Die Kar- und Osterzeit ist geprägt durch Bräuche und Traditionen. In vielen Pfarreien werden dann Heilige Gräber aufgebaut, die meist kunstvoll verziert und beleuchtet sind. Es gibt aber auch moderne Darstellungen. Die Gemeinden laden zum Verweilen und zum Gebet vor dem Grab ein.
Heilige Gräber haben in der Kirche eine lange Tradition, schon in der Spätantike sind sie bezeugt. Die Nachbildungen des Grabes Christi werden auch Kenotaphe, griechisch für „leere Gräber“, oder Scheingräber genannt, denn sie enthalten keine sterblichen Überreste, sondern dienen ausschließlich dem Gebet und Gedenken. Die Heiligen Gräber werden im Altarraum, einer Seitenkapelle, in der Krypta oder an einem anderen Ort in der Kirche aufgebaut. In manche Heilige Gräber wird das Allerheiligste, Christus in Gestalt der konsekrierten Hostie, eingebracht, in manche ein Kruzifix oder eine Figur des Leichnams Jesu. Einige Gemeinden gestalten Andachten oder Gebetsstunden vor dem Heiligen Grab. In manchen Pfarreien werden auch das Begräbnis Jesu am Karfreitag und seine Auferstehung am Ostersonntag dargestellt.
Bisweilen sind die Heiligen Gräber über Ostern hinaus zugänglich, so zum Beispiel im Münchner Liebfrauendom. Nachdem dort am Karfreitag und Karsamstag zunächst das Heilige Grab mit einer Figur des Leichnams Jesu zu sehen ist, ist es von Ostersonntag bis zum Sonntag nach Ostern als leeres Ostergrab gestaltet.