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Finanzhaushalt 2012

Haushaltsplan der Erzdiözese München und Freising für 2012

Bericht zum Haushaltsplan 2012 der Erzdiözese München und Freising
Vorbemerkung

Der Diözesansteuerausschuss, zu dessen wesentlichen Aufgaben die Anerkennung der Jahresrechnung und die Beschlussfassung über den Haushalt des Erzbistums gehört, hat in seiner Sitzung am 15. März 2012 die Jahresrechnung 2011 anerkannt und den Haushalt 2012 der Erzdiözese München und Freising beschlossen. Der Haushalt ist ausgeglichen. Er umfasst mit einem Volumen von 643 Mio. € um 6,2 % bzw. 37 Mio. € mehr als der Haushaltsplan 2011.
Die Einnahmen aus der Kirchensteuer
Die Einnahmen aus der Kirchensteuer sind 2011 gegenüber dem Jahr 2010 um
1,7 % gestiegen. Dabei entwickelten sich die Einnahmen aus den beiden wesentlichen Steuerarten wieder sehr unterschiedlich. So sind die Einnahmen aus der Kirchenlohnsteuer um 5,8 % angestiegen, die aus der Kircheneinkommensteuer dagegen um 5,6 % gesunken.

Nach Jahren mit Zuwächsen waren die Steuereinnahmen im Jahr 2010 erstmals geringfügig zurückgegangen. Mit dem leichten Anstieg der Steuereinnahmen im vergangenen Haushaltsjahr hat sich die zu Beginn des letzten Jahres ausgedrückte Hoffnung auf stabile Einnahmen aus der Kirchensteuer erfüllt. Die Steuereinnahmen des ersten Quartals im laufenden Jahr deuten für 2012 ebenfalls auf eine ähnlich solide Entwicklung hin.

Die behutsame Haushaltspolitik der Erzdiözese, die sich besonders in einem sehr vorsichtigen Ansatz der zu erwartenden Steuereinnahmen zeigt, hat in den letzten Jahren im Rahmen von Nachtragshaushalten erhebliche Investitionen in den verschiedenen Bereichen kirchlichen Wirkens ermöglicht. In 2011 waren die Einnahmen aus der Kirchensteuer insgesamt um rund 58 Mio. € höher, als im Haushaltsplan angesetzt. Tatsächlich niedriger als angesetzt sind für die Erzdiözese im letzten Jahr die Einnahmen aus dem Clearingverfahren ausgefallen. Aus dieser interdiözesanen Verrechnung der Kirchenlohnsteuer konnten rund 2,9 Mio. € weniger als geplant vereinnahmt werden. Insgesamt konnte der Diözesansteuerausschuss jedoch erneut einen bemerkenswerten Nachtragshaushalt beschließen.
Clearingverfahren
Die Einnahmen aus der Kirchenlohnsteuer stehen dem Bistum zu, in dem der Steuerpflichtige seinen Wohnsitz hat. Oftmals liegen jedoch der Wohnort und der Arbeitsort des Steuerpflichtigen bzw. das Betriebsstättenfinanzamt seines Arbeitgebers in unterschiedlichen (Erz-)Diözesen. Um trotzdem die korrekte Zuordnung der Kirchenlohnsteuereinnahmen auf die berechtigten Bistümer sicherzustellen, haben die deutschen (Erz-)Diözesen ein Clearingverfahren eingerichtet. Aus diesem Clearingverfahren musste unsere Erzdiözese im vergangenen Jahr Mindereinnahmen i. H. v. 2,9 Mio. € verzeichnen, die aufgrund
von Rückrechnungen für die Jahre 2007 bis 2010 angefallen sind. Endgültig
abgerechnet wurde im letzten Haushaltsjahr das Steuerjahr 2007.
Nachtragshaushalt 2011:
Verwendung der Mehreinnahmen
Zu den höheren Einnahmen aus den Kirchensteuern kamen in 2011 noch insgesamt rund 16 Mio. € Haushaltsreste und Mehreinnahmen aus verschiedenen Haushaltspositionen, darunter rund 5,6 Mio. € höher als geplant eingegangene öffentliche Zuschüsse im Schulbereich und 4,3 Mio. € nicht angesetzte Eigenleistungen der Pfarrkirchenstiftungen für Baumaßnahmen und für den Erhalt von kirchlichem Kunstgut. Die zuletzt genannte Zahl zeigt, wie wichtig den Gläubigen vor Ort der Erhalt und die Pflege ihrer Kirchen sind. Für diese Verbundenheit und für die teilweise enormen Anstrengungen der Pfarrgemeinden gilt es, aufs Neue Dank zu sagen. Unter dem Motto „gestalten, pflegen, mitwirken“ werden am 18. November dieses Jahres die Kirchenverwaltungen in der Erzdiözese neu gewählt. Sie sind verantwortlich für die rechtliche Vertretung und für die Vermögensverwaltung der Kirchenstiftungen. Den derzeit amtierenden Frauen und Männern und denen, die sich erneut oder erstmals zur Wahl stellen, danken wir ganz herzlich für die geleistete Arbeit und für die Bereitschaft, Verantwortung für ihre Kirche zu übernehmen.

