Ehrenamtliches Engagement ist das Herzstück unserer Gesellschaft und unverzichtbar für das kirchliche und politische Leben. Ob bei uns in der Erzdiözese oder in Vereinen, Hilfsorganisationen oder anderen sozialen Einrichtungen – überall dort, wo Menschen sich freiwillig einsetzen, wächst eine starke Gemeinschaft zusammen.
Das Ehrenamt im Erzbistum München und Freising ist vielfältig. Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten bringen sich ein: Jugendliche, Berufstätige und Ruheständler. Sie engagieren sich in kleinen Orten ebenso wie in großen Städten und gestalten das Miteinander auf ihre eigene Weise.
In unserer Erzdiözese engagieren sich mehr als 22.000 junge Menschen als Ministrantinnen und Ministranten, rund 15.000 in der Jugendarbeit, weitere 10.000 in Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen sowie 2.500 Menschen in der Flüchtlingshilfe. Hinzu kommen viele tausend Ehrenamtliche in Caritas, Verkündigung und Liturgie. Hinter all diesen Zahlen stehen Menschen, die ihre Zeit, ihr Können und ihre Leidenschaft einsetzen und damit nicht nur anderen, sondern auch sich selbst etwas Gutes tun. Ohne Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft ärmer, gleichgültiger und anonymer.
Ehrenamt ist auch Ausdruck von Demokratie und Mitgestaltung. Wer sich einbringt, gestaltet aktiv das Leben in seiner Umgebung mit. So entsteht in unseren Pfarrgemeinden ein lebendiges, solidarisches Miteinander.
Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Ehrenamt nicht nur den Empfängern der Hilfe guttut, sondern auch den Helfenden selbst. Beispielsweise fand die Studie “Volunteer Work and Well-Being” von Peggy A. Thoits und Lyndi N. Hewitt heraus, dass Menschen, die sich freiwillig engagieren, im Durchschnitt glücklicher und gesünder sind als jene, die es nicht tun.
Ehrenamt bedeutet im Erzbistum weit mehr als Unterstützung im Hintergrund. Viele Ehrenamtliche tragen Verantwortung, bringen ihre Perspektiven ein und prägen das Leben der Kirche entscheidend mit. In Pfarrgemeinderäten und Kirchenverwaltungen, bei Projekten für soziale Gerechtigkeit oder in kreativen Initiativen erleben sie, dass ihre Stimme zählt. Dieses Mitgestalten stärkt das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein.
„Ich habe jetzt schon eine ganz andere Seite von kirchlicher Organisation kennengelernt. Vorher stand ich zum Beispiel als Lektorin im Vordergrund. Heute, in der Kirchenverwaltung, stelle ich nun eher die Rahmenbedingungen.“
„Mir macht es besonders Freude, gemeinsam im Team zu Arbeiten und etwas auf die Beine zu stellen. So können wir gemeinsam am Leib Christi, der ja die Kirche ist, bauen.“
„Die ehrenamtliche Tätigkeit ist mir neben meinem Beruf sehr wichtig, weil ich damit Menschen in schwierigen Lebenssituationen unterstützen und auch der Gesellschaft etwas zurückgeben kann.“
„Gerade dieses Projekt bringt mich persönlich weiter, weil wir Lernerfahrungen machen, die wir außerhalb dieses Ehrenamts nicht machen könnten. Ich kenne mich jetzt viel besser mit rechtlichen Strukturen aus, kann Leitungserfahrung sammeln, die ich sonst nie hätte.“
„Dass da jemand kommt, der seine Freizeit damit verbringen möchte, einem zuzuhören, wird von fast allen Patientinnen und Patienten mit Respekt gewürdigt – auch von kirchen-ferneren.“
„Ich habe bei meinem Einsatz für Geflüchtete viel erlebt. Im Umgang mit Regularien musste ich mir starke Nerven zulegen. Aufgeben war trotzdem keine Option.“
„Der Gruppenleiter-Grundkurs war eine Art „Erweckungserlebnis“ für mich. Da habe ich das erste Mal richtig mitbekommen, dass die Landjugend mehr ist als das gemütliche Beisammensein.“
Wer sich einbringt, entdeckt oft neue Seiten an sich. Viele Ehrenamtliche berichten, dass sie im Engagement Fähigkeiten entwickeln, die sie zuvor nicht erwartet hätten, sei es im Umgang mit Menschen, in der Organisation oder im kreativen Arbeiten. Qualifizierungen, Begleitung und Austausch ermöglichen es, sich weiterzuentwickeln und persönliche Talente zu entfalten. So wird das Ehrenamt zu einem Ort, an dem Menschen wachsen und eigene Stärken neu entdecken.
Der bayerische Staat dankt freiwilligen Helfern mit der Ehrenamtskarte. Inhaber des Dokuments erhalten bei zahlreichen öffentlichen und privaten Anbietern im Freistaat Rabatte. Dazu zählen beispielsweise Museen und Schlösser. Interessierte können über die kostenlose App „Ehrenamtskarte Bayern beantragen“ einen Antrag stellen.