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Mit einem Gottesdienst gedachten im April 2025 Gläubige des 80. Jahrestags der Befreiung des KZ Dachau.

Erinnerungsarbeit im Erzbistum München und Freising

Erinnerungsarbeit im Erzbistum München und Freising würdigt Menschen, die Opfer von Unrecht und Gewalt geworden sind. Vielfältige liturgische Angebote und Bildungsveranstaltungen laden dazu ein, sich mit Fragen nach Gewissen, Menschenwürde und Verantwortung für Gegenwart und Zukunft auseinanderzusetzen.

Erinnerung an Geschichte wachzuhalten, der Opfer von Unrecht und Gewalt zu gedenken und dadurch Menschen zu gewinnen, Verantwortung für Gegenwart und Zukunft zu übernehmen, gehört zu den zentralen Aufgaben des Erzbistums München und Freising. Deshalb verbindet sie historisches Gedenken mit Bildungsarbeit. Die Erinnerungsarbeit richtet den Blick auf Opfer und Orte, an denen Gewalt und Unrecht sichtbar werden. Besonders die Geschichte des Nationalsozialismus und die KZ-Gedenkstätte Dachau prägen diesen Auftrag.

Kirchliche Erinnerungsarbeit will vor allem Erfahrungen von Leid und Widerstand zugänglich machen, will Fragen nach Gewissen, Menschenwürde und Verantwortung für die Gegenwart öffnen. Unsere Angebote richten sich ausdrücklich an eine breite Öffentlichkeit unabhängig von religiöser Bindung.

Blutzeugen des Erzbistums

Menschen zu gedenken, die aus Glaubens- und Gewissensgründen verfolgt und ermordet wurden, ist einer der Schwerpunkte unserer Erinnerungsarbeit. Die Blutzeugen des Erzbistums stehen für individuelle Gewissensentscheidungen in Situationen von Verfolgung und Unterdrückung – ob im Nationalsozialismus oder in verschiedenen Missionsgebieten weltweit. Ihre Lebenswege werden erforscht, dokumentiert und das Gedenken an sie in Rundgängen, Gesprächen, Gottesdiensten und vielen anderen Formen wachgehalten.

Selige Märtyrer von Dachau

Besondere Bedeutung haben auch die Seligen Märtyrer von Dachau. Insgesamt 62 Geistliche und Laien aus unterschiedlichen Nationen, die im Konzentrationslager Dachau litten, wurden von der katholischen Kirche seliggesprochen. Sie stehen exemplarisch für religiöse Verfolgung im Nationalsozialismus und für die Frage, wie Menschen unter extremer Gewalt an ihrem Glauben festhalten konnten. 

Erinnerungsarbeit als gemeinsamer Lernprozess 

Die Erinnerungsarbeit im Erzbistum München und Freising wird getragen vom Fachbereich Gedenkstättenseelsorge und Erinnerungsarbeit.  Er bietet sowohl Rundgänge, Vortragsveranstaltungen, Konzertlesungen und Podiumsdiskussionen als auch liturgische Formate wie Friedensgebete, Kreuzwege und Andachten. Viele davon entstehen in Zusammenarbeit mit Partnern wie dem Dachauer Forum, der Evangelischen Versöhnungskirche sowie der Stiftung Bayerische Gedenkstätten. Ziel ist es, Erinnerung als gemeinsamen Lernprozess zu gestalten. Ein konkretes Beispiel ist das Gedächtnisbuch für die ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau sowie die internationale Wanderausstellung „Namen statt Nummern“. Beide Projekte machen individuelle Lebensgeschichten hinter der anonymen Zahl der Häftlinge sichtbar, geben den Opfern ihre Namen und Gesichter zurück. Die Katholische Seelsorge an der KZ-Gedenkstätte Dachau gehört zum Trägerkreis dieser Kooperationsprojekte.

Die Gedenkstättenseelsorge in Dachau

Details zu Geistlichen im Konzentrationslager Dachau, Links und Literatur sowie das aktuelle Veranstaltungsprogramm der Gedenkstättenseelsorge für das Jahr 2026 finden Sie unter dem Link. 

Gedenkorte rund um die KZ-Gedenkstätte Dachau

Das Gedenken an Martyrien während des Nationalsozialismus ist mit konkreten Plätzen rund um die KZ-Gedenkstätte Dachau verbunden. Die kirchlichen Gedenkorte bieten Raum für Stille, Gebet und Reflexion. Die Todesangst-Christi-Kapelle auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte erinnert an das Leiden der Häftlinge dort und ist bis heute ein wichtiger Ort des persönlichen Gedenkens. Hinzu kommen weitere religiöse Gedenkorte wie der Karmel Heilig Blut und die Kapelle Regina Pacis beim KZ-Friedhof am Leitenberg. 

Nagelkreuzzentrum Dachau

Erinnerungsarbeit in unserem Erzbistum ist außerdem international vernetzt. Gemeinsam mit der Evangelischen Versöhnungskirche gehört die Katholische Gedenkstättenseelsorge zur internationalen Nagelkreuzgemeinschaft. Entstanden aus der Erfahrung der Zerstörung der englischen Stadt Coventry im Zweiten Weltkrieg durch deutsche Bomber, erweitert dieses ökumenische Netzwerk Erinnerungsarbeit um die Perspektive der internationalen Versöhnung. 

Kreuzwege

Jedes Jahr findet am Freitag vor Palmsonntag auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte eine Kreuzweg-Andacht statt, die sich jeweils mit einem Schwerpunktthema auseinandersetzt. Je sieben Stationen gehen von Erinnerungen an das Konzentrationslager aus und verbinden sie mit biblischen Texten und Impulsen. Die Andachtstexte bietet das Dachauer Forum zum Nachlesen an.  

Erinnerung als Bildungsarbeit

Alle diese Bereiche verbindet ein gemeinsamer Ansatz: Erinnerungsarbeit als Bildungsarbeit. Sie lädt dazu ein, Geschichte konkret zu begreifen und daraus Orientierung für heutiges Handeln zu gewinnen.

Fachbereich Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit

Leitung: Judith Einsiedel

Alte Römerstraße 75

85225 Dachau

08131 321731