Susanne Gribl, Frau mit Brille, brünettem kurzem Haar und gemustertem Schal.
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Susanne Gribl ist eine von rund 130 Freiwilligen, die in der TelefonSeelsorge mitarbeiten.

Ehrenamt bei TelefonSeelsorge regt an zur Selbstreflexion

Bei der TelefonSeelsorge der Erzdiözese München und Freising arbeiten mehr als 130 Menschen, die meisten von ihnen ehrenamtlich. Eine davon ist Susanne Gribl. Dreimal im Monat nimmt sie sich Zeit, um anderen zuzuhören. Im Interview erzählt sie, warum sie diese ehrenamtliche Aufgabe so erfüllt – und was sie selbst dabei lernt.

Neben ihrem Beruf als selbstständige Diplombauingenieurin engagiert sich Susanne Gribl, die in München wohnt und arbeitet, bei der TelefonSeelsorge. Die ehrenamtliche Tätigkeit – etwa dreimal im Monat, entweder am Telefon oder im Chat – lasse sich gut mit ihrem Beruf verbinden, sagt sie. Sie erzählt, was es in ihrem Leben verändert, andere auf diese Weise zu unterstützen.

Was hat Sie dazu bewegt, sich bei der TelefonSeelsorge zu engagieren?

Mich fasziniert die Vielfalt der Gespräche und die Möglichkeit, Menschen in schwierigen Lebenssituationen beizustehen. Im Schutz der Anonymität sprechen die Anruferinnen und Anrufer über Einsamkeit, Beziehungsprobleme, psychische Erkrankungen, Trauer oder auch Suizidgedanken – wirklich kein Thema ist tabu. Dieses Engagement ist für mich eine wertvolle Möglichkeit, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und Menschen in Krisen zu unterstützen. Gleichzeitig regt es mich immer wieder zur Selbstreflexion an: Manchmal hinterfrage ich nach einem Telefonat meine eigene Einstellung zu einem Thema.

Ein Löwe hält sich die Pfote vors Gesicht, Text Jeder braucht mal Hilfe.
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Ehrenamt in der TelefonSeelsorge: Miteinander für andere da sein

Ehrenamtliche in der TelefonSeelsorge trösten, ermutigen und begleiten in Krisenzeiten. Sie werden dafür umfassend ausgebildet und erleben ein unterstützendes Miteinander. Sie haben Interesse? So können Sie Teil des Teams werden.

Was gibt Ihnen diese ehrenamtliche Tätigkeit persönlich zurück?

Ein dankbares Gefühl. Es ist schön zu wissen, dass ich jemandem hilfreich zur Seite stehen konnte, der vielleicht gerade am Tiefpunkt steht. Besonders bereichernd finde ich es, wenn Ratsuchende während des Gesprächs ihre eigene Lösung für ein Problem finden.
Außerdem schätze ich die Gemeinschaft: Wir haben ein freundliches Arbeitsumfeld, können uns jederzeit auf unsere Kolleginnen und Kollegen verlassen und werden durch regelmäßige Supervisionen und Fortbildungen unterstützt. Vor Beginn meiner Tätigkeit habe ich eine intensive Ausbildung durchlaufen, die mir Sicherheit gibt, auch schwierige Gespräche gut zu begleiten. Das Zusammenspiel aus gegenseitiger Unterstützung und kontinuierlichem Lernen macht diese Aufgabe für mich so wertvoll.