Im letzten Jahr wurde ein wesentlicher Teil des Nachtragshaushaltes für eine Zustiftung in die Grundstockvermögen der Kirchenstiftungen eingesetzt. Die Verwendung der Mehreinnahmen des Jahres 2011 steht dagegen wieder ganz im Zeichen von Investitionen im Bereich Bildung.
  • Für Baumaßnahmen an den diözesaneigenen Schulen werden 25 Mio. € bereitgestellt. Bemerkenswert ist ein Modellprojekt, das die Erzdiözese in 2012 auf dem Gelände des Pater-Rupert-Mayer-Schulzentrums in Pullach beginnen wird. Dort soll in den nächsten Jahren ein Gebäude errichtet werden, das unter einem Dach eine neue Kinderkrippe, die bestehende Kindertagesstätte und die ebenfalls bestehende Grundschule beherbergen soll. Damit wird es an diesem Ort ein wohl einmaliges Bildungsangebot in katholischer Trägerschaft geben, das auf Kinder von zweieinhalb Jahren bis zum Realschulabschluss bzw. bis zum Abitur ausgerichtet ist.
  • Für eine pädagogisch sinnvolle und gleichzeitig zeitgerechte Ausstattung mit Informationstechnik werden für die diözesaneigenen Schulen zusätzlich 5 Mio. € bereitgestellt.
  • Weitere 15 Mio. € werden für laufende Instandhaltungsmaßnahmen an Gebäuden der Kirchenstiftungen, für Jugend- und Bildungshäuser sowie für Schulgebäude zur Verfügung gestellt.
  • Für die Weiterentwicklung des Salesianums am Standort München zum jugendpastoralen Zentrum werden 10 Mio. € reserviert.
  • Die Allgemeine Rücklage der Erzdiözese wird um 10 Mio. € aufgestockt.

Haushalt 2012

Anlässlich der Umgestaltung des Erzbischöflichen Ordinariats zum 1. Januar 2012 wurde der Diözesanhaushalt neu gegliedert.
Der Haushaltsplan 2012 umfasst die folgenden Einzelpläne:

1. Seelsorge
2. Bildung
3. Caritas
4. Überdiözesane Aufgaben
5. Verwaltung
6. Steuereinnahmen

Der Haushalt ist wie in den Vorjahren ausgeglichen. Das geplante Haushaltsvolumen steigt um 6,2 % auf 643 Mio. €, der Ansatz für die Einnahmen aus den Kirchensteuern wurde dabei um 3,7 % erhöht. Die Erzdiözese wird an der bewährten Praktik festhalten und zu erwartende Mehreinnahmen wieder im Sinne eines Haushaltsnachtrages hauptsächlich für Investitionsmaßnahmen verwenden.

Die Kirchensteuer ist mit über 70 % der Einnahmen unverändert die wichtigste Einnahmenquelle.
   
