Generalvikar Christoph Klingan, Mann mit Brille und Anzug mit Kollar, lächelnd in Park mit Bäumen im Hintergrund.
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Für Generalvikar Christoph Klingan zählt beim Ehrenamt auch die Gemeinschaft.

Das Ehrenamt ist für uns ganz zentral

Ob im Pfarrgemeinderat, in der Jugendarbeit oder der Liturgie: das Spektrum ehrenamtlichen Engagements in den Pfarreien unseres Erzbistums ist groß. Was die Erzdiözese tut, um Ehrenamtliche zu unterstützen, und wo sich unser Generalvikar Christoph Klingan in seiner Jugend selbst ehrenamtlich engagiert hat, darüber haben wir mit ihm gesprochen.  

„Ich würde behaupten, dass sich für jede und jeden etwas findet!", sagt Christoph Klingan, wenn er an die Möglichkeiten denkt, sich ehrenamtlich in der Kirche zu engagieren. Er ist seit 2020 Generalvikar des Erzbistums München und Freising. Ehrenämter lernte er schon früh kennen, auch außerhalb der Kirche, wie er erzählt.

Herr Generalvikar, hatten Sie schon einmal ein Ehrenamt inne?
 
Christoph Klingan: Es waren sogar mehrere. Vor dem Eintritt in das Priesterseminar war ich als junger Erwachsener im Pfarrgemeinderat aktiv, zuvor zudem in meiner Heimatpfarrei als Ministrant und als Lektor. Außerhalb des kirchlichen Bereichs habe ich mich in einer politischen Jugendorganisation engagiert. Bei all diesen Ehrenämtern hatte ich Freude daran, Verantwortung zu übernehmen und mich für eine gute Sache einzusetzen – und das in Gemeinschaft mit anderen.
 
Was spricht aus Ihrer Sicht heutzutage für ein ehrenamtliches Engagement in der Kirche?
 
Mir scheint besonders attraktiv, dass es in unserem Erzbistum ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten gibt, um sich einzubringen. Das kirchliche Leben in den Pfarreien ist vielerorts wirklich lebendig und es sind viele Menschen gefragt, es zukünftig weiter mitzugestalten. Ehrenamtliche haben heute auch mehr Möglichkeiten als früher, sich verantwortlich miteinzubringen. Das Spektrum reicht dabei von sozialem Engagement, das für viele Menschen sehr sinnstiftend ist, über die Angebote für Kinder und Jugendliche bis hin zur Mitgestaltung der Liturgie oder dem Einsatz für ältere Menschen, die nach Gemeinschaft oder Unterstützung suchen. Ich würde behaupten, dass sich für jede und jeden etwas findet! Man kann sich auch gemeinsam mit einem unserer hauptamtlichen Ansprechpartner auf die Suche machen, was genau zu einem passt.  Kirchliches Ehrenamt ist also ob seiner Vielfalt und Möglichkeiten attraktiv und hat vieles zu bieten.

Wie wichtig ist das Ehrenamt für die Erzdiözese?
 
Das Ehrenamt ist für uns ganz zentral. Unsere Pfarreien oder andere kirchliche Einrichtungen sind ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar. Damit meine ich auch, aber nicht nur die Gremien wie Kirchenverwaltung oder Pfarrgemeinderat. Freiwilliges Engagement wird – das zeigen Vergangenheit und Gegenwart – mit Blick auf die Zukunft noch wichtiger werden. Gerade in der Pastoral werden perspektivisch weniger Hauptamtliche zur Verfügung stehen.

Christoph Klingan mit Brille, schwarzem Sakko und weißem Hemd mit Kollar in hellem Innenraum.
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„Unsere Pfarreien oder andere kirchliche Einrichtungen sind ohne ehrenamtliches Engagement nicht denkbar.“

Generalvikar Christoph Klingan

Wie unterstützt das Erzbistum die Ehrenamtlichen?
 
Wir bemühen uns, den Ehrenamtlichen die Informationen zu geben, die sie für ihre Tätigkeit benötigen. Bei manchen Themen können wir das von zentraler Stelle tun, zum Beispiel im Bereich der Kirchenverwaltung. Natürlich sind da auch die Hauptamtlichen vor Ort gefragt. Ferner bieten wir wie auch die Kreisbildungswerke Schulungen zu spezifischen Themen an oder machen allgemeine Angebote. Es stellt sich immer die Frage, was die oder der Einzelne genau braucht, um seine ehrenamtliche Tätigkeit gut ausüben zu können. Wenn ich beispielsweise an den Jugendbereich denke, sind es die gut nachgefragten, wichtigen Gruppenleiterkurse, in denen die Jugendlichen befähigt werden, eine Gruppe zu leiten, und ihnen dazu das nötige Know-how vermittelt wird.

Wo gibt es noch Nachholbedarf?
 
Es gibt immer wieder Anfragen nach einer festen Anlaufstelle im Erzbischöflichen Ordinariat für Ehrenamtliche in Pfarreien und Verbänden, um individuelle Fragen besprechen zu können. Dabei geht es um den Wunsch, eine geeignete Person und eine feste Telefonnummer oder eine Mail-Adresse, an die man sich wenden kann, zu installieren. Im Rahmen unseres Projekts „Ehrenamt und Engagement“, das aus unserem Gesamtstrategieprozess hervorgegangen ist, überlegen wir derzeit, wie wir dies umsetzen können und wie eine solche Stelle idealerweise gestaltet sein sollte.
 
Ein weiterer Aspekt, den wir gemeinsam mit Ehrenamtlichen diskutieren, ist die Verbesserung der Zugänglichkeit verschiedener Angebote für sie durch digitale Möglichkeiten. Wir könnten beispielsweise die Angebote in einem Internet-Portal zusammenfassen, damit die Ehrenamtlichen gezielt zu den für sie relevanten Informationen und Bereichen kommen.

Wenn Sie persönlich jetzt noch einmal ehrenamtlich tätig werden wollten – was würden Sie sich aussuchen?
 
Der Einsatz für und mit jungen Menschen ist mir wichtig. Sehr gerne erinnere ich mich an die Rom-Wallfahrten der Ministranten. Zunächst war ich da als Gruppenleiter dabei und später als Kaplan und Pfarrer. Nicht nur, weil ich gerne nach Rom fahre, sondern weil ich dieses Angebot für äußerst bereichernd halte. Ich bin überzeugt, dass gemeinsame Erfahrungen, Eindrücke und religiöse Erlebnisse einen positiven Einfluss auf Jugendliche haben. Zudem möchte ich die Gremienarbeit erwähnen, insbesondere die Kirchenverwaltung, in der wichtige Themen diskutiert und aktiv mitgestaltet werden können.

Zur Person

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Christoph Klingan ist seit 2020 Generalvikar des Erzbistums München und Freising. Der 48-jährige gebürtige Münchner wurde 2008 in Rom zum Priester geweiht. Als Kaplan war er in Prien und Rimsting am Chiemsee, nach seiner Tätigkeit als Büroleiter von Kardinal Marx leitete er die Pfarrei Poing-St. Michael, bevor er zum Generalvikar ernannt wurde.