Anna-Lena Stadler, junge Frau mit langen Haaren und lilafarbenem Blazer, sitzt lächelnd an Tisch mit Mikrofon.
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Anna Lena Stadler beantwortet bei der Finanzpressekonferenz 2025 Fragen von Journalisten.

Ein Einblick in das ehrenamtliche Engagement

Anna-Lena Stadler ist in der Pfarrei St. Ulrich in Unterschleißheim groß geworden und in das Ehrenamt in der Kirchenverwaltung hineingewachsen. Wie sie ihre Rolle gefunden hat, welche Herausforderungen und Erfolge sie erlebt hat, erzählt die 28-Jährige im Interview.

Frau Stadler, wie sind Sie zu Ihrer Tätigkeit in der Kirchenverwaltung gekommen?

Anna-Lena Stadler: Ich bin bei uns in der Gemeinde groß geworden und habe alle Schritte durchlaufen, von der Erstkommunion über Ministranten und Firmung, bis ich selbst Gruppenleiter wurde. Und als meine eigene Gruppe ins Firmalter kam, dachte ich mir: „Ach, schön wär’s, wenn ich die Firmvorbereitung für meine Gruppenkinder mache.“ Später bin ich Lektorin geworden, um noch in der Gemeinde aktiv zu bleiben. Vor der Kirchenverwaltungswahl 2018 bin ich zum ersten Mal angesprochen worden, ob ich nicht Lust hätte, in die Kirchenverwaltung zu kommen und auch diesen Teil von Kirche und Organisation kennen zu lernen. Dabei hat mich die sechsjährige Amtszeit, für die man gewählt wird, tatsächlich erstmal abgeschreckt. Bei der Wahl zur Kirchenverwaltung 2024 habe ich wieder kandidiert und bin wiedergewählt worden.  


Was kommt da auf einen zu, wenn man sich in einer Kirchenverwaltung engagiert?

Ich hatte das Privileg, dass es sehr erfahrene Kirchenverwaltungsmitglieder gab und ich vorher reinschnuppern durfte, ohne gleich eine wichtige Rolle spielen zu müssen. Meine Aufgabe in der ersten Wahlperiode war es vor allem, die Interessen der Jugend im Blick zu behalten, da ich altersmäßig noch nah am Thema bin. Was braucht die Jugend? Ist in der Haushaltsplanung genug für die Jugend vorgesehen? Das war mein Steckenpferd.

Anna-Lena Stadler, junge Frau mit langen Haaren und lilafarbenem Blazer, sitzt lächelnd an Tisch mit Mikrofon.
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„Engagierte Menschen braucht es unbedingt, um die Gelder so zu verwalten, dass die Pfarrei davon profitiert und das Gemeindeleben unterstützt wird. “

Anna-Lena Stadler

Das heißt, Sie kennen jetzt auch die Beweggründe der Kirchenverwaltung und können nachvollziehen, warum Entscheidungen getroffen werden. Gab es da Überraschungen für Sie?

Tatsächlich fand ich es richtig gut zu lernen, dass der Haushaltsplan auch dazu da ist, Sicherheit zu geben. Es geht nicht in erster Linie darum, Gelder zu beschränken, sondern vielmehr darum, die Kostenpunkte zu beschreiben, die da sind. Und dann schaffen wir die Gelder dafür. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass wir selbst festlegen können, wie viel Gelder die Jugend bekommt. Das war mit das Spannendste, in diesem Riesenhaushalt selbst die Kalkulation zu übernehmen.

Das bedeutet, eine Pfarrgemeinde braucht überhaupt erstmal engagierte Leute, die sich um einzelne Bereiche kümmern, damit Geld dafür da ist?

Engagierte Menschen braucht es unbedingt, um die Gelder so zu verwalten, dass die Pfarrei davon profitiert und das Gemeindeleben unterstützt wird. Wenn ein Bereich im Haushaltsplan nicht festgelegt ist, hat man Pech oder ist im Minus. Je nach Bedarf muss man dann erstmal kreativ werden, um noch eine eventuelle Lösung dafür zu finden. 
 

Hand hält hellblaue Abstimmungskarte nach oben, weitere Karten unscharf im Vordergrund und Hintergrund.
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Kirchenverwaltung

Die Kirchenverwaltung ist das Organ der Kirchenstiftung. Neben dem Pfarrer und seinem Vertreter besteht sie aus ehrenamtlichen Mitgliedern, die jeweils für sechs Jahre gewählt werden. Zusammen bestimmen sie mit vor allem über die Finanz- und Vermögensverwaltung der Pfarrei, Baumaßnahmen an den kirchlichen Gebäuden und entscheiden in Personalsachen.

Gibt es Erfolge in der Kirchenverwaltung, auf die Sie besonders stolz sind?

Ich würde es definitiv als Erfolgserlebnis bezeichnen, dass unsere Jugend kostentechnisch gut abgedeckt ist und keine Bedarfe offen sind, weil das auch die Jugendarbeit am Laufen hält. Es ist ohnehin schwer, Jugendliche in die Kirchenjugend zu bekommen. Deshalb finde ich es total schön, dass die sich darüber sehr wenig Gedanken machen müssen.

Wie hat Sie persönlich die ehrenamtliche Tätigkeit beeinflusst? 

Ich habe jetzt schon eine ganz andere Seite von kirchlicher Organisation kennen gelernt. Vorher war man “Darsteller“ im Vordergrund, jetzt stelle ich im Hintergrund eher die Rahmenbedingungen. Vor allem hat mir die Tätigkeit auch nochmal rechtliches Wissen mitgegeben, zum Beispiel über Stiftungen, Förderkreis, Umsatzsteuer - also Dinge, mit denen man sich vorher nicht auseinandersetzen musste. Das hat jetzt einen Praxisbezug bekommen und ist dadurch ganz spannend.
 
Wie viel Zeit beansprucht die ehrenamtliche Tätigkeit?

Ich arbeite beruflich in Vollzeit und habe auch noch ein Privatleben, aber es ist wirklich gut machbar. Wir haben unsere Spezialisten für die einzelnen Bereiche. Es kommt natürlich darauf an, was im jeweiligen Bereich gerade ansteht. Wir haben zum Beispiel jemanden, der für den Friedhof zuständig ist. Wenn gerade ein neuer Friedhofsplan erstellt werden muss, dann ist das schon eine aufwendige Aufgabe.

Anna-Lena Stadler

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Anna-Lena Stadler ist seit 2018 Mitglied der Kirchenverwaltung in ihrer Heimatpfarrei St. Ulrich in Unterschleißheim. Dabei engagiert sie sich besonders für die Jugendarbeit der Pfarrei. Hauptberuflich arbeitet die 28-jährige als Sozialarbeiterin. 

Fachbereich Pfarrliche Verbundsverwaltung

Maxburgstraße 2

80333 München

Magdalene Paul

Fachbereichsleiterin

089 2137-1675