Ein Mann umarmt von hinten eine Frau, die sich traurig an ihn schmiegt.
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In guten wie in schlechten Zeiten versprechen sich Paare, füreinander da zu sein.

In schlechten Zeiten

An einen Gott zu glauben, der alle Wege mitgeht, und an Jesus Christus, der dem Leid nicht ausgewichen ist, kann ein großer Trost sein und viel Kraft geben. Die Hoffnung aus dem Glauben, dass jeder Schmerz, jede Krankheit, sogar der Tod einen Weg und Durchgang auf eine Heilung hin oder auf das Heil hin bedeutet, kann stärken und Gelassenheit schenken – und manchmal sogar Berge versetzen. 

Auch wenn die Frage nach dem Warum von Schmerz, Krankheit, Leid und Tod oft nicht beantwortet werden kann und nur der Schrei, die Klage an Gott bleibt: Es ist gut, wenn andere das mit aushalten können und bei uns bleiben.

Was uns gut tut

Welch eine Entlastung, krank sein zu dürfen – wenn andere und wir selbst uns das zugestehen. Es ist in Ordnung, wenn ich jetzt nichts arbeite und lerne. Ich darf, aber ich muss nicht schnell gesund werden. Ich darf mir Zeit geben.
 
Ist ein Familienmitglied krank, sind meist auch die anderen betroffen. Mehr oder weniger leiden sie mit und haben ganz ähnliche Bedürfnisse wie die Kranken selbst. Sie möchten:

  • mit ihren Gefühlen, ihrer Sicht ernst genommen werden
  • Geduld mit der eigenen Ungeduld und Unleidlichkeit erleben
  • sich an der Zuversicht des anderen festhalten können
  • sich an kleinen Schritten der Genesung mitfreuen
  • klagen, weinen und jammern dürfen
  • zusammenstehen: „Wir schaffen das!“
  • in Ruhe gelassen werden
  • wieder und wieder erzählen dürfen
  • erleben, dass andere an sie denken
  • getröstet werden
  • liebevoll umsorgt, umarmt werden
  • wissen: Die anderen beten für mich.

Manchmal hat Krankheit auch einen Sinn:

  • Einer durchlittenen Krankheit folgt – vor allem bei Kindern – oft ein Sprung in der Entwicklung der Persönlichkeit.
  • Krankheit kann sensibel machen für das, was wichtig ist im Leben.
  • Die Krankheit konfrontiert uns mit unserem Leben, seinen Grenzen und seiner Endlichkeit, und führt uns zu Demut, Gelassenheit und Hilfsbereitschaft.
  • Manchmal ist Krankheit ein Hinweis darauf, dass ich im Leben etwas ändern sollte. 
  • Sie macht mich auf Einseitigkeiten aufmerksam: Stehe ich zu sehr unter Strom? Fehlt mir Zeit zum Durchatmen? Bin ich zu viel allein? Opfere ich mich für andere auf? Weigere ich mich, Hilfe anzunehmen? Ernähre ich mich falsch? 
  • Krankheit kann wie eine Kontroll-Lampe am Armaturenbrett sein: Es geht nicht darum, sie so schnell wie möglich abzustellen, sondern darum, den angezeigten Mangel zu beheben.

Die Resilienz stärken

Die psychische Widerstandskraft, die wir Resilienz nennen, ist wichtig, um Krisen zu meistern. Hilfreich ist, den Fokus weniger auf die Probleme und dafür mehr auf die Ressourcen zu lenken:

  • Was tut mir gut?
  • Was hilft mir, wieder auf positive Gedanken zu kommen?

Umgekehrt gilt es, den Blick darauf zu lenken, was in der aktuellen Situation weniger guttut. Hier lohnt ein Blick zurück auf die Corona-Krise, wo viele selbst erfahren haben, dass der ständige Konsum von Nachrichten ohnehin bestehende Ängste befeuern kann. Es gehe nicht darum, erklärt Diplom-Psychotherapeutin Isabelle Überall von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung unserer Erzdiözese, den Kopf in den Sand zu stecken, sondern „ihn freizubekommen, Kräfte zu sammeln und positive Gedanken zuzulassen“. Die erfahrene Therapeutin nennt drei Grundsätze, die Menschen in der Krise guttun:

Entspannen: Die Gedanken beruhigen, Spaziergänge in der Natur unternehmen, Sport treiben, beten.

Spaß haben: Schöne Augenblicke sammeln und ins eigene Leben einbauen: etwas Leckeres für sich kochen, mit der besten Freundin telefonieren, einen guten Film ansehen.

Auch anderen etwas Gutes tun: Es helfe, nicht nur für sich zu sorgen, sondern auch anderen etwas Gutes zu tun: für die Nachbarin einkaufen gehen, Geld für einen guten Zweck spenden. „Anderen Menschen helfen kann glücklich machen“, sagt sie.

Wichtig seien auch:

  • feste Tagesstrukturen
  • Freunde und Bekannte nicht zu vernachlässigen, sondern zu versuchen, den Kontakt zu halten
  • ausreichend Schlaf
  • eine gesunde, ausgewogene Ernährung
  • Hobbys pflegen
  • Die innere Haltung ändern und die Ansprüche an sich selbst auch einmal herunterschrauben.

Wer es schafft, die eigene Wahrnehmung zu ändern und die Erwartungen an sich, den Partner und das Leben zu reduzieren, kann den Fokus ändern und darauf ausrichten, was alles funktioniert und funktioniert hat. Der positive Nebeneffekt: Es entstehen mehr Freiräume und wieder Zeit zum Durchatmen. Die Beraterinnen und Berater der Ehe-, Familie und Lebensberatung der Erzdiözese helfen dabei.

Impulse für Paare

Segensherzen

Bunte Papierherzen, ein weißes Herz mit einem Segensspruch darauf.
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Kostenfrei für den Bereich der Erzdiözese München und Freising.

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„Erfüllte Partnerschaft“ - Impulskarten für Paare

Blaues Buchcover Erfüllte Partnerschaft – Impulskarten für Paare von Sandra Hessel.
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30 Fotokarten mit Anregungen für die Paarbeziehung sowie einem Grußwort und Segenswünschen von Kardinal Marx.

Weitere Informationen

Ein bis zwei Exemplare kostenfrei für den Bereich der Erzdiözese München und Freising. Mehrere Exemplare für kirchliche Institutionen auf Anfrage.

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Ehe-, Familien- und Lebensberatung

Rückertstraße 9

80336 München

089 544311-0

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