Zwei Männer sitzen nebeneinander und sind einander im Gespräch zugewandt.
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Pfarrer Kilian Semel und Kardinal Reinhard Marx im Austausch beim jüngsten Tag der Begegnung in Rottach-Egern.

Dialog und Gebet: Veranstaltungen mit Betroffenen und für sie

Aufarbeitung vollzieht sich auch im Dialog, im echten Zuhören und im gemeinsamen Gebet. Für Betroffene von sexualisierter Gewalt bietet die Erzdiözese verschiedene Formen des Austauschs und möglicher Hilfen für einen persönlichen Heilungsweg an.

„Man muss immer darauf achten, nicht müde zu werden, sondern zu fragen: Können wir Ihnen, den Betroffenen, noch weiter helfen?“ Das sagte Erzbischof Kardinal Reinhard Marx im September 2025 den rund 40 anwesenden Missbrauchsbetroffenen und Angehörigen beim 4. „Tag der Begegnung“ in Rottach-Egern am Tegernsee zu: „Sie dürfen darauf vertrauen, dass wir mit Ihnen gehen.“ Die Betroffenen und Angehörigen waren zusammengekommen, um sich auszutauschen und sich über neue Angebote zur Begleitung und Unterstützung zu informieren. Kardinal Marx, Generalvikar Christoph Klingan, Amtschefin Stephanie Herrmann und weitere Ansprechpersonen standen vor Ort für Einzelgespräche zur Verfügung.

Seit 2022 findet jährlich ein „Tag der Begegnung“ statt, der sich besonders an Menschen richtet, die als Kinder oder Jugendliche sexualisierte Gewalt durch Mitarbeitende der Erzdiözese München und Freising erfahren haben. Die Veranstaltungen, die von der Erzdiözese organisiert werden, wurden von der Unabhängigen Aufarbeitungskommission für sexuellen Missbrauch in der Erzdiözese initiiert.

Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs

Menschen halten sich bei einer Andacht in einer Backsteinkrypta an den Händen. Kardinal Reinhard Marx leitet das Gebet.
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Andacht in der Krypta des Münchner Liebfrauendoms am Mahnmal gegen das Vergessen des Missbrauchs in der katholischen Kirche

 

Der Gebetstag für Betroffene sexuellen Missbrauchs geht auf eine Initiative von Papst Franziskus zurück und wird seit 2016 weltweit in der katholischen Kirche begangen, in Deutschland rund um den 18. November, den „Europäischen Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch“. Damit soll das Bewusstsein für das Leid der Betroffenen und für die Thematik sexueller Missbrauch und Gewalt geschärft werden. Der Gebetstag ist ein bewusstes Zeichen gegen Missbrauch und für Solidarität mit den Betroffenen.

In der Erzdiözese fanden in den vergangenen Jahren aus Anlass des Gebetstags unterschiedliche Gottesdienste und Veranstaltungen statt:

  • 2025 feierte Erzbischof Kardinal Reinhard Marx gemeinsam mit dem Betroffenenbeirat der Erzdiözese eine Andacht in der Krypta des Münchner Liebfrauendoms, wo als Mahnmal gegen das Vergessen des Missbrauchs in der katholischen Kirche die Skulptur „Heart“ des Münchener Künstlers Michael Pendry auf einer Stele dauerhaft installiert ist. In Anlehnung an Psalm 147,3 ist das Werk mit der Inschrift versehen: „Wer heilt die zerbrochenen Herzen?“
  • 2023 luden der Betroffenenbeirat der Erzdiözese München und Freising und der Pfarrverband Eichenau-Alling zu einer Andacht in der Pfarrkirche Zu den Heiligen Schutzengeln in Eichenau, Landkreis Fürstenfeldbruck, und zu einem anschließenden Austausch ein. Zu den Mitwirkenden zählte auch Erzbischof Kardinal Reinhard Marx. In Eichenau gab es Missbrauchsfälle in den 1960er Jahren.
  • 2022 fand in der Pfarrkirche St. Martin in Unterwössen, Landkreis Traunstein, eine Andacht statt. Generalvikar Christoph Klingan war zu diesem Anlass auch nach Unterwössen gekommen und stand für Gespräche vor Ort zur Verfügung. In der Pfarrkirche befindet sich ein von Holzbildhauer Andreas Kuhnlein gestalteter Andachtsraum. Er zeigt Szenen von Verurteilung, Kreuzigung und Auferstehung Christi, begleitende Texte an den Wänden stellen Bezüge zum Thema Missbrauch her. In Unterwössen hatte ein Priester vor mehr als 60 Jahren mehrere Kinder und Jugendliche missbraucht.