 
Haushalt 2012
in Euro
%-Anteil
 
Kirchensteuereinnahmen
463.370.000
72,08 %
 
Leistungen des bayerischen Staates für
diözesaneigene Schulen und
Kindertagesstätten in diözesaner
Trägerschaft



85.629.900



13,32 %
 
Leistungen des bayerischen Staates für
Geistliche und für den Religionsunterricht

26.784.400

4,17 %
 
Kostenersatz, sonstige Einnahmen, Eigen-
leistungen, Versicherungsentschädigungen

24.182.500

3,76 %
 
Pfründe-/Pacht-/Zinseinnahmen
20.700.000
3,22 %
 
Schulgeld, Tagesheimeinnahmen
11.592.500
1,80 %
 
Sonstige Stiftungen
6.500.000
1,01 %
 
Interdiözesane Verrechnung
Kirchenlohnsteuer

4.144.000

0,64 %
 
642.903.300
100,00 %
Geplante Einnahmen des Jahres 2012 in Höhe von 643 Mio. € nach
den Einnahmequellen:
Einnahmen 2012 nach Einnahmequellen
1. Kirchensteuereinnahmen: 463,4 Mio. €

2. Leistungen des bayer. Staates für diözesaneigene Schulen
und Kindertagesstätten in diözesaner Trägerschaft:
85,6 Mio. €

3. Leistungen des bayerischen Staates für Geistliche
und für den Religionsunterricht: 26,8 Mio. €

4. Kostenersatz, sonstige Einnahmen, Eigenleistungen,
Versicherungsentschädigungen: 24,2 Mio. €

5. Pfründe-/Pacht-/Zinseinnahmen: 20,7 Mio. €

6. Schulgeld, Tagesheimeinnahmen: 11,6 Mio. €

7. Sonstige Stiftungen: 6,5 Mio. €

8. Interdiözesane Verrechnung Kirchenlohnsteuer:
4,1 Mio. €
(Zahlen gerundet)
 
 
 
 
Wesentliche im Haushaltsplan 2012
vorgesehene Ausgaben
in Euro
%-Anteil
 
Personalaufwand direkt
258.425.500
40,20 %
 
Personalaufwand indirekt
104.527.600
16,26 %
 
Kirchensteueraufwendungen
70.000.000
10,89 %
 
Bau- und Grundstücksaufwendungen
83.794.900
13,03 %
 
Übrige Aufwendungen
38.087.500
5,92 %
 
Zuschüsse Verbände, kirchennahe
Einrichtungen, Weltkirche

26.592.800

4,14 %
 
Sachaufwand
34.294.700
5,33 %
 
Überdiözesane Umlagen
27.180.300
4,23 %
 
642.903.300
100,00 %
Direkte und indirekte Personalkosten
Die direkten und indirekten Personalkosten sinken von 58,1 % auf 56,5 % und stellen unverändert die größte Ausgabenposition im Haushaltsplan der Erzdiözese dar. In absoluten Zahlen steigen die Personalkosten von 352 Mio. € auf 363 Mio. €. Als indirekte Personalkosten werden dabei Personalkostenzuschüsse z. B. an die Pfarrkirchenstiftungen bezeichnet.
Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die wesentlichen im
Haushaltsplan 2012 vorgesehenen Ausgaben:
Vorgesehene Ausgaben 2012
1. Personalaufwand direkt: 258,4 Mio. €

2. Personalaufwand indirekt: 104,5 Mio. €

3. Kirchensteueraufwendungen: 70 Mio. €

4. Bau- und Grundstücksaufwendungen: 83,8 Mio. €

5. Übrige Aufwendungen: 38,1 Mio. €

6. Zuschüsse Verbände, kirchennahe Einrichtungen,
Weltkirche: 26,6 Mio. €

7. Sachaufwand: 34,3 Mio. €

8. Überdiözesane Umlagen: 27,2 Mio. €
(Zahlen gerundet)
Struktur der Berufsgruppen stellt sich zum 1. Januar 2012 (besetzte Vollzeitstellen) wie folgt dar:
 
