Neue Ausstellung „Tugendreich“ im Kloster Beuerberg

Mit dem Thema „Tugendreich – Neue Zeiten. Alte Werte?“ befasst sich die fünfte Ausstellung im Kloster Beuerberg in Eurasburg, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, die von 30. Mai bis 1. November zu sehen ist. Exponate und interaktive Stationen vermitteln die Geschichte und verschiedene Facetten des Tugendbegriffs und laden zur eigenen Auseinandersetzung mit dem Thema ein – auch vor dem Hintergrund der durch die Corona-Pandemie neu angestoßenen Frage, wie die Gesellschaft leben will.
 
„Wie kann ich klug, gerecht, tapfer und maßvoll sein in einer Welt, die sich in rasanter Geschwindigkeit wandelt und damit auch unser überliefertes Wertesystem in Frage stellt?“, das sei eine Kernfrage, der sich die Besucherinnen und Besucher auf dem „Beuerberger Tugendpfad“ gegenüber sehen, sagt Christoph Kürzeder, Leiter des Diözesanmuseums Freising. Seit fünf Jahren zeigt das Diözesanmuseum in Eurasburg Ausstellungen zu Aspekten klösterlichen Lebens und schlägt Brücken zwischen Tradition und Moderne. „Während früher die klösterliche Tugend des, einfältigen Gehorsams‘ eingefordert wurde, bewundert man heute den zivilen Ungehorsam der ,Fridays for future‘“, verdeutlicht Kürzeder einen Wertewandel. Diesem widmet sich die Ausstellung ebenso wie der Frage nach der Tugend des Maßhaltens in der Konsumgesellschaft oder den sozial- und wirtschaftsethischen Werten, die im Umgang mit der Corona-Pandemie aktuell ins Zentrum der Betrachtung rücken.
 
Eine Station zur Kardinaltugend der Mäßigung regt zum Nachdenken darüber an, wie viele Gegenstände es zu einem erfüllten Leben braucht. In kurzen Filmbeiträgen kommentieren unter anderem Philosophieprofessor Wilhelm Vossenkuhl und Abt Johannes Eckert von der Münchner Benediktinerabtei Sankt Bonifaz die Bedeutung von Kardinaltugenden und christlichen Tugenden für das soziale Miteinander. Künstliche Intelligenz kommt an einer Station zum Einsatz, an der ein Gesichtserkennungsprogramm wesentliche Merkmale der Besucher wie Alter oder Geschlecht einschätzt und dazu passende Weisheiten des Salesianer-Ordensgründers Franz von Sales ausgibt.
 
Bis zum 1. November ist die Ausstellung im Kloster Beuerberg, in dem bis 2014 Salesianerinnen lebten, geöffnet. Im Refektorium, dem ehemaligen Speiseraum der Schwestern, werden klösterliche Speisen angeboten. Die Ausstellung ist mittwochs bis sonntags und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen sechs Euro, Senioren vier Euro, Kinder und Jugendliche haben freien Eintritt.
 
Wegen der geltenden Kontaktbeschränkungen dürfen maximal 70 Personen gleichzeitig in die 1.400 Quadratmeter großen Ausstellungsräume, Mund- und Nase müssen bedeckt sein. Führungen werden vorläufig nicht angeboten. Das aus den Vorjahren bekannte Rahmenprogramm findet in reduziertem Umfang unter Einhaltung der geltenden Hygienevorgaben statt. Regelmäßig aktualisierte Informationen finden sich unter www.dimu-freising.de/kloster-beuerberg sowie auf Instagram unter @klosterbeuerberg. (hs)