Leben (dr)innen neu entdecken Impuls für Sonntag, 26. April 2020, von Regina Haas

Ein Spaziergang am See ist zu einem Highlight meines Tages geworden. Ich genieße diese kleine Freiheit in der sonst eingeschränkten Situation und freue mich über die vielen Kleinigkeiten, die ich dabei wahrnehme. Wasservögel, die sich ungestört im Hafengelände tummeln, das Rauschen der Brandung oder wie sich das Sonnenlicht und der Himmel im Wasser spiegeln.
Chiemseeufer
Foto: Chiemsee2016 / pixabay
Kürzlich konnte ich auch einen befreundeten Chiemseefischer bei seiner Arbeit beobachten. Da der Kindergarten nicht regulär geöffnet war, hatte er seine beiden Töchter dabei. In ihren Augen durften sie ihrem Papa auf dem Boot helfen. Den beiden Mädchen waren der Stolz und die Freude förmlich anzusehen, was auch mich froh stimmte.

Auch wenn die Ausgangsbeschränkung für viele eine große Belastungsprobe oder gar existenziell bedrohlich ist, wurde durch diese Krise mein Blick wieder für scheinbare Kleinigkeiten geöffnet. Wie wird es aber nach der Corona-Pandemie weitergehen? Werde ich wieder mit voller Geschwindigkeit so weitermachen wie zuvor?

Die Jünger kehren nach der Zeit mit Jesus in ihr vorheriges Leben zurück. Sie gehen fischen. Sie gehen ihrem Alltag nach. Doch nichts ist so wie zuvor. Trauer und Angst begleitet sie. Ihre Hoffnungen sind zerstört. Ihre Netze, die sind leer. Erst als sie sich wieder an Jesus orientieren, ihm nachfolgen, auf seine Stimme hören, dem Auferstanden vertrauen, wird ihnen Leben in Fülle geschenkt. Vielleicht spüren auch wir, wo unser Leben leer ist.

So bitte ich, um Jesu Beistand, Dinge in meinem Leben anders zu tun wie zuvor.

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen,
Herr, sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mache mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung.
Schenke mir das Fingerspitzengefühl, um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.
Erinnere mich daran, dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schicke mir im rechten Augenblick jemand,
der den Mut hat, die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Du weißt, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, dass ich diesem schönsten, schwierigsten, riskantesten
und zartesten Geschenk des Lebens gewachsen bin.
Verleihe mir die nötige Phantasie, im rechten Augenblick ein Päckchen Güte,
mit oder ohne Worte, an der richtigen Stelle abzugeben.
Bewahre mich vor der Angst, ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche, sondern das, was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte!
(Antoine de Saint-Exupéry)
 
Ich wünsche uns die Kunst der kleinen Schritte, durch die wir die vielen kleinen Hoffnungszeichen, während und nach Corona, nicht übersehen. Wenn wir in Gedanken und beim Beten miteinander verbunden sind. Wenn wir helfen und uns helfen lassen. Wenn wir einander anrufen und uns Nachrichten schreiben. Wenn wir uns gegenseitig ermutigen und aufmuntern. Immer dann erleben wir ein starkes Netz, das uns Leben in Fülle schenkt und spüren Gottes Segen.

Text: Regina Haas

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Darstellung des Herrn
St. Margaretha
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Paul Janßen, Pfarrverbandsleiter
Regina Haas, Gemeindereferentin
Hermann Overmeyer, Seelsorgemithilfe
Johann Weindl, Seelsorgemithilfe
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