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Krippenweg in Landshut - Folge dem Stern

Der Landshuter Krippenweg mit seiner Hauptausstellung in der Dominikanerkirche St. Blasius findet seit 1999 in der Adventszeit statt und zeigt eine wahre Fülle an Exponaten aus verschiedenen Epochen und Ländern. Neben der Hauptausstellung in der Dominikanerkirche St. Blasius bietet der Krippenweg über vierzig Stationen in Kirchen, Museen, Geschäften und Privathäusern, die jeweils durch den gelben Kometen als Bestandteil des Weges zu erkennen sind und sich über die Innenstadt verteilen. Im Foyer der Stadtresidenz sind beispielsweise Weihnachtskrippen aus aller Welt zu besichtigen. Wir laden Sie herzlich zu einem Rundgang entlang des Landshuter Krippenwegs ein.
Holzkrippe aus Indonesien_Außermeier
Eine der vielen sehenswerten Stationen des Landshuter Krippenwegs ist diese Holzkrippe aus Indonesien. Sie steht im Foyer der Stadtresidenz. (Bild: EOM / Außermeier)

Die Ausstellung: Landshuter Krippenweg

Die Hauptausstellung und somit der Ausgangspunkt des Krippenweges befindet sich in der Dominikanerkirche St. Blasius am Regierungsplatz in Landshut. Die gotische Basilika, die im Inneren 1747 nach Plänen von Johann Baptist Zimmermann im Stil des Rokoko umgestaltet wurde, bietet für die Krippenausstellung einen überaus würdigen Rahmen. Hier sind in den Seitenschiffen die Exponate in Vitrinen oder freistehend zur Schau gestellt. Die Krippen stammen aus privaten oder öffentlichen Sammlungen und wurden für diese Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Die frühesten Darstellungen von der Geburt Christi und der Anbetung der Könige entstammen dem 4. Jahrhundert und sind als Reliefs auf Sarkophagen (Vatikanische Grotten, Rom) überliefert. Später kommen sie als Wand- und Tafelgemälde sowie an Kirchenportalen vor. Freistehende, meist aus Holz gefertigte Weihnachtskrippen werden seit Ende des 16. Jahrhunderts aufgestellt.

Die Hauptausstellung ist in der Gestalt eines Rundweges angelegt, der im südlichen Seitenschiff von West nach Ost und im nördlichen Seitenschiff zurück führt. Die Anordnung der Exponate läutet hier bereits den Weg ein, der sich an verschiedenen Stationen in der gesamten Innenstadt fortsetzen wird.
Neapolitanische Krippe_Außermeier
Diese Neapolitanische Krippe aus dem 18. Jahrhundert zeigt der Landshuter Krippenweg in der Heilig Geist Kirche. (Bild: EOM / Außermeier)
Neben Exponaten aus Holz sind Papierkrippen zu sehen, die eine überwältigende Fülle an Figuren und Farben bieten. Papierkrippen entstanden erstmals im ausgehenden 18. Jahrhundert, waren handgemalt und wegen des geringen Platzbedarfs besonders beliebt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sie mit der Möglichkeit kostengünstiger Ausschneidebögen zum Massenprodukt. Heute werden historische Papierkrippen mit lithografischer Technik reproduziert.

Die Geburt Christi ist eines der zentralen Themen der christlichen Kirche und das Nachspielen dieses Ereignisses findet in der Herstellung und im Aufbauen von Krippen seinen Ausdruck. Dadurch wird das Weihnachtsereignis für den gläubigen Menschen erlebbar. Krippen sind in den unterschiedlichsten Ausmaßen erhalten, von lebensgroß bis en miniature, wie diese Krippe, die mit bemalten Zinnfiguren in eine Spanschachtel eingerichtet wurde.

