ein wichtiger Schritt war auch die MHG-Studie der Deutschen Bischofskonferenz im Jahr 2018, zu der die Erzdiözese ausführlich Stellung nahm. Seit 2011 werden zudem regelmäßige Missbrauchsberichte der Unabhängigen Ansprechpersonen veröffentlicht. Eine Grundlage für die Aktivitäten der Erzdiözese in der Aufarbeitung bildet die "Gemeinsame Erklärung über verbindliche Kriterien und Standards für eine unabhängige Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche in Deutschland".
Ein Beraterstab unterstützt den Erzbischof in Fragen des Umgangs mit sexuellem Missbrauch Minderjähriger und schutz- oder hilfebedürftiger Erwachsener. Dem Beraterstab gehören die Unabhängigen Ansprechpersonen, die Leiterinnen der Stabsstelle Prävention von sexuellem Missbrauch und Personen mit psychiatrisch-psychotherapeutischem, pastoralem, juristischem sowie kirchenrechtlichem Sachverstand und fundierter fachlicher Erfahrung und Kompetenz in der Arbeit mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs an, hierzu zählen etwa auch Vertreter der unabhängigen nichtkirchlichen Beratungsstellen. In ihm können auch Personen mitarbeiten, die im kirchlichen Dienst beschäftigt sind. Im Einzelfall können weitere fachlich geeignete Personen konsultiert werden.
Dem Beraterstab gehören aktuell an: Kirstin Dawin (Unabhängige Ansprechperson für die Prüfung von Verdachtsfällen), Lisa Dolatschko-Ajjur (Leiterin der Stabsstelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch), Prof. Dr. Franz Joseph Freisleder (Ehemaliger Ärztlicher Direktor des kbo-Heckscher-Klinikums und Honorarprofessor für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Ludwig-Maximilians-Universität München), Bernhard Freitag (Fachreferent für die interne Untersuchung von Fällen sexualisierter Gewalt und Grenzüberschreitungen), Dr. Stephanie Herrmann (Amtschefin des Erzbischöflichen Ordinariats München), Kirsten Jungmeier (Systemische Familientherapeutin (DGSF) und Traumafachberaterin (GPTG) bei Wildwasser München e.V.), Richard Kick (Sprecher des Betroffenenbeirats), Christoph Klingan (Generalvikar der Erzdiözese München und Freising), Helmut Kniele (Leiter der Stabsstelle Recht), Ulrike Leimig (Unabhängige Ansprechperson für die Prüfung von Verdachtsfällen), Dr. Martin Miebach (Unabhängige Ansprechperson für die Prüfung von Verdachtsfällen), Dr. Marcus Nelles (Leiter der Abteilung Kirchenrecht), Andreas Schmiedel (Leiter der Fachstelle des Münchener Informationszentrums für Männer MIM), Kilian Thomas Semel (Leiter der Stabsstelle Beratung und Seelsorge für Betroffene von Missbrauch und Gewalt in der Erzdiözese München und Freising) sowie Christine Stermoljan (Leiterin der Stabsstelle zur Prävention von sexuellem Missbrauch).
Leitung: Lisa Dolatschko-Ajjur und Christine Stermoljan
Schrammerstraße 3
80333 München
Leitung: Pfarrer Kilian Semel
Schrammerstraße 3
80333 München
Unabhängige Ansprechperson für die Prüfung von Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger
St.-Emmeram-Weg 39
85774 Unterföhring
Unabhängige Ansprechperson für die Prüfung von Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger
Postfach 42
82441 Ohlstadt
Unabhängige Ansprechperson für die Prüfung von Verdachtsfällen des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger
Tengstraße 27 / III
80798 München