 
 
Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen in Kindertageseinrichtungen
3.548
 
Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen im pastoralen Dienst
1.288
 
Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen in Pfarreien
1.377
 
Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen an diözesanen Schulen
1.226
 
Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen im EOM (nicht pastoral)
813
 
Religionslehrer/Religionslehrerinnen
449
 
Besetzte Vollzeitstellen insgesamt
8.701
Die folgende Grafik gibt einen Überblick über die Struktur der Berufsgruppen (besetzte Vollzeitstellen):
Struktur der Berufsgruppen
1. Mitarbeiter/-innen in Kindertageseinrichtungen: 3.548

2. Mitarbeiter/-innen im pastoralen Dienst: 1.288
davon:
- 614 Priester im aktiven Dienst
- 130 ständige Diakone
- 285 Pastoralreferenten/-innen
- 203 Gemeindereferenten/-innen
- 56 sonstige Mitarbeiter/-innen im pastoralen Dienst

3. Mitarbeiter/-innen in Pfarreien: 1.377
davon:
- 535 Mesner/Hausmeister
- 435 Sekretäre/-innen
- 239 Kirchenmusiker/-innen
- 168 Raumpfleger/-innen

4. Mitarbeiter/-innen an diözesanen Schulen: 1.226
davon:
- 944 Lehrkräfte
- 282 Erzieher/-innen, Verwaltungskräfte,
Raumpfleger/-innen und sonstige Mitarbeiter/-innen

5. Mitarbeiter/-innen im EOM (nicht pastoral): 813

6. Religionslehrer/-innen: 449
Bau- und Grundstücksaufwendungen
Die ordentlichen Bau- und Grundstücksaufwendungen liegen bei 61 Mio. €, ihr Anteil am Gesamthaushalt sinkt gering von 10,2 % auf 9,5 %.

Die folgende Zusammenstellung gibt einen Überblick über die Gliederung der im Haushalt 2012 für reine Baumaßnahmen einschließlich der außerordentlichen Bereitstellungen vorgesehenen Haushaltsmittel.
 
 
 
 
 
ordentlicher Etat
in Mio. Euro
außerordentliche
Bereitstellung
in Mio. Euro
Summe
in Mio. Euro
 
Seelsorge
43,0
2,0
45,0
 
Gebäude der Erzdiözese
4,0
0,7
4,7
 
Kindertageseinrichtungen
7,5
--
7,5
 
Diözesane Schulen
6,0
--
6,0
 
Pfründegebäude
0,5
--
0,5
 
61,0
2,7
63,7
Ausgaben für die Caritas
Im Rahmen der Neuausrichtung der Organisationsstruktur des Erzbischöflichen Ordinariats wurden u. a. die Ausgaben für die Kindertagesstätten und die Aufwendungen für Hilfen an Missionsländer sowie die Partnerschaft mit der Kirche Ecuadors anderen Einzelplänen zugeordnet. Die Haushaltsmittel für Kindertagesstätten (37,3 Mio €) werden künftig im Einzelplan Bildung, die internationalen Hilfen (6,2 Mio. €) im Einzelplan Überdiözesane Aufgaben ausgewiesen. Die Umgliederung hat zu einem deutlichen Rückgang der Ausgaben im Einzelplan Caritas geführt (Darstellung Vj. 74,4 Mio. €).

Die nachstehende Grafik zeigt die wesentlichen Positionen im Bereich Caritas.
 
 
 
Ausgaben für die Caritas
in Euro
 
Zuschüsse an caritative Verbände und Organisationen
28.572.300
 
Beratungsdienste
6.060.400
 
34.632.700
Ausgaben für die Caritas
1. Zuschüsse an caritative Verbände und Organisationen: 28,6 Mio. €

2. Beratungsdienste: 6,1 Mio.

(Zahlen gerundet)
Kirchensteuer
Generalvikar Peter Beer zum Haushalt 2012
Finanzdirektor Markus Reif zum Haushalt 2012