Eine Frau und ein Mädchen trinken lachend auf dem Küchenboden sitzend aus ihren Tassen.
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Zusammen ganz im Augenblick zu sein ist überall möglich - und wenn es der Küchenboden ist.

Kleine Pausen im Familienalltag

Es tut so gut, einmal innezuhalten. Schon kleine Momente, ganz in Ruhe, tragen zur Entspannung bei, schenken Kraft und spenden neue Energie. Frei nach dem Motto: „Entspannen sollte man sich immer dann, wenn man keine Zeit dazu hat.“

Wer oder was hindert mich aber daran? Ist es die Sorge, dass der Aufwand zu groß ist, oder gestehe ich mir meinen Wunsch nach einer kleinen Oase im Alltag nur nicht zu – sich Fragen wie diese überhaupt zu stellen, hilft, sich bewusst zu machen, was gerade fehlt oder zu viel ist. Warum also kann ich nicht einfach:

  • eine gemütliche Tasse Tee zwischendurch trinken
  • einen verträumten Blick aus dem Fenster werfen
  • mich zwischendurch hinsetzen
  • einen kleinen Spaziergang machen
  • eine Mahlzeit bewusst beginnen (mit Stille, Gebet, Händereichen)
  • Wartezeiten „genießen“ (an der roten Ampel, beim Arzt, an der Bushaltestelle)
  • gemeinsam schweigen (beim Basteln, auf einer Autofahrt, abends an der Bettkante)
  • bei monotonen Arbeiten meditieren (bügeln, spülen und abtrocknen, Rasen mähen). 

Zeit bewusst genießen

Mit Kindern ist immer etwas los. Selten, dass keiner etwas sagt, dass alle lauschen und andächtig sind. Dabei ist genau das eine heilsame, meditative Kontrasterfahrung, die sehr reizvoll sein kann. Mini-Rituale helfen sich darauf einzulassen:

  • ein Streichholz anzünden – mit dem Kopf nach oben senkrecht halten und stumm warten, bis die Flamme erlischt
  • einen Kreisel drehen – gemeinsam zuschauen, bis er zur Ruhe kommt
  • eine Spieluhr aufziehen – lauschen, bis das kleine Musikstück zu Ende ist
  • eine Schwimmkerze in einer Schale mit Wasser anzünden – die Schale vorsichtig herumreichen, dann in der Mitte abstellen
  • eine (Klang-)Schale anschlagen – lauschen, bis der Ton verklungen ist. 

Ich ließ meine Seele ruhig werden und still; wie ein kleines Kind bei der Mutter ist meine Seele still in mir.

Psalm 131,2

Die Kirche – ein besonderer Ort zum Innehalten

Jede Pause – egal wann, egal wo – kann eine Art der Andacht sein. Im Kirchenraum wird das besonders deutlich spürbar:

  • eintreten – langsamer und ruhig werden, staunen
  • stehen bleiben – innehalten, (Weihwasser)Kreuz auf die Stirn zeichnen
  • umschauen – wahrnehmen was vorn, oben, ringsum ist
  • hinsetzen – (m)einen Platz aussuchen, ein Gebet sprechen       
  • lauschen – die Stille genießen, leise Geräusche wahrnehmen
  • gedenken – eine Kerze für einen lieben Menschen anzünden
  • verabschieden – mit einer Geste: Kreuzzeichen, Kniebeuge, Verneigung

Ein Moment der Stille in einer Kirche ist die kürzeste Definition von Religion.

Johann Baptist Metz, Theologe

Auch Jesus brauchte und suchte sich Auszeiten: auf einem Berg (Mt 14,23), auf einem Schiff (Mk 6,32), in einem Garten (Mk 14,32ff). Dort konnte er sich sammeln, im Gebet Kraft schöpfen und gestärkt den Menschen neu begegnen. Er lädt uns ein: „Kommt mit an einen einsamen Ort … und ruht ein wenig aus.“ (Mk 6,31). 

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