Korbinianswoche 2019 auf dem Freisinger Domberg

Kardinal Marx fordert in seiner Predigt Perspektivenwechsel bei Klimakrise
 
Korbiniansfest 2019
© Kiderle
Eine Woche lang hat das Erzbistum München und Freising seinen Patron, den Heiligen Korbinian, gefeiert. Zu den Höhepunkten der Festwoche zählte der Festgottesdienst im Freisinger Mariendom mit dem Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, am Samstag, 23. November.

Bei seiner Predigt vertrat Kardinal Reinhard Marx die Ansicht, dass sich die Herausforderungen durch die Klimakrise nur durch eine ganzheitliche Betrachtung der Problematik lösen lassen. „Es geht darum, den Schrei der Armen zu hören und den Schrei der Schöpfung. Das gehört zusammen“, unterstrich der Erzbischof von München und Freising am Samstag in seiner Predigt im Mariendom. Es gelte neu zu lernen, „was es heißt, in einem Haus der Schöpfung zu wohnen, das allen gehört“. Entsprechend sei es auch mit Einzelmaßnahmen wie der Einführung einer CO2-Steuer nicht getan. „Es geht um eine Veränderung der Perspektive.“
 
Der Kardinal betonte: „Auch die Kirche nimmt das Thema auf.“ So sei mit der kürzlich zu Ende gegangenen Amazonas-Synode „neu deutlich geworden, wie wichtig die Thematik auch in unserer pastoralen Arbeit ist“. Anstelle um sich selbst zu kreisen, müsse die Kirche ihre Arbeit und die Pastoral auf das Heil aller Menschen an deren Leib und Seele ausrichten. Die Wallfahrt auf den Heiligen Berg zu Ehren des Heiligen Korbinians sei „auch eine Einladung, den mit der Taufe begonnenen Weg neu aufzunehmen“ und sich „neu hinzugeben in das große Projekt Jesus“.
 
Weitere Höhepunkte der Festwoche, die am Samstag, 16. November, mit der Jugendkorbinianswallfahrt begonnen hatte, waren die Lichterprozession mit dem Korbiniansschrein zum Dom mit anschließendem ökumenischem Vespergottesdienst und die Korbiniansvesper mit Reliquienprozession und Kindersegnung.
 
Der Heilige Korbinian verkündete im achten Jahrhundert als Wanderbischof den christlichen Glauben in Altbayern. Ab etwa 724 wirkte er als erster Bischof in Freising am Hof von Herzog Grimoald. Um 730 starb Korbinian in Freising und wurde nach seinem Wunsch in Mais in Südtirol bestattet. Seine Reliquien wurden auf Veranlassung von Bischof Arbeo im Jahr 768 am 20. November nach Freising gebracht. Korbinian gilt als geistlicher Vater und erster Bischof des alten Bistums Freising und der nach der Säkularisation 1821 daraus hervorgegangenen Erzdiözese München und Freising. Seit mehr als 1.000 Jahren wird mit dem Korbiniansfest die Übertragung seiner Gebeine nach Freising gefeiert.

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