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Sr. Simona Brambilla von den Consolata-Missionsschwestern mit Papst Leo XIV. im Oktober 2025.

Orden und Geistliche Gemeinschaften: Berufung in der Nachfolge Christi

Gottgeweihte Personen leben ihre Berufung in besonderer Weise: In der Stille, in der Gemeinschaft oder mitten in der Welt. Ob in Orden, Säkularinstituten, geistlichen Bewegungen oder als geweihte Jungfrauen – sie folgen Christus in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam und sind lebendige Zeichen des Glaubens in unserer Zeit.

Unsere Kirche kennt viele verschiedene Berufungen, um das Leben ganz in den Dienst Gottes zu stellen. Eine besondere Form davon ist das gottgeweihte Leben. Menschen, die diesen Weg einschlagen, nennt man „gottgeweihte Personen“. Sie folgen Jesus Christus in einer konsequenten Weise nach, indem sie die evangelischen Räte von Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam annehmen und leben. Damit entscheiden sie sich bewusst für ein Leben, das nicht sich selbst, sondern ganz Gott gehört.

Viele gottgeweihte Personen leben in Ordensgemeinschaften. Diese können kontemplativ (besonders auf das Gebet und das Leben in Stille ausgerichtet) oder aktiv (mit apostolischen und sozialen Aufgaben) geprägt sein. Bekannte Beispiele sind die Benediktiner, Franziskaner, Dominikaner, Jesuiten oder Salesianer – jeweils mit einer eigenen Geschichte, Spiritualität und Sendung. Frauen und Männer in diesen Gemeinschaften leben nach bestimmten Ordensregeln, meist in klösterlicher Gemeinschaft, und tragen durch ihr Leben im Gebet, in der Seelsorge, Bildung, Pflege, Mission oder karitativen Arbeit wesentlich zum Dienst der Kirche bei.

Kloster auf Zeit oder als Missionar in einer anderen Kultur

Ein lachender Pater in schwarzer Ordenskleidung steht neben dem lächelnden Papst Leo in weißer Soutane mit gefalteten Händen.
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Einer von ihnen: Papst Leo XIV. (rechts) mit Pater Franz vom Augustinerorden.

Verstärkt bieten Ordenshäuser seit Jahren auch für Interessierte die Möglichkeit an, in einem Kloster auf Zeit in der Gemeinschaft mitzuleben. Darüber hinaus ist es möglich, als Missionar für eine Weile in einem anderen Land und einer anderen Kultur am religiösen Leben teilzunehmen. Die Vorbereitung auf den Einsatz findet in den verschiedenen Ordensgemeinschaften statt, die Missionsarbeit auf Zeit anbieten. Die Dauer einer solchen Mission kann von ein paar Monaten bis zu einigen Jahren reichen.

Neben den klassischen Orden gibt es Säkularinstitute, in denen sich Männer und Frauen ebenfalls zu einem gottgeweihten Leben verpflichten, dabei jedoch mitten in der Welt leben und arbeiten – ohne Ordenskleidung, oft unauffällig und in gewöhnlichen Berufen. Diese Lebensform verbindet eine geistliche Berufung mit weltlichem Engagement. Die Mitglieder leben in persönlicher Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam und streben danach, Christus durch ihr Sein und Tun im Alltag gegenwärtig werden zu lassen.

Web-Tipp: Leben und Besuch im Orden

Die Seite Orden.de bietet Ihnen einen Überblick über Ordensgemeinschaften in Deutschland, eine „Zu Gast im Kloster“-Landkarte und informiert umfassend zum „Freiwilligen Ordensjahr“ sowie rund um das Ordensleben.

Ordensschwestern sitzen bei einer Videokonferenz zu dritt am runden Tisch und lachen
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Sr. Franziska, Schwester vom Hl. Kreuz, arbeitet mit Schwestern aus anderen Kontinenten zusammen.

Orden und geistliche Gemeinschaften

Das gottgeweihte Leben kann in unterschiedlichen Orden und geistlichen Gemeinschaften gelebt werden. Hier finden Sie weiterführende Informationen.

Eine besonders alte und zugleich wieder neu entdeckte Form des geweihten Lebens ist der Stand der gottgeweihten Jungfrauen („Virgines consecratae“). Diese Frauen empfangen die Jungfrauenweihe durch den Bischof. Sie gehören zum sogenannten „Ordo virginum“ einer Diözese. Ohne klösterliche Bindung gestalten sie ihr Leben eigenverantwortlich in Gebet, Dienst und geistlichem Zeugnis. Viele engagieren sich in der Gemeinde, im sozialen Bereich oder in geistlicher Begleitung.

Zwei Ordensmänner, beide in schwarzen Ordensgewändern, stehen im Gespräch auf einem Kiesweg vor einem Brunnen im Garten.
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Abt Johannes Eckert (Benediktiner) im Gespräch mit einem Mitbruder

Initiativen und Bruderschaften

Ergänzt wird dieses vielfältige Bild durch zahlreiche geistliche Gemeinschaften, kirchliche Bewegungen und Initiativen, die in den letzten Jahrzehnten stark gewachsen sind. Oft sind es Laien, die sich auf eine bestimmte Weise gemeinsam Christus zuwenden – manchmal ergänzt durch Priester oder Ordensleute. Diese Gruppen sind oft öffentlich oder privat als kirchliche Vereine anerkannt (gemäß dem kirchlichen Vereinsrecht) und handeln auf Basis einer gemeinsamen Spiritualität oder Zielsetzung. Einige sind auf diözesaner Ebene tätig, andere international. Besonders die „neuen geistlichen Gemeinschaften“ wie zum Beispiel die Gemeinschaft Emmanuel, das Neokatechumenat, Fokolarbewegung oder die Gemeinschaft Sant’Egidio zeichnen sich durch ein intensives geistliches Leben und ein starkes Engagement in der Evangelisierung, der sozialen Arbeit oder im interreligiösen Dialog aus.

Abteilung Orden und geistliche Gemeinschaften

Leitung: Sr. Dr. Franziska Mitterer

Schrammerstraße 3

80333 München

089 2137-77273
089 2137-271820