Zweiteilige alte Holztür mit dunklen Metallbeschlägen, teilweise geöffnet.
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Für einen letzten, legitimen Versuch stehen die Türen unserer Kirchen offen: aus Solidarität mit Geflüchteten.

Kirchenasyl: Nothilfe in alter Tradition

Das Kirchenasyl ist eine humanitäre Praxis, die in Deutschland von Kirchengemeinden und Ordensgemeinschaften ausgeübt wird. Hier finden Sie Informationen über das Kirchenasyl im Erzbistum München und Freising und Ansprechpartner für den Notfall.

Kirchenasyl ist ein letzter, legitimer Versuch (ultima ratio) eines Ordens oder einer Gemeinde, Flüchtlingen durch befristete Schutzgewährung beizustehen, um auf eine erneute, sorgfältige Überprüfung ihrer aufenthaltsrechtlichen Situation hinzuwirken.

Kirchengemeinden und Orden, die Kirchenasyl gewähren, treten für Menschen ein, denen durch eine Abschiebung Gefahren für Leib, Leben oder Freiheit drohen und für die mit einer Abschiebung nicht hinnehmbare Härten verbunden sind. Kirchenasyl schafft Zeit für weitere Verhandlungen, für die Ausschöpfung aller Rechtsmittel und für eine sorgfältige Überprüfung des Schutzbegehrens, ein faires Verfahren und die Berücksichtigung aller Aspekte. In allen Fällen werden die zuständigen Behörden über den Aufenthalt im Kirchenasyl unterrichtet.

Sie suchen Kirchenasyl und haben Fragen zum Prozess?

Jede schutzsuchende Einzelperson ist mit ihrem Härtefall einzigartig, Umstände und Praktiken im Ausland ändern sich laufend, weshalb kaum einheitliche Kriterien für eine Schutzgewährung formuliert werden können. Bitte beachten Sie das Informationsblatt für Kirchenasylsuchende. Für weitere Informationen nehmen Sie bitte mit Micha Pollok, dem Referenten für Kirchenasyl, Kontakt über mipollok@eomuc.de auf. 

Kirchenasyl wird nur in gründlich überprüften Einzelfällen gewährt. Es muss immer eine nachvollziehbare unzumutbare Härte im Rückführungsstaat dargelegt werden. Die Entscheidung über das Vorliegen eines Härtefalls trifft die zuständige Person im Katholischen Büro Bayern. Von hier wird auch das Härtefalldossier beim BAMF eingereicht.

Gemälde zeigt Weg durch grüne Landschaft zu Kirche, Josef führt Esel, auf dem Maria sitzt.
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Das Gemälde stammt von Hussein aus Syrien, der 2023 im Kirchenasyl war, nachdem er in Rumänien schwere Gewalt erleben musste. Heute lebt er mit seiner Familie in Bayern und ist als Angestellter beschäftigt.

Kirchengemeinden, die das Kirchenasyl gewähren, haben dabei große Verantwortung inne. In erster Linie übernehmen sie für einen festgelegten Zeitraum bis Fristablauf die Aufnahme in Ihren Räumlichkeiten und unterstützen gegebenenfalls bei der Versorgung. So entsteht eine wohlwollende Schutzatmosphäre, in der Geflüchtete nicht befürchten müssen, abgeschoben und so einer unzumutbaren Härte ausgeliefert zu werden, sondern zuversichtlich und beruhigt in die Zukunft blicken können. Vor diesem Hintergrund ist das Kirchenasyl ein sehr effektives Mittel für Kirchengemeinden, sich zielgerichtet für Geflüchtete zu engagieren.

Die Erzdiözese München und Freising befürwortet Kirchenasyl und hat dafür eine eigene Informations- und Koordinationsstelle eingerichtet. Hier finden Kirchenasylsuchende sowie Kirchenasylgebende Beratung und Hilfe. So soll das Kirchenasyl auf ganzheitliche Weise und mit Rücksicht auf alle individuellen Gegebenheiten begleitet werden.

Wichtige Dokumente zum Download

Wir haben für Sie hilfreiche Informationen und Unterlagen zusammengestellt.

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Informationsblatt für Kirchenasylsuchende

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Fragen und Antworten zum Kirchenasyl

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Fragebogen Kirchenasyl - Härtefall

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Meldung an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

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Teilvollmacht für die Erteilung von Auskünften im Kirchenasylverfahren

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Abteilung Flucht, Asyl, Migration und Integration (FAMI)

Kontakt: Micha Pollok (Konkrete Hilfen) / Florence Choffat (Weitere Themen und Projekte)

Schrammerstraße 3

80333 München

089 2137-1366