Michael Auer, lächelnder junger Mann mit kurzem Haar und Trachtenjacke.
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Michael Auer ist seit 2018 Pfarrgemeinderat in Törwang.

Michael Auer gestaltet Kirche vor Ort

Seit vielen Jahren engagiert sich Michael Auer im Pfarrgemeinderat seiner Heimatpfarrei auf dem Samerberg. Ihn treibt die Freude am gemeinsamen Gestalten und die Überzeugung, dass gelebtes Ehrenamt eine ganze Gemeinde stärkt. Welches Großprojekt er besonders gerne organisiert hat und warum er im Ehrenamt die Stunden nicht zählt, darüber haben wir mit ihm gesprochen.

Wie sind Sie zu diesem Ehrenamt gekommen? 

Michael Auer: Seit 2018 bin ich im Pfarrgemeinderat (PGR) von Mariä Himmelfahrt in Törwang, also bin ich jetzt am Ende meiner zweiten Periode. Damals stand ich tatsächlich nicht zur Wahl, sondern wurde direkt nach der Wahl dazu berufen. Diese Möglichkeit besteht beim Pfarrgemeinderat. In der Kirche war ich schon von Kindesbeinen an engagiert, erst Ministrant, dann Oberministrant, Lektor, Kommunionhelfer und als ich gefragt wurde, ob ich mich auch im PGR engagieren möchte, war es selbstverständlich für mich Ja zu sagen und auch dort mitzuhelfen.

Was macht Ihnen bei der Arbeit im Pfarrgemeinderat besondere Freude? 

Mir macht es besonders Freude, gemeinsam im Team zu Arbeiten und etwas auf die Beine zu stellen. So können wir gemeinsam am Leib Christi, der ja die Kirche ist, bauen. Ein lebendiges Pfarreileben finde ich besonders wichtig und das kann man im PGR auf besondere Art und Weise mitgestalten und so Kirche vor Ort erlebbar machen als einen Ort an dem nicht nur Glaube, sondern auch Gemeinschaft gelebt wird. Am meisten Freude bereitet es mir, wenn man merkt, dass Aktionen oder Veranstaltungen die Menschen erreichen und sie davon etwas mitnehmen können.

Gibt es abgeschlossene Projekte, auf die Sie besonders stolz sind?

In diesem Jahr konnten wir zwei besondere Ereignisse feiern: Unsere Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Törwang wurde vor 100 Jahren geweiht und eine unserer Filialkirchen, St. Ägidius und Nikolaus in Grainbach ist bereits 750 Jahre alt. Diesen Doppelgeburtstag nahmen wir vom PGR zum Anlass, unter dem Motto Samerberger Kirchengeburtstage ein Jubiläumsprogramm mit Veranstaltungen über das ganze Jahre hinweg aufzustellen.

Besonders erwähnenswert ist die Zusammenarbeit mit den Ortsvereinen. Die haben wir ziemlich früh gefragt, ob sie auch einen Beitrag zum Jubiläumsprogramm leisten wollen. So gab es beispielsweise von der Musikkapelle eine Serenade in der Pfarrkirche oder der Trachtenverein plante eine Lichterprozession.

Michael Auer, lächelnder junger Mann mit kurzem Haar und Trachtenjacke.
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„Für mich war es selbstverständlich, dass ich mich ehrenamtlich engagiere und der Gesellschaft auch etwas zurückgebe, von der ich selbst so viel empfangen habe. “

Michael Auer, Mitglied im Pfarrgemeinderat Mariä Himmelfahrt Törwang

Wie haben Sie dieses große Jubiläumsprogramm gestemmt?

Das ganze Jahr über präsent zu sein und Veranstaltungen abzustimmen, zu planen, zu bewerben oder durchzuführen war natürlich schon eine Herausforderung. So etwas geht nur im Team. Da ist es besonders gut, dass wir im PGR mit zehn Mitgliedern breit aufgestellt sind und gut zusammenarbeiten. Aber wir haben auch sehr viel positive Rückmeldungen bekommen. Das macht uns schon ein bisschen stolz. Wenn sich die Menschen bei uns bedanken, dann wissen wir vom PGR wofür wir das gemacht haben.

Inwiefern bereichert das Ehrenamt Ihr Leben? 

Ich bin tatsächlich sehr viel ehrenamtlich engagiert. Nicht nur im Pfarrgemeinderat. Ich komme vom Dorf. Das Leben hier ist geprägt von Gemeinschaft, Traditionen und Vereinen. Das alles geht nur, weil es wirklich sehr viele Menschen gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. Ich durfte als Kind und Jugendlicher sehr viel davon mitnehmen und habe viel von der ehrenamtlichen Arbeit Anderer profitiert. Ehrenamt wurde mir auch von meinen Eltern vorgelebt. Für mich war es selbstverständlich, dass ich mich ehrenamtlich engagiere und der Gesellschaft auch etwas zurückgebe, von der ich selbst so viel empfangen habe. Meine Ehrenämter bereiten mir viel Freude und wenn man damit etwas für die Gesellschaft, den Zusammenhalt oder auch die Jugend tun kann, weiß man, dass man etwas Gutes getan hat. 

Kirche mit Altar und Orchester, Publikum sitzt in Bänken und hört Konzert.
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2026 frisch gewählt

Das pastorale Leben fördern, über konkrete Anliegen mitentscheiden und damit das kirchliche Leben mitgestalten, das sind Aufgaben des Pfarrgemeinderates. Dieses Gremium aus ehrenamtlichen Mitgliedern wird alle vier Jahre von der Gemeinde demokratisch gewählt – zuletzt am 1. März 2026. Was Pfarrgemeinderäte tun, wie ihr kandidiert und mitentscheidet, findet ihr bei unserem Diözesanrat.

Wie viel Zeit wenden Sie für die Arbeit im Pfarrgemeinderat auf? 

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Ein Ehrenamt ist ja kein Job mit fest geregelten Arbeitszeiten. Die Arbeit im PGR ist eben sehr projektbezogen. Steht eine Veranstaltung vor der Tür, muss man schon ein paar Stunden mehr mitbringen. Da fange ich nicht an, die Stunden zu zählen. Schließlich mache ich das für meine Mitmenschen. Aber es gibt auch Wochen, in denen nichts zu tun ist. Im letzten Jahr beispielsweise hatten wir sehr viel Arbeit mit unserem Kirchenjubiläum, die Jahre davor war und jetzt nach dem Jubiläum ist wieder weniger zu tun. Der Arbeitsaufwand sollte jedenfalls niemanden abschrecken. Unter meinen Ehrenämtern zählt der PGR nicht zu den zeitaufwändigsten. 

Zur Person

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Michael Auer stammt aus Grainbach auf dem Samerberg. Der 29-jährige Bauingenieur und Theologe engagiert sich seit 2018 im Pfarrgemeinderat seiner Heimatpfarrei Mariä Himmelfahrt Törwang.