Hinter einer gewundenen Autostraße ragt eine rosa getünchte Kirche mit Zwiebelturm hervor.
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Die Wallfahrtskirche wurde einst über der uralten gefassten Heilquelle „Zum Tannenbrunnen“ errichtet.

Wallfahrtskirche St. Anna in Annabrunn

Umgeben von dichtem Wald und ehemals auf dem Gebiet der Hofmark Schwindegg, wurde über der uralten gefassten Heilquelle „Zum Tannenbrunnen“ ein Gotteshaus errichtet. Die äußere Schlichtheit des nach Süden ausgerichteten Kirchleins, das sich in ein Langhaus und den eingezogenen Chor mit Türmchen gliedert, wird betont durch die heute zartrosa Farbigkeit.

Wundertätige Quelle unter einer Tanne im Wald / 1685 Errichtung einer Hütte durch Gräfin Anna Regina von Fugger auf Schwindegg / 1686 St. Anna Kapelle / Erweiterungen bis 1693 / 1782-84 Kirchenbau durch Gräfin Adelheid von Fugger / 1737 -1914 Badestätte / 1997 und 2012 Renovierung

Den Innenraum ziert eine unerwartet elegante Spätrokoko-Gestaltung. Im flach gedeckten Langhaus herrscht eine klare Weißfassung vor mit wenigen zartfarbigen Stuckelementen an den Kapitellen der Pilaster, auf deren Gesimsen Engel im Wechsel mit Blumenvasen sitzen.

Im Chorraum weitet sich ein stuckiertes, weißfarbiges Deckenfeld ohne Malereien. Der raumhohe Spätrokokoaltar in zurückhaltender Farbigkeit mit den qualitätvollen Skulpturen hl. Joachim und hl. Joseph des Landshuter Bildhauers Christian Jorhan ergänzt dieses stimmige Gesamtbild zu einem würdigen Andachtsraum. 

Eine mumifizierte braune Hand, die mit farbigen Steinen, Perlen und Silberborten geschmückt ist.
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Die Nachbildung in schwarzem Wachs der mumifizierten Hand der hl. Anna findet sich im Drehtabernakel.

Annahand

Das Ziel der Wallfahrer war die Reliquie einer sogenannten Annahand. Diese Nachbildung in schwarzem Wachs der mumifizierten Hand der hl. Anna, die ihrer Tochter Maria liebevoll das Lesen lehrte, findet sich im Drehtabernakel am Altar. Sie ist von feinen Klosterarbeiten mit farbigen Steinen, Perlen und Silberborten in einem vergoldeten Rahmen gefasst und wird vor allem bei „mütterlichen Leiden“ aufgesucht.

Gitter

Ein schmiedeeisernes Gitter mit großen symmetrischen Schwüngen trennt das Langhaus vom Chorraum in der Wallfahrtskirche Annabrunn.
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Lilienmotive aus dem Wappen des schwäbisches Kaufmannsgeschlechtes Fugger sind ins Gitter eingearbeitet.


Das herrschaftliche schmiedeeiserne Gitter trennt Langhaus und Chor und ist eine aufwendige Arbeit des späten Rokoko mit großen symmetrischen Schwüngen, die in vergoldeten Akanthusblättern enden. Die Stifterin der heutigen Kirche, Adelheid von Fugger, hat das Monogramm der Hl. Anna, ihre eigenen Initialien GAF (Gräfin Adelheid von Fugger) sowie Lilienmotive aus dem Wappen des schwäbisches Kaufmannsgeschlechtes Fugger kunstvoll in das Gitter einarbeiten lassen.

Bad und Quelle Annabrunn

Unter einem Efeubogen steht eine Figur der heiligen Anna hinter der geöffneten Glastür einer Vitrine.
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Mit der seelischen Reinigung war an diesem Ort auch eine körperliche Waschung verbunden.


Ein Quellheiligtum unter einem Baum birgt immer eine besondere Faszination. Mit der seelischen Reinigung war an diesem Ort auch eine körperliche Waschung verbunden. Daher entwickelte sich neben der barocken Wallfahrt zur hl. Anna ein reger Badebetrieb mit eigenem Badehaus und einer Gaststätte. Auch als um 1800 die Wallfahrt zum Stillstand gekommen war, lebte der heute fast vergessene Badebetrieb fort und wurde erst nach einem Brand 1914 eingestellt. Das malerische Ensemble aus Kirche, Quelle, Gast- und Priesterhaus besteht noch heute.

Anfahrt im Auto / nächster Bahnhof Schwindegg; kein barrierefreier Zugang.

Pfarrverband Obertaufkirchen

Kirchplatz 3

84419 Obertaufkirchen

08082 93100