Vor dem Münchner Rathaus im Sonnenschein stehen elf Männer. Die Gruppe besteht aus Vertretern unterschiedlicher Religionen. Am Rednerpult links vorne steht Weihbischof Rupert Graf zu Stolberg. Auf dem blauen Plakat mit weißer Friedenstaube am Rednerpult steht zu lesen: Friedensgebet.
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Einander zu kennen, ist wichtig: Religiöse Vielfalt prägt unser Leben und den Alltag.

Dialog der Religionen: Warum die bewusste Begegnung wichtig ist

Ein friedliches Miteinander in einer vielfältigen Gesellschaft kann nur durch gegenseitige Wertschätzung und Wissen übereinander funktionieren. Die Erzdiözese München und Freising setzt dafür seit Jahrzehnten auf interreligiöse Begegnungen.

Unsere Gesellschaft ist durch Globalisierung und Migration religiös vielfältig geworden: In Deutschland leben Menschen verschiedener christlicher, islamischer, jüdischer, buddhistischer, hinduistischer Richtungen und vieler weiterer Religionsgemeinschaften. Sie begegnen einander im Alltag, in der Kita, in der Schule, am Arbeitsplatz, im Verein, in der Nachbarschaft und wissen doch oft wenig voneinander.  

Unwissen aber ist die Quelle von Angst und Vorurteilen. Deshalb sind bewusste Begegnung im Alltag, das Gespräch miteinander, das Sich-kennen-lernen so wichtig für ein konfliktfreies Zusammenleben. Wobei: Konflikte wird es immer geben, wo Menschen aufeinandertreffen – entscheidend ist, wie wir mit diesen Konflikten umgehen, wie wir sie zu lösen versuchen und mit welcher Haltung wir dem anderen begegnen.

Wir sind alle Kinder Gottes: Wie die Erzdiözese den Dialog fördert

Vom christlichen Glauben her sollten wir anderen Menschen grundsätzlich mit Respekt und Wertschätzung begegnen, weil nach unserem Verständnis jeder Mensch ein Ebenbild Gottes mit einer unverlierbaren Würde ist. Als Menschen sind wir alle Kinder Gottes, somit Geschwister. Außerdem geht die katholische Kirche davon aus, dass uns auch in den anderen Religionen „Wahres und Heiliges“ begegnet.
 

Blick auf Petersplatz und Petersdom
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Konzilserklärung „Nostra Aetate“

Nostra Aetate ist eine Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1965), die den Dialog mit anderen Religionen fördert. Sie betont Respekt und Verständnis, besonders gegenüber dem Judentum, Islam und anderen Glaubensrichtungen, und lehnt Antisemitismus ab.

Gleichzeitig geben wir als gläubige Menschen im Dialog ein Zeugnis von unseren Glaubensüberzeugungen und stehen den Dialogpartnern Rede und Antwort.
Deshalb pflegt und fördert die Erzdiözese seit vielen Jahrzehnten den Dialog und die Zusammenarbeit mit anderen Religionsgemeinschaften. 

So wurde bereits 1948 die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in München gegründet, die sich seitdem für eine vorurteilsfreie Begegnung und gegen Antisemitismus einsetzt. Zudem unterstützen wir personell, ideell und finanziell andere interreligiöse Initiativen wie das Haus der Kulturen und Religionen München, bieten Bildungs- und Kulturveranstaltungen, um Kenntnisse zu vermitteln und Begegnung zu ermöglichen. Wir kooperieren dabei mit religiösen Gemeinden, Schulen, Bildungsinstitutionen, Stiftungen und kommunalen Einrichtungen.

Die Erzdiözese ist außerdem im Rat der Religionen München durch den Bischofsvikar für die Seelsorgsregion München vertreten und der Fachbereich Dialog der Religionen unterstützt den Rat in Form der Geschäftsführung.
 

Fachbereich Dialog der Religionen

Leitung: Dr. Andreas Renz

Kapellenstraße 4

80333 München

089 2137-2364
089 2137-272364