Das Jesuskind als die zentrale Figur des Weihnachtsereignisses genießt seit dem Mittelalter vor allem in den Frauenklöstern höchste Aufmerksamkeit. Oft wurden diese Jesusfiguren bei Klostereintritt geschenkt und waren den Nonnen das ganze Jahr ein Begleiter, der liebevoll bekleidet und eingebettet wurde. Meist liegen sie in Schreien und werden von aufwendigen Klosterarbeiten aus Perlen, Draht und Glassteinen umgeben und bisweilen in feine Tücher gehüllt.
Neben der zentralen Geburtsszene stellen zahlreiche Krippen und Figurengruppen situativ zentrale Glaubensinhalte dar, die mit dem Weihnachtsereignis eng verknüpft sind. Die Verkündigung an Maria durch den Erzengel Gabriel und die damit Unbefleckte Empfängnis der Gottesmutter kündigt die Geburt des Heilands an.

Neben der Hauptausstellung in der Dominikanerkirche St. Blasius bietet der Krippenweg über vierzig Stationen in Kirchen, Museen, Geschäften und Privathäusern, die jeweils durch den gelben Kometen als Bestandteil des Weges zu erkennen sind und sich über die Innenstadt verteilen.

Neapolitanische Krippen gehören zu den kunstvollsten Figurengruppen, die zum Erzählen der Weihnachtsgeschichte geschaffen wurden. Die Figuren sind aus Wachs, Holz oder Terracotta, kunstvoll bemalt und in feinste Stoffe gehüllt. Die Eigenart dieser barocken Krippen ist, dass sie sich nicht am historischen Ort des Weihnachtsereignis orientieren, sondern die Geburt des Kindes in heimische Szenerien übertragen. Diese Krippen waren sicherlich Adeligen vorbehalten, sodass ihre Gestaltung die Vorlieben dieser Bevölkerungsschicht Neapels im 18. Jahrhundert überliefert.

Stand Dezember 2017
 

Kostenlose Führungen durch die Hauptausstellung

Dr. Mark Achilles, langjähriger Museumsführer in der berühmten Krippensammlung des bayerischen Nationalmuseums, wird an einigen Exponaten in der Landshuter Krippenausstellung in vier Führungen, mit jeweils unterschiedlichem Schwerpunkt, die Entstehung der Weihnachtskrippe erläutern und veranschaulichen, wie die Menschen durch die Jahrhunderte ihre Glaubensvorstellungen durch das Aufstellen und Gestalten von Weihnachtskrippen zum Ausdruck gebracht haben.

Die Führungen finden am 8.12., 15.12., 22.12.2019 und 6.1.2020 jeweils um 15 Uhr statt, Treffpunkt an der Kasse der Dominikanerkirche, Eintritt in die Ausstellung und Führung sind frei.

Bildergalerie zum Krippenweg in Landshut (Bilder: EOM / Martina Außermeier)


Kunst
Kapellenstr. 4
80333 München
Telefon: 089 2137-2635
Kunst(at)eomuc.de
Hauptabteilungsleiter:
Dr. Norbert Jocher,
Ordinariatsrat

Fachreferent für zeitgenössische Kunst und Kirche
Dr. Alexander Heisig
Telefon: 089 2137-2630
E-Mail: AHeisig(at)eomuc.de

Fachreferent für kirchliche Kunstpflege
Dr. Hans Rohrmann
Telefon: 089 2137-2630
E-Mail: HRohrmann(at)eomuc.de

Fachreferentin für wissenschaftliche Grundlagen und Kunsttopographie
Dr. Martina Außermeier
Telefon: 089 2137-2630
E-Mail: MAussermeier(at)eomuc.de

Öffnungszeiten 2019 / 2020

Alle Stationen sind bis 6. Januar 2020 zu besichtigen
 
Öffnungszeiten der Hauptausstellung in der Dominikanerkirche:
 
Montag bis Freitag 13.00 - 17.00 Uhr
Samstag, Feiertag 11.00 - 17.00 Uhr
Sonntag 11.00 - 16.30 Uhr
Heiligabend 11.00 - 14.00 Uhr
Silvester geschlossen

Der Eintritt ist frei.

Bitte beachten:
Die Missionskrippen sind heuer im Foyer der Sparkasse in der Altstadt unter den Bögen zu besichtigen.