Begeisterung fürs Unterwegssein und Offenheit für andere Menschen Verena Schlagheck und Valerie Gastager über die Grundhaltung der Pfadfinderinnen

Die Pfadfinderinnenschaft St. Georg bietet Mädchen und Frauen Erfahrungsräume, in denen sie selbstbewusst lernen und Verantwortung übernehmen können. Dabei bauen sie etwa Zelte auf, hacken Holz und machen Feuer. Auch klassische Gruppenstunden werden angeboten. Und immer wieder geht es um gelebte Spiritualität.
 
Pfadfinderinnen St. Georg München
Gute Laune bei den Pfadfinnerinnen
Die beiden Diözesanvorsitzenden der Pfadfinderinnenschaft St. Georg (PSG) haben schon als Zehnjährige zu den „Pfadis“ gefunden: Valerie Gastager kam in ihrem Heimatort Ruhpolding zu ihrem Stamm. Verena Schlagheck fand über die Theresia-Gerhardinger-Realschule zu den Pfadfinderinnen, denn dort gibt es eine Gruppe als Schulprojekt. Mittlerweile sind sie erwachsene Frauen. Valerie Gastager studiert Theologie, um Pastoralreferentin zu werden. Verena Schlagheck hat sich für das Fach Politikwissenschaften entschieden. „Auch heute braucht es einen Pfadfinderinnenverband. Denn dadurch können sich Mädchen und junge Frauen frei entfalten“, betonen beide. „Wir sind viel draußen, und auch die Jüngeren dürfen schon viele Aufgaben übernehmen – vom Lagerfeuermachen bis zum Zeltaufbau. Das ist Learning by Doing“, erklärt Valerie Gastager.
 
Valerie Gastager
Valerie Gastager, Diözesanvorsitzende
der Pfadfinderinnenschaft St. Georg


„Wir sind als Pfadfinderinnen auch
spirituell unterwegs. Wenn wir ein
Zeltlager haben, dann feiern wir
einen Gottesdienst. Das gehört dazu.“
 
Pfadfinderinnen tragen bei ihren Aktivitäten Bluse und Halstuch. Dadurch sind sie nach außen gut erkennbar. „Und man hört meistens, dass da eine gut gelaunte Gruppe unterwegs ist“, meint Verena Schlagheck schmunzelnd.
 
Valerie Gastager war im Alter von 13 Jahren zum ersten Mal mit den Pfadfinderinnen international unterwegs in den Niederlanden. „Da wird man schnell selbstständig“, weiß sie. Und Verena Schlagheck erinnert sich, wie sie als Jugendliche mitverantwortlich für eine Reise nach Korsika war. „Das war richtig cool“, schwärmt sie. Eine gewisse Begeisterung fürs Unterwegssein und Offenheit für andere Menschen ist typisch für die Pfadfinderinnen.

Gelebte Haltung

Die PSG engagiert sich auch mitten in München für Begegnungen, denn sie ist Trägerin des Giesinger Mädchentreffs. Hier finden Mädchen aus verschiedenen Ländern und Kulturen und mit unterschiedlicher Religion Freiräume zur Entfaltung. Natürlich hat auch ein Pfadfinderinnenstamm hier seine Heimat. Pfadfinderin zu sein hat viel mit gelebter Haltung zu tun. Der bekannteste Ausspruch des Gründers der Pfadfinderbewegung, Robert Baden-Powell, lautet: „Versucht die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“ Danach leben auch die Diözesanvorsitzenden. Verena Schlagheck versucht beispielsweise, bewusst immer weniger Fleisch zu essen und viele Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Und Valerie Gastager nimmt sich Zeit für Gespräche. „Das hilft denjenigen, die jemanden zum Reden brauchen, sofort.“
 
Verena Schlagheck
Verena Schlagheck, Diözesanvorsitzende
der Pfadfinderinnenschaft St. Georg



„Mädchen können genauso viel
schaffen wie Jungs, etwa beim
Schnitzen oder beim Zeltaufbau.
Wir schauen einfach, was uns Spaß
macht, und das setzen wir dann um.“

Weitere Informationen bei der Pfadfinderinnenschaft St